Unter dem Radar – Zax The Alien Hunter

Zu Zeiten, als ich noch ein relativ zufriedener Kunde von Jowood war (also gefühlte zig Jahrtausende, bevor ich sie nur noch als Klowood kannte), hatte ich die Produktpalette dieses Publisher noch ein wenig aufmerksamer verfolgt, als ich dies heute tue. Und da dies auch die Zeiten waren, in denen ich das Internet zumindest zu Hause nur in Form einer endgeilen 56k-Analog-Anbindung vorliegen hatte, war ich auch noch ein relativ zufriedener Käufer diverser Spiele-Zeitschriften, die mir mit der beigelegten CD die Mühe erspart hatten, dem Einkaufsleiter zu erklären, warum ich unbedingt im Arbeitsrechner einen CD-Brenner benötige. Denn mit der überfetten Direktanbindung meines damaligen Arbeitgebers war das Herunterladen von Demos in Prä-Massen-DSL-Zeiten eine Sache von nur Sekunden.

Doch zurück zu Jowood und einer CD-Beilage der PC Games, auf der sich eine Demo zu „Zax – The Alien Hunter“ befand. Ich hatte mich innerhalb weniger Minuten sofort in dieses Spiel verliebt, die Demo rauf und runter gezockt und bin am Releasetag dann auch tatsächlich in den Laden gestapft. Auf Grund des Umstandes, dass Zax ein ziemlicher Flop war, die Kritiken nicht allzu berauschend ausfielen, jedermann scheinbar einen neuen Diablo-Killer erwartet hatte und der Held mit einer alles andere als attraktiven Visage ausgestattet war … muss ich wohl so ziemlich einer der wenigen Vollhonks gewesen sein, die dieses Spiel zum vollen Preis gekauft haben. In Windeseile wurde es als Budget-Titel wieder neu auf den Markt geworden.

Doch, warum hatte ich mich in dieses Spiel verliebt?

Nun, zum einen war ich (und bin es heute noch) ein sehr großer Freund vorgerenderter 3D-Graphik im isometrischen Stil. Die Detailfülle ist enorm, die Dschungel und Höhlen und Metallgrüfte sind hübsch anzusehen. Es gibt kein Herumgefuddel mit unglücklich gewählten Kamera-Perspektiven. Alles ist klar und scharf und deutlich zu erkennen, ohne Bloom, Bewegungsunschärfe und all die anderen Fullscreen-Effekte, die nur für Augen zwischen 10 und 20 biologischen Jahren ohne Kopfschmerzen zu betrachten sind. Habe ich schon gesagt, dass das Spiel sehr gut aussah?


Zum anderen war das Gameplay so herrlich simpel und eingängig. Rumlaufen, Schlüssel finden, Gegner umnieten, Rohstoffe einsammeln, neue Waffen und Support-Items herstellen, kleinere Rätsel lösen, noch mehr rumlaufen und noch mehr Gegner umnieten. Gelaufen wird mit den Pfeiltasten, geschossen mit der Maus und wer möchte, der kann via Hotkey zusätzliche Unterstützung in Form von Minen oder Auto-Turrets in die Gegend stellen. Ein solider Isometrie-Arcade-Shooter, wie er für meinen Geschmack viel zu selten zu finden ist.

Und als dritter Grund, warum ich vergnüglich meine Runden durch die Landschaft zog … KEIN Fantasy-Szenario! Keine Orks, keine Elfen, keine Zwerge oder Drachen oder andere 08/15-Fauna frei nach Tolkien. Nun, nichts grundsätzlich gegen Fantasy, aber manchmal bekomme ich Hautausschlag, wenn ich schon wieder das übliche Kroppzeug zu Gesicht bekomme.


Großartig negative Punkte kann ich an diesem Spiel nicht finden. Ausser, dass es relativ unspektakulär ist. „Zax“ eben keine Neu-Erfindung des Rades oder gar die Sau, die ständig durchs Dorf getrieben werden muss, damit die träge Masse in Kaufstimmung versetzt wird. „Zax“ ist nichts weiter als ein simpler, eingängiger und vergnüglicher Isometrie-Arcade-Shooter gewesen und war somit etliche Jahre zu früh dran.

Wie? Was? Zu früh? Zu früh für was?

Zu früh für den Direktvertrieb von unspektakulären, Freizeit-Totschlag-Spielen, die durch ihre einfache Handhabung und niedrigen Systemvoraussetzungen ideal für Leute sind, die einfach nur vergnüglich etwas Zeit totschlagen wollen. Denn „Zax“ ist im Grunde nichts weiter als ein Casual Game und wäre somit IDEAL für Reflexive Arcade, der hauseigenen Spieleplattform für Casual Games, die man bei Reflexive erfolgreich aufgezogen hat, nachdem man sich nach diversen Flops mit u.a. Zax und Lionheart aus dem Vollpreis-Markt zurückgezogen hatte. Doch da die Rechte an diesem Spiel aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch bei Klowood liegen, bekommt man Zax heute nur als Gebrauchtware zB. über die Elektrobucht.

Wer einen simplen Ballerspass für Zwischendurch sucht und die beiden Shadowgrounds-Teile schon durch hat … wieso nicht mal ein Auge auf Zax werfen?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Underdog.

3 Kommentare zu “Unter dem Radar – Zax The Alien Hunter

  1. Anonymous sagt:

    Ja habe ich auch gespielt, hat wirklich Spaß gemacht, zwar nichts besonderes aber durchaus spaßig. Wenn man Action-Rollenspiele mag auf jedenfall einen Blick wert.Ich hab es gerne durchgespielt.Ideal für zwischendurch.Hab es aber erst viel später gespielt, irgend eine Budgetversion.

  2. Timberfox13 sagt:

    Elektrobucht? Gebraucht?NäääääääääClick this:http://www.download.com/Zax-The-Alien-Hunter/3000-7563_4-10065566.htmland enjoy your rideDummerweise krebst die Downloadgeschwindigkeit bei 8kb/sec rum… kann also bisserl dauern

  3. Timberfox13 sagt:

    Schande über mich… war nur die Demo… aber nett für 50mb mal ne Stunde zum Download zu brauchen… wie in alten Zeiten… hach, schön…

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