Was für eine Verschwendung

Vorhin konnte ich zum ersten Mal in das neue Perry-Rhodan-Adventure schauen.

Optisch allerallererste Sahne! Sieht erstklassig aus! Hut ab, wirklich! Was sich mit den ersten Entwürfen und Konzeptzeichnungen angedeutet hat, wird hier nahtlos fortgesetzt.

Die Dialoge sind eher meh. Sehr trocken, sehr behäbig, weit entfernt von der Spritzigkeit zB. eines Ankh, welches ja auch aus deutscher Produktion stammt. „Perry Rhodan – The Adventure“ bestätigt somit alle Vorurteile, die man im Vorfeld gegen dialoglastige Spiele aus deutschen Landen haben kann. Die Ankh-Serie ist wohl die große Ausnahme, welche diese Regel bestätigt.

Das Userinterface orientiert sich ein wenig an Geheimakte Tunguska, da es auch hier eine Art Scan-Funktion gibt, mit der sich der Spieler alle Hotspots eines Bildschirms anzeigen lassen kann. Was bei Tunguska jedoch eine Komfortfunktion ist, verkommt im weiteren Spielverlauf zu einer Notwendigkeit, weil spielrelevante Abschnitte und Objekte sich manchmal nur selten vom inaktiven Hintergrund abheben. Früher wäre zur üblichen Pixeljagd geblasen worden. Heute „scannt“ man den Raum und erspart sich viele Minuten enervierendes Absuchen der Graphik.

Was das Gameplay angeht, so würde ich gerne Hohn und Spott kübelweise über dieses Spiel ausgießen. Ich tue es nicht, weil es objektiv nicht schlecht ist, ich aber rein subjektiv mit dieser Art Kombinations-, Musik- und Schalterrätsel seit Myst so meine dezenten Probleme habe. Ich, respektive Perry Rhodan, stolpere hilflos von Rätsel zu Rätsel und scheitere, wie bei Myst, bereits ganz am Anfang, obwohl der erste Abschnitt sogar im Handbuch einigermaßen erläutert wird.

Ich muss laut Handbuch mit „einfacher Kombinatorik“ die richtige Symbolkombination für ein Zahlenschloß herleiten. Ich kenne jetzt zwar die Lösung, ich habe aber keinen blassen Schimmer, wie der Lösungsweg aussehen soll. Ich spiele weiter und stolpere von einem Kombinationsrätsel zum nächsten. Bestimmte Gegenstände werden scheinbar erst freigegeben, wenn ich in einem Abschnitt alle vom Gamedesigner geplanten Handlungen abgeschlossen habe, ohne dass man mir jedoch einen Hinweis darauf gibt, dass diese Gegenstände erst dann freigegeben werden. So haste ich also Bildschirm rauf und Bildschirm runter, besteige Transmitter und stehe ratlos vor irgendwelchen Schaltafeln, weil mir ein NPC immer noch nicht einen Gegenstand geben möchte, den ich scheinbar benötige. Ganz ehrlich, es ist etwa eine Stunde vergangen und ich beginne dieses Spiel abgrundtief zu hassen. BÄHHHHHHHHHHHHHHHHHH!

Würde ich hier Wertungen vergeben, so würde ich „Perry Rhodan – The Adventure“ folgende Wertung von 0 bis 10 verpassen:

Graphik: 10
Wie gesagt, erstklassig. Hochwertig, schön an zusehen, herrlich!

Sound: 8
Ambientmäßig erwacht die Neue Galaktische Zeitrechnung zu bislang „unerhörtem“ Leben. Passend und adäquat.

Dialoge: 5
Die Dialoge sind schwach, dröge, langweilig und vollkommen uninteressant. Nein, sie müssen nicht „lustig“ sein, wie bei den Ankh-Spielen oder Monkey Island. Aber können sie nicht wenigstens „interessant“ sein? So sehr sich die Sprecher auch bemühen, aber diese gestelzten und geschraubten Dialoge erinnern mich an ein FunFact aus StarWars, als angeblich ein junger Harrison Ford zu George Lucas sagte: “ George, das kannst Du noch so gut schreiben, aber so spricht niemand!“.

