Kane lives in death!

So, die Herrschaften …

Die Demo rauf und runter genudelt, Tutorial gespielt, die erste GDI-Mission gespielt, nette Videos geschaut, Skirmish-Modus auf zwei Schwierigkeitsgraden gespielt, Multiplayer mangels Interesse aussen vor gelassen, bzw. gar nicht erst geschaut, ob das in der Demo verfügbar ist.

Nun ganz ruhig vor der Tastatur sitzend, Gedanken sammelnd, im Geiste Vergleiche mit anderen aktuellen Genrekollegen anstellend, den inneren C&C-Fan nach Meinung befragend, Feature-Checkliste abhakend, erste Eindrücke nüchtern niederschreibend … erste Eindrücke komplett in die Tonne tretend, wieder ganz von vorne anfangend mit der allerersten Emotion, die sich beim Spielen der Demo in den Vordergrund drängte:

YESSSSSSSSSSSSSSSSSSS! STRIKE!!

So und nicht anders muss ein C&C-Spiel sein. Bunt, laut, krachig! Videos mit dem Charme eines nerdigen B-Movies, in denen echte *kicher* Schauspieler (u.a. Michael Ironside oder Grace Park von Battlestar Galactica) gar nicht erst vorgeben ernsthafter Schauspielarbeit nachzugehen. Und Kane lebt tatsächlich, da Joseph Kucan’s Alter Ego wieder süffisant lächelnd den Untergang der Welt verkünden darf! You can’t kill the messiah!

Das Interface entspricht im Großen und Ganzen den altbekannten Gepflogenheiten der C&C-Serie, erweitert durch Elemente aus C&C Generals und Alarmstufe Rot 2, wobei manches Detail unnötig kompliziert gestaltet wurde. So werden Basen nicht einfach per Klick auf das stillstehende MCV errichtet, sondern per Klick auf ein eigenes Icon in der rechten Menüleiste. Aber das sind nur kleinere Details, die mir so auf die Schnelle aufgefallen sind. Die Einheitenvielfalt enstpricht der des Tiberian Sun-Addons „Firestorm“, so dass hier eine schöne Kontinuität gewahrt bleibt. Ganz neue spielbare Einheiten oder neue Superwaffen sind der Demo nicht zu entnehmen, obwohl NOD jetzt plötzlich mobile Laserkanonen zu haben scheint. In der ersten GDI-Mission darf man aber schonmal (höchst eindruckvoll in Szene gesetzt) eine NOD-Basis mit der Ionenkanone dem Erdboden gleichmachen.

Optisch ist das Spiel ohne Fehl und Tadel. Prächtig aufpoliert und perfekt präsentiert (eine Disziplin, in der EA nahezu ungeschlagen ist) muss C&C3 keinen Vergleich zum derzeit hochgejubelten Genre-Liebling Supreme Commander fürchten. Ganz im Gegenteil! Während ich SC în kleinerer Auflösung nur mit mittleren Details betreiben konnte und dennoch ständige Ruckler und Hänger hinnehmen musste, so flutscht C&C3 bei vollen Details und hoher Auflösung einfach nur so über den Bildschirm. Mag wohl daran liegen, dass man keine neue Engine verwendet hat, die erst langwierig optimiert werden muss. So wie es aussieht, wurde „nur“ das Grundgerüst von Generals mit den neuesten Effekten aufgemotzt. Mir soll’s recht sein, da das Ergebnis absolut phantastisch aussieht, ohne dass ich insgeheim auf neue Hardware sparen müsste.

Vom Gameplay darf man allerdings keine sonderlichen Ansprüche erwarten. Die C&C-Reihe war schon immer dafür bekannt, dass mehr Wert auf Präsentation und schnelles, arcadelastiges Gameplay gelegt wird, als auf strategischen oder taktischen Anspruch. Basis aufziehen, Verteidigung ausbauen, Einheiten rausklotzen, Gegner platt machen! Die KI agiert dabei recht abwechslungsreich und fordernd, da sie schon auf Schwierigkeitsstufe „Easy“ zielgenau jeden Schwachpunkt der eigenen Verteidigung aufspürt, aber zumindest auf diesem Level dem Spieler noch Gelegenheit gibt Fehler auszubessern bzw. in der Regel nur mit wenigen, leichten Truppen angreift. „Normal“