Non-Gaming Interludium XVII – The Sarah Connor Chronicles

Trotz der unglaublichen Entwicklung, welche die Filmtechnik und Computertechnik in den letzten 10-15 Jahren genommen hat, trotz all des Fortschritts in der digitalen Bildbearbeitung und der Erzeugung photorealistischer Effekte, trotz verschiedener Visionen verschiedener Filmemacher künftig auf Menschen als Schauspieler zu verzichten … das Wohl und Wehe, der Erfolg und der Mißerfolg eines Filmes oder einer Serie hängt auch heute noch in großem Maße vom richtigen Casting, von der passenden Besetzung ab.

Wie man sowas im SF/F-Bereich richtig macht, haben diverse Star Trek-Serien oder Buffy oder aktuell Battlestar Galactica bewiesen. Da können Scripte, Drehbücher und Produktionsaufwand noch so toll sein, ohne die entsprechenden Schauspieler hätte das niemals funktioniert. Gerade „Buffy“ zeigt dies deutlich. Ganz ehrlich, nur alleine von der Inhaltsbeschreibung hätte ich mich schreiend abgewandt und das Weite gesucht. Vampire jagen in einem typisch auf jugendlich getrimmten „Beverly Hills 90210„-Umfeld. Hört sich ja sowas von spannend an, nicht wahr? Dann habe ich jedoch den Fehler begangen und eine Folge gesehen. Sold for a lifetime! Weil nahezu alle Darsteller in ihre Rollen „gepasst“ haben. Weil sie im Rahmen der Serie überzeugend gespielt und die Serie mit Leben erfüllt haben.

Wie man sowas im SF/F-Bereich NICHT richtig macht, kann man derzeit am neuesten TV-Hype aus den Staaten sehen. „Terminator – The Sarah Connor Chronicles„.

Geht man nur von Drehbuch, Story und Produktionswerten aus, so haben die Macher hier ihre Hausaufgaben gemacht. Man hat sich Mühe gegeben und die Story logisch und überzeugend an die ersten beiden Terminator-Filme anknüpfen lassen. Man hat im Pilot auch einige Lacher und Gags bezüglich des dritten Terminator-Filmes eingebaut. Die Produktionswerte sind solide, die Effekte ordentlich und das Finale der Pilot-Episode hat schon etwas von Featurefilm. Auch die weitere Handlung (nach fünf Episoden) scheint sich Mühe zu geben, das Thema einigermaßen logisch und im Rahmen des Terminator-Universums überzeugend zu präsentieren. Soweit, so wirklich überraschend gut!

Ok, zugegeben, Präferenzen bei Schauspielern sind Geschmackssache. DER Hauptgrund, warum ich nach x Jahren StarGate-Fanexistenz selbige an den Nagel gehängt habe, war der Ersatz für Richard Dean Anderson, als dieser sich aus der Serie als Schauspieler zurückzog. Ich konnte diese untalentierte Fresse schon bei Farscape nicht ausstehen. Man kann daher über die schaupielerischen Leistungen in „Terminator – TSCC“ geteilter Meinung sein. Ich finde sie jetzt nicht gerade schlecht. Ich halte nur fast jede Rolle für vollkommen fehlbesetzt! 🙂

Eine Lena Headey ist KEINE Linda Hamilton, die vor allem in T2 so überzeugend die vollkommen durchgeknallte, ultra-toughe Mutter der letzten Hoffnung der Menschheit spielt, die fast an ihrer Verantwortung und Aufgabe zerbricht. Lena Headey hingegen … ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht.

Thomas Dekker, der John Connor spielt, zeigt auch keine sonderlich beeindruckende Performance, bzw. zeigt nichts, was auch nur einen Hauch von Interesse an diesem Charakter erzeugen könnte. Dies kann am Drehbuch liegen, dies kann auch am Schauspieler liegen. Bestenfalls ein dezent gelangweiltes „Mehhh!“ von mir.

Und zu Summer Glau in der Rolle als „guter“ Terminator sage ich lieber gar nichts. Ja, die Transformation eines „Starbuck“ von männlich zu weiblicher Person hat wunderbar funktioniert. Kein Thema. Doch zum einen, Katee Sackhoff ist nunmal kein blasses Zuckerpüppchen und zum zweiten, wenn man schon eine Maschine in Menschengestalt darstellen will, warum nimmt man dann so ein langweiliges (!) Zuckerpüppchengesicht? Nichts gegen die gute Dame persönlich, aber in dieser Rolle ist sie so eine krasse Fehlbesetzung, dass sich mir regelmäßig die Fußnägel aufrollen, wenn der Charakter entweder den Mund aufmacht oder in schlecht geschnittenen Action-Sequenzen mit Stuntwomen einmontiert wird.

Zwar schade, aber es gibt soviel gute TV-Unterhaltung zu sehen, dass ich mir das nicht länger antun muss. Hasta la vista, Serie!


