Der deutsche Entwickler als solcher

Gestern abend ist mir beim Lesen der diversen Berichte über die Quo Vadis ein wenig der Kragen geplatzt. Und im Zuge meines Zornes habe ich grob verallgemeinert und alle deutschen Spiele-Entwickler in einen Topf geworfen und ein vernichtendes Urteil über sie gesprochen.

Alle Entwickler?

Nein, nicht alle Entwickler! Denn in einem kleinen Ort im kleinen Hessen stemmt sich ein kleines Studio gegen die Regel, welches sie als rühmliche Ausnahme leider bestätigen. Die Rede ist von Deck13 aus Frankfurt am Main!

Deck13, die mit den beiden Ankh-Spielen gezeigt haben, wie man mit relativ kleinem Budget und unter Nutzung von OpenSource-Software technisch konkurrenzfähige Spiele erstellt. Und noch viel erstaunlicher ist eigentlich der Umstand, dass ich vor allem beim ersten Teil immer wieder vor Lachen fast unter den Tisch gefallen bin. Weil das Spiel so spassig ist. Weil die Dialoge fast schon Screwball-Comedy-Charakter haben. Ganz grandios sind da IMHO die Dialoge zwischem dem Sklaven und dem Sklavenhändler, denen man so en passant lauschen darf. Ich kann dazu nur eines sagen: COMEDY GOLD!

Auch der Rest des Spieles, das Spiel als solches ist tadellose, leicht präsentierte, locker-flockige Adventure-Kost. Bei Deck13 hat man scheinbar Gottfried Kellers „Der Grüne Heinrich“ gelesen und sich das Werk zu Herzen genommen. Sie haben nämlich genau das getan, was ich dem Rest der drögen Szene empfehlen möchte. Sie haben sich ganz genau angeschaut, wie es die großen Vorbilder des Adventure-Genres, LucasArts und Sierra, gemacht haben und es dann einfach nachgemacht. Das Ergebnis ist eines der schönsten Spiele der letzten Jahre aus deutschen Landen. Ein Spiel, dem man überhaupt nicht ansieht, dass es aus Deutschland kommt. Weil es so universell ist. Weil damit auch Jeremy aus Seattle oder Claire aus Reims ihren Spass haben können und nicht nur Harzzach aus dem sonnigen Baden 😉

Es geht also wunderbar, wenn man in den Köpfen der hiesigen Entwickler endlich damit beginnt, diverse Spinnweben im Kopf zu entfernen …


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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

2 Kommentare zu “Der deutsche Entwickler als solcher

  1. stefan sagt:

    war ankh denn ein kommerzieller erfolg?weil es so schnell budget wurde..die dialoge zwischen händler und sklave waren echt top!

  2. Harzzach sagt:

    Angeblich lief das ganz gut. Gab ja auch nachträglich eine spezielle Luxus-Ausgabe des ersten Teils und eben den zweiten Teil.

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