Indie-Gaming: Eschalon

Gerne führe ich hier große Reden, dass es heute nur noch Schrott auf dem Markt gibt, früher alles besser war und ich künftig nur noch Geld für knuffige Konsolenspiele à la Zelda, Puzzle Quest oder Final Fantasy ausgeben werde.

*blafasel, schwadronier, aufreg*

Ohne Scheiss, ganz ehrlich … das ist auch (fast) so! Aber für jede Regel, für jeden Grundsatz gibt es eine Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Eine dieser Ausnahmen flatterte mir in Form von „Eschalon – Book One“ auf den Rechner.

Ein OldSchool-RPG. Reines Singleplayer-Spiel. Isometrische Graphik-Engine. So mit Maus bedienbar und so. Rundenbasierter Kampf. Optisch unspektakulär. Spielerisch auch nicht viel neues, da man sich großzügig vor allem bei Ultima bedient. Aaaaaaber …

Es spielt sich wunderwunderschön simpel, einfach und eingängig. Hier wurde nicht ums Verrecken dem Spieler etwas Neues aufgedrängt, nur damit man etwas Eigenständiges hat (wie zB. bei dem ambitionierten, aber IMHO gescheiterten Indie-Projekt SunAge), sondern der Spieler bekommt ein sauberes, aufgeräumtes und poliertes Interface. Alles ist selbsterklärend, alles läuft rund und ohne Haken und Öhsen. Besonders gelungen sind der Soundtrack und allgemein die Soundkulisse. Kristallklarer Klang, prägnante Sounds und schöne Melodien. Spielerisch ist das, wie bereits gesagt, nichts neues. Wer die Ultima-Serie oder Might&Magic kennt, der weiß sofort, wo hier die spielerischen Wurzeln liegen. Eschalon erfindet das Rad nicht neu, gestaltet aber Altbekanntes liebevoll, reizvoll und präsentiert dies einfach handwerklich sauber und ordentlich.


Dafür, dass hier im Grunde nur eine Handvoll Leute am Werkeln waren, wirkt das Spiel rundherum fertig und solide. Es hat eben doch so seine Vorteile, wenn man innerhalb seiner Möglichkeiten bleibt, nicht zuviel möchte, dann aber das Bestehende richtig und konsequent gestaltet. Alles aus einem Guß!

Danke, Basilisk Games, danke! Vielen, vielen Dank! Ich sitze hier gerade vor der neuen, erweiterten Demo und bekomme vor Rührung fast feuchte Augen, weil dieses Spiel so angenehm zu spielen ist, ohne dennoch flach oder zu sehr „casual“ zu wirken. „Eschalon“ bietet das, was ich an vielen aktuellen Mainstream-Spielen so vermisse … einfacher, unaufgeregter Spielspass!

Zugegeben, hier spricht natürlich der alte Sack aus mir, weil „Eschalon“ so herrlich oldschool-mäßig daherkommt. Jemand, der unter „Computer-Rollenspiel“ nur Gothic oder gar WoW versteht, wird natürlich dezent gähnend, den Opa im Sessel vor dem Kamin vor sich hin mümmeln lassen. Ich werfe das auch niemand vor. Jedem das seine! Ich erlaube mir daher, „Eschalon“ aus vollstem Oldtimer-Herzen für großartig zu befinden!

Und noch besser finde ich den Umstand, dass man nicht nur mit Kreditkarte, sondern als typischer Vertreter aus deutschen Landen Alternativen zum üblichen Kreditkartenkauf hat. Hmmm, umgerechnet 19 Euro für die Download-Version? Einfach per Paypal? Ja, NATÜRLICH gibt es die Vollversion schon im Netz, gar keine Frage. Aber wer so schöne Spiele herstellt, sie für einen günstigen Preis anbietet UND scheinbar keinerlei Copy Protection oder einen sonstwie gearteten Schutz verwendet, hey, da gibt es keine Ausreden mehr …

Ich denke, ich beende nachher den Bestellvorgang. Ja, ich denke, das sollte ich wirklich tun.

Besonders schön: Track 9

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3 Kommentare zu “Indie-Gaming: Eschalon

  1. Harzzach sagt:

    Muss ich jetzt nicht verstehen, oder?

  2. Thomas sagt:

    Den Spruch „Jedem das Seine“ (oder eher die lateinische Originalversion „Suum cuique“) gab es schon lange vor der Zeit, von der du, lieber Malle, da offenbar sprichst und es wird ihn auch noch nalnge danach geben, ohne dass damit irgendeine politische Gesinnung einhergehen muss. Allein die Andeutung auf die politische Gesinnung des Gastgebers hier finde ich schon etwas mehr als nur daneben. Das hier ist ein Blog über Computerspiele! Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  3. Karl sagt:

    Die Demo sollte man bei PixelRage runterladen. FileFront und GamerHell sind höllisch lahm. So, download beendet. Bin mal gespannt.

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