Unter dem Radar – Novasphere 13

Es gibt so Spiele, die kommen klammheimlich über die Hügel geflogen, ohne dass die Frühwarnung sie auf dem Radar hat, ohne dass sie jemand bemerkt. Entweder, weil sie von größeren Echos überdeckt werden oder weil sie sowenig Ecken und Kanten haben, dass sie kein eigenes Echo abgeben und daher (so nicht unbedingt vom Erschaffer gewollt) über uns hinwegziehen, ohne dass wir Notiz von ihnen nehmen.

Hin und wieder stoßen wir jedoch auf seltsame Wrackteile, wenn wir Sonntags einen Spaziergang im Wald machen oder der Hund beim Gassigehen plötzlich mit einem verknautschten Stück Plastik im Maul ankommt. Dann halten wir kurz inne, befragen den Erkennungsdienst für USOs (Unbekannte Spielobjekte) und bekommen angesichts der Spieleflut, die jeden Tag unbemerkt und (vor allem) ungespielt an uns vorbeidonnert, einen leicht melancholischen Anflug. Soviel zu spielen, so wenig Zeit, so unendlich das Universum, so winzig unsere Aufmerksamkeitsspanne.

Manchmal jedoch, manchmal finden wir nicht nur Trümmer, sondern wir finden seltsame Artefakte, die scheinbar immer noch funktionstüchtig sind. Voller Neugier befummeln wir die glänzenden Oberflächen des Objektes, drücken auf Erhebungen herum, stecken unsere Finger in seltsame Vertiefungen … bis es uns gelingt das Objekt in Betrieb zu nehmen. Oder wir denken, dass wir es in Betrieb genommen haben, weil wir uns nicht sicher sind, was „es“ eigentlich tut und macht. In der Regel erlischt die Faszination nach nur wenigen Minuten, da ausser bunten Lichtern und piepsigen Tönen nichts weiter fabriziert wird. Doch kann es auch passieren, dass wir plötzlich gebannt vor diesem Objekt sitzen und froh sind, zumindest diesen kleinen Teil des Universums vor dem Vergessen bewahrt zu haben.

Eines dieser Artefakte ist „Novasphere 13„. Oder „Space Hack“. Oder „Maximus XV Abraham Strong: Space Mercenary“. Je nachdem, in welchem Land das Teil gefunden wurde.

Ein simples Action-Arcade-Spielchen mit starken Anleihen bei Diablo, welches eines Tages, einfach so, aus heiterem Himmel, einer eBay-Lieferung zusätzlich beilag. Huch? Dassein?

Nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, keine Genre-Revolution, vollkommen hype-frei, alles andere als perfekt … aber nett genug für den kleinen Hack ’n Slash-Hunger für Zwischendurch, ohne dass man vor Ärger grün und blau anlaufen muss.


Und keine Orks und Elfen. Nein, so richtig mit Aliens und Strahlenwaffen!

Novasphere 13, erm, Space Hack, nein … Maximus XV Abraham Strong: Space Mercenary!!!!

*harharharhar*

(Der Preis für den mit Abstand dämlichsten Spiele-Titel geht heute definitiv nach England. Die spinnen, die Briten! 🙂 )

Erneut und nochmals: Nett! Ein simples, nettes, vergnügliches Spiel.


PS: Der Nachfolger „The Chosen“ ist ähnlich simpel und einfach. Nur zu empfehlen!

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6 Kommentare zu “Unter dem Radar – Novasphere 13

  1. milhouse sagt:

    Geil! Eigentlich hatte ich nach dem fünfunddrölfzigsten DX10-Posting (irgendwann ist die Message angekommen) überlegt, dein Blog aus dem Feedreader rauszuschmeißen, aber für sowas hier liebe ich es nunmal.Das hier ist schon so bitterdreist geklaut, dass es gar nicht schlecht sein kann (was soll da noch schieflaufen?). Wird umgehend ausgecheckt, herzlichen Dank!

  2. Harzzach sagt:

    Gut geklaut ist allemal besser als schlecht neu erfunden!Und Postings zu DX9.5 sind mir ein innerer Drang, verzeih bitte!

  3. Gonz sagt:

    Jaha wo der harzzach immer die geilen Spieletips herzaubert! Werd mal ne Demo vom „Chosen“ ziehn.

  4. Garrett sagt:

    Wunderbarer Eintrag, sowas geht zu Herzen!Best Spieleblog ever!

  5. Anonymous sagt:

    Moin, mal was von Gene Troopers gehoert? Vor ca. Eineinhalb Jahren stand ich im Saturn mal wieder vor dem ewig langen Regal mit neuen Computerspielen und wunderte mich, dass ich dort so viele. Namen las, von denen ich, egal wo auch immer, nie etwas gehoert hatte. Nicht mal in den bekannten Werbezeitschriften, die sich unabhaengige Spielmagazine nennen. Nun ja, es war wohl einer dieser Tage, an denen ich etwas Geld uebrig hatte und ausserdem experimentelle Risikolust verspuerte (wenn es das Wort ueberhaupt gibt). Ich griff also zu und kaufte mir fuer knapp 20 Eur das besagte Spiel, nur weil mir die kleinen Bilder auf der Rueckseite gefielen.Das war am Freitag. Am Sonntagabend hatte ich es durch und traf nach vielen Stunden wieder in meiner Realitaet ein. Das Spiel hatte mich Dank der schoenen Grafik, den phantastischen Umgebungen und der mitreisenden Musik weit fort gebeamt. Hin und wieder kam ich wieder zu mir und dachte Wau!Ich frage mich, wieviel Perlen unter den Computerspielen noch auf ihre Entdeckung warten? Weil es aber auch viel Schund gibt, ist es doch ein finanzielles Risiko blindlings zu kaufen. Aber sich nur auf die auf Papier gedruckte Werbezeitschriften verlassen taugt auch nichts. Aber es gibt tatsaechlich eine gute Informationsquelle: yiya.de

  6. […] Unter dem Radar – Novasphere 13 […]

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