Jetzt schau nicht so zerknirscht aus der Wäsche. Ist doch für Dich normal, dass Menschen nix taugen, oder?

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10 Kommentare zu “Non-Gaming Interludium XVII – The Sarah Connor Chronicles

  1. jge sagt:

    Kenn die Sarah Connor Chronicles nicht, das einleitend.Ich vermute mal, dass die Summer Glau genommen haben wegen ihrer ähnlichen Rolle in Serenity / Firefly, wo sie die sensible (nicht zu sagen: gepeinigte) Kampfmaschine spielt. Ich fand, da passt sie hin.

  2. Harzzach sagt:

    Serenity/Firefly kenne ich (immer noch) nicht, danke für den Hinweis.

  3. Svennö sagt:

    Kann dir empfehlen, mal „Chuck“ zu gucken. Allein schon von der Rollenbesetzung echt geil. Action UND wirklich lustig! Leider dank des Streiks nur 11 Folgen zur Zeit, ab Herbst gehts erst weiter (ebenso leider Heroes :-(Schaue gerade wieder Buffy Season 5 auf DVD…und muss nochmal kundtun, wie supergeil die 4. Staffel von Angel eigentlich war!

  4. Shoba sagt:

    Du kennst Firefly immer noch nicht? Ich geb dir einen gut gemeinten Rat, das musst du unbedingt nachholen. Schon alleine, weil die Serie genau wie Buffy und Angel aus der Hand von Joss Whedon kommt. Gibt zwar nur 15 Episoden, aber die sind dafür das Beste SciFi Entertainment der letzten Jahre.

  5. jge sagt:

    @shobaMuss widersprechen. BG ist für mich besser. Firefly ist sehr episodisch, und in den 15 vorhandenen Episonden entwickelt sich die Hauptstory nicht so richtig weiter. Der Film, der das alles zu Ende erzählen muss, bringt dann ein bisschen viel Story auf einmal. Bin mir sicher, die Serie hätte in weiteren Staffeln noch zugelegt.Die Rollen sind allerdings gut besetzt, und die Serie ist sehr trocken humorig. Effekte sind exzellent. Und im Unterschied zu BG, wo ich die deutsche Synchronisation nicht so toll finde, gefallen mir auch die Synchronsprecher hier.

  6. Christian sagt:

    OMGSarah Conor Chronicles als Serie kommen würden habe ich ja schon mitbekommen, aber ich konnte mich schon vorher nicht wirklich für diese Idee erwärmen. Für mich ist das eher das Zeichen dafür, das den TV Machern nix mehr einfällt.Ohne Linda sind die Vorzeichen einfach zu schlecht.Dein Ab(Ver)riss scheint das für mich zu bestätigen.Zu Summer Glau und Firefly…“Western and SciFi don’t mix“ jedenfalls für mich. Eine Ballett-tänzerin als Kampsportlerin / Kampfmaschine auszugeben scheint zwar vielleicht eine gute Idee zu sein, wenn man an chinesisches Ballett denkt, aber für mich siehts nicht wie ein richtiger „Fight“ aus. Und dann „Revolver“ als Waffen! Schwürg. Nix gegen Projektilwaffen, wie BSG zeigt, kann sowas funktionieren. Aber wer Raumschiffe bauen kann, der kann auch Projektilwaffen mit mehr als 6 Schuss bauen.Schon witzig:Für die einen bestes SF seit Jahren, für die anderen (zB mich) totaler Quatsch.OK, Jewel State hats zu Stargate Atlantis geschafft und *die* finde ich toll.

  7. Timberfox13 sagt:

    Irgendwie kann ich „realen“ Serien-Verwurstungen nich so viel abgewinnen, auch Heroes und BG gehen recht emotionslos an mir vorbei.Buffy und Angel gleich recht ^^Ich bleib da lieber bei meinen Anime-Serien a’la Hellsing, Cowboy Bebop und Konsorten.Mit den Settings/Storys dieser wahnsinnigen Asiaten konnte Hollywood noch nie mithalten.Und mal ganz ehrlich: Wer hätte wirklich geglaubt dass eine Terminator-Serie ernsthaft mit Story-Bombast und interessanten Schauspielern punkten könnte.P.S. Hab mich wien kleines Kind gefreut als neulich wieder mal Chihiro in der Glotze lief…na toll… jetzt hats mich erwischt… ich merk grad wie ich in Gedanken schonwieder meine Schränke durchsuch um mir zum Xmilionsten mal Akira zu geben… feini ^^

  8. jupp sagt:

    Ähm…*Hust*…Richard Dean Anderson bitte. 😉 Kannst doch nit einfach MacGyver nen annern Vornamen verpassen.

  9. Harzzach sagt:

    Peinsam … *hust* Danke! 🙂

  10. Garrett sagt:

    Firefly ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hat Ecken und Kanten, ist alles andere als perfekt, manche Episoden sind unausgegoren. Aber: die Chemie an Bord stimmt, die Charaktere sind gut besetzt. Daumen hoch!

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