Gameplay: 0
Ich weiß, dass dies unfair ist. Aber ich kann Myst-Spiele nicht ab, weil ich diese Art Kombinationsrästel abgrundtief HASSE. Und in diesem Spiel bestehen gefühlte vier von fünf Rätseln aus dieser Art Gameplay. Sorry, ich kann mich mit diesem Dreck vielleicht erfolgreich beschäftigen, wenn man mich dafür bezahlt, aber ich WEIGERE mich, damit meine Freizeit zu vergeuden.

Und wie bei allen Myst-Spielen, so muss ich auch hier einen tiefen Seufzer des Bedauerns ausstoßen. So schöne Graphik. soviel Arbeit und soviel Kreativität … über alle Maßen verhunzt durch ein billiges Pseudo-Logik-Gameplay auf Kreuzworträtsel-Niveau! Was ein Kack!

Ok, zurück zu eBay und weg damit!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

9 Kommentare zu “Was für eine Verschwendung

  1. Anonymous sagt:

    Sehe das ähnlich wie du. Es stellt für mich einfach mehr Arbeit als Spaß und Unterhaltung dar, diese mystartigen Rätsel lösen zu müssen.Werde ich mir wohl das kürzlich erschienene So Blonde mal näher angucken, wobei ich eigentlich auch nicht sonderlich erpicht darauf bin, in die Rolle einer Klischeeblondine zu schlüpfen.Aber zum Glück habe ich noch 2 Ankh Teile ungespielt hier rumliegen und damit sollte die Schlechtwetterphase gut überbrückt werden 😉

  2. Harzzach sagt:

    Ich bin auch deswegen so enttäuscht und „dezent“ pissed, weil ich mich im Vorfeld doch tatsächlich ein wenig auf dieses Spiel gefreut hatte.Ich liebe Adventures! Ich bin seit über 25 Jahren PerryRhodan-Fan! Das Spiel sieht so großartig aus … und es spielt sich so beschissen, weil man überall nur Kreuzworträtsel eingebaut hat! Arghlllll!Und ja, spiel die beiden Ankh-Teile. Nicht immer perfekt, aber vor allem der erste Teil hat so grandiose Dialoge und all das klassische LucasArts-Gameplay.

  3. Anonymous sagt:

    Ja, als Fan von Rhodan und Liebhaber von Adventures muss das besonders frustrierend sein, dann solche Myst-Rätselbrocken hingeworfen zu bekommen, die man verabscheut.Bin neben Ankh übrigens noch auf dieses Freeware Adventure zak mckracken between time and space gespannt, das auch einen soliden ersten Eindruck hinterlassen hat und wohl bald rauskommen wird.

  4. Anonymous sagt:

    Schon mal irgendjemand das Musik-Schalterrätsel (in der Höhle) in Dreamfall ohne Hilfe gelöst?Übrigens warte ich immer noch auf Broken Sword 2.5.Demo war supi.

  5. Joe sagt:

    Ich würd mir in dem Fall die Komplettlösung besorgen.

  6. Anaphyis sagt:

    Das Schalterrätsel ist doch leicht, die Melodie hört man doch zigmal in der Höhle.Ich mag diese Mysträtsel auch nicht aber die klassischen MacGuyver-Adventurerätsel (kombiniere Streichholz mit Kaugummi für Atom-U-Boot) sind nicht viel besser.

