Sandkasten-Spielchen

Eigentlich kann ich mit den „offenen“ Spielwelten wie in der Elder Scrolls-Serie, STALKER und Konsorten nicht viel anfangen. Zu wenig roter Faden, zuviel Belanglosigkeit, zu wenig Atmosphäre.

Eigentlich …

Lust auf einen Arcade-Racer bekommen habend. Im Regal NfS Underground 2 entdeckend. Welches ich aus lauter Frust über den ersten Teil nie so richtig angeschaut hatte. Hmm, so für zwei, drei schnelle Runden kann man das schon mal installieren …

Jetzt sitze ich hier also und ertappe mich dabei, wie ich beginne mir beim Cruisen durch die Strassen von Bayview eine Geschichte auszudenken. Wer ich dort bin, warum ich dort durch die Gegend fahre. Ich platziere Personen in Häuser, verknüpfe diese Personen untereinander, spinne Handlungsfäden … und ignoriere dabei komplett und vollständig die eigentliche Hintergrundgeschichte, die sowieso nur eine sehr dünne Tünche über dem Gameplay bildet.

Es ist nichts weltbewegendes. Im Grunde nur ein „The Fast and the Furious“ für Leute über 30. Und ohne (!) Vin Diesel 🙂

Hilfreich ist dabei der Umstand, dass NfS Underground 2 nicht nervt. Kein bisschen. Denn es gibt keine Gummi-KI, die in der letzten Runde wunderwirksam plötzlich mit ca. 500 km/h zu mir aufschliesst und kurz vor der Ziellinie überholen möchte. Ich werde nicht dazu gezwungen Adrenalin auszuschütten. Ich kann selber Adrenalin ausschütten, wenn ich das möchte. Oder auch nicht. Ich kann aus drei deutlich unterscheidbaren Schwierigkeitsgraden wählen. Jederzeit, mitten im Spiel, nach Lust und Laune. Und ich kann bestimmte Rennmodi ignorieren, wenn mir diese nicht liegen. Ich kann keine Drag-Rennen fahren. Zu doof dafür. Aber ich bin der weltbeste Drifter von Gottes Gnaden. Ich darf diese #%§@-Drag-Rennen also komplett links liegen lassen und kann trotzdem im Spiel voranschreiten.

Nach NfS Porsche halte ich Underground 2 für den mit Abstand besten Teil der Serie. Wenn schon Arcade-Racer, dann so! Die offene Rennstruktur. Die Stadt zum Cruisen und Herumfahren. Zum Entdecken und Boni sammeln. Das nach eigenem Gusto einstellbare Gameplay. Nichts nervt, nichts ärgert. Alles ist wohl und gut.

Und deswegen fängt mein Verstand auch das Wandern an. Beginnt Bayview mit Leben zu füllen. Taiwanesische Groß-Industrielle und ihre wunderschönen, aber brandgefährlichen Konkubinen. Dumpfe Schläger und mafiöse Strukturen. Sensationslüsterne Reporter. Käufliche und verräterische „Freunde“. Und natürlich mitten drin mein Alter Ego, dass sich mit knapper Not in diesem Tohuwabohu durchschlägt. Philip Marlowe meets The Fast and the Furious meets Ang Lee.

Vielleicht habe ich doch nichts grundsätzlich gegen Sandbox-Spiele. Vielleicht sind bislang einfach nicht die richtigen Schalter in meinem Verstand ausgelöst worden …

Doch keine Zeit jetzt! Beacon Hill, der Vorort für die Schönen und Reichen der Stadt steht nun offen. Meine erste fatale Begegnung mit An Mei und ihrem pfeilschnellen Hyundai Biturbo steht bevor … hrhr!

Und je schöner die Frauen im Laufe meiner Story, um so häßlicher werden die Autos im Laufe des Spieles. Aber man kann nicht alles haben …

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

2 Kommentare zu “Sandkasten-Spielchen

  1. Vin aka stefan sagt:

    HEY!ohne mich wäre der film ein flop geworden oder hat sich noch irgendjemand den 2. teil angesehen?!

  2. Harzzach sagt:

    Ich muß gestehen, ich habe nicht einmal den ersten Teil so richtig gesehen. Es gab irgendwann ein Youtube-Video, in dem jemand alle Rennszenen zusammengeschnitten hatte. Fand ich gut. Musste ich schon nicht den banalen Rest ertragen :)Und soooo schlimm finde ich Vin dann auch nicht. Er sollte einfach nur weiterhin Riddick-Filme drehen und mit dem einem, ihm zur Verfügung stehenden Gesichtsausdruck, den toughen Macker geben. Ich würde mir aber wünschen, ihn öfters zu „hören“. Sei es in Spielen oder Zeichentrickfilmen, denn seine Stimme ist schon sehr markant.

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