  7. Shoba sagt:

    Blerg. Ich hab mich auf das Spiel wirklich gefreut als alter Adventure und Perry Rhodan Fan. Gut, das ich meine alten Monkey Island und Indiana Jones IV CD’s gut behütet habe. Ich versteh einfach nicht, warum man ein Spiel, das nur aus Schalter Rätsel und Logik Einlagen als Adventure verkauft. Myst ist in meinen Augen nicht wirklich ein Aventure. Monkey Island 1 und 2, Zak McKracken, Indiana Jones Iv … DAS waren ein Adventure. Space Quest 1,2 … und der 5te Teil… die haben gerockt. Und Quest for Glory IV ist sowieso permanent auf meiner Festplatte vertreten. Und eigentlich mag ich diese MacGyver Rätsel :3.

  8. Harzzach sagt:

    Ich versteh einfach nicht, warum man ein Spiel, das nur aus Schalter Rätsel und Logik Einlagen als Adventure verkauft. Myst ist in meinen Augen nicht wirklich ein Aventure.Myst wurde als „Adventure“ verkauft, weil damals Adventure ein beliebtes und umsatzträchtiges Genre waren. Myst und Konsorten sind jedoch kein Adventure, sondern nichts weiter als multimedial aufgemotzte Kreuzworträtsel. Jetzt nichts gegen Kreuzworträtsel oder Leute, die gerne Kopfnüße knacken. Wem’s Spass macht, der soll Spass damit haben. Aber diese Art Gameplay und diese Rätsel haben NICHTS mit dem Genre „Adventure“ zu tun. The 7th Guest ist kein Adventure. Myst ist kein Adventure“. Wie auch ein Puzzle Quest kein Rollenspiel ist.Doch blöderweise meinen manche Gamedesigner mir seit Myst derartiges Gameplay und Memory-Spielchen als Adventure verkaufen zu wollen. Nicht ohne Grund betrachten manche Leute Myst als den wahren Grund für den Untergang eines einst blühenden Genres. Weil die Leute keine Lust mehr auf Mogelpackungen hatten, auf denen aussen groß „ADVENTURE“ stand und die innen aber aus nichts als „Kreuzworträtsel“ bestanden.

  9. mr archer sagt:

    mensch, hier schlagen ja die emotionalen wogen ganz sch�n hoch! Ich hab gerade mal an meine eigene Myst-erfahrung zur�ck gedacht: der erste Teil hat mich damals atmosph�risch v�llig umgehauen, au�erdem war die pr�sentation von logik-r�tseln in dieser form damals meines erachtens nach wirklich was neues. „Riven“ hab ich dann nach zwei anl�ufen genervt zur seite gelegt – war mir zu gro� und viel zu un�bersichtlich. Das spiel hat mich damals regelrecht gefrustet – logik-schalterr�tsel sind ja ganz sch�n, aber nicht, wenn sie sich �ber die halbe spielmap erstrecken und ich bei meinen handlungen keine direkte r�ckmeldung �ber die reaktion irgendwo in der welt erhalte. darum war „exile“ auch so sch�n, da waren die dinge �berschaubar auf einer kleinen welt konzentriert, handlungen zogen klare und analysierbare folgen nach sich und ich w�rde darum teil drei von der spielzug�ngigkeit her zum besten der serie erkl�ren. hier macht das l�sen der Serien-typischen Logikr�tsel wirklich Spass. Aber ist nat�rlich Geschmacksache. Als Fazit w�rde ich also sagen, das adventure aus meiner sicht durchaus zur g�nze aus logikr�tseln bestehen k�nnen – allerdings ist dann die r�ckkopplung zum spieler enorm wichtig. �berhaupt ist „Handlungsfeedback“ glaube ich die Schl�sselkomponente f�r die G�te eines Adventures (und weniger der Lucas-Humor, auch wenn ich den nat�rlich auch sehr sch�tze). Darum habe ich mich unl�ngst auch so �ber Scratches aufgeregt, da steht man n�mlich das ganze Mistspiel �ber v�llig uninformiert im Regen herum – und da helfen dann auch die sch�nen Gruselmomente einen Dreck! AUFREG! ZETER!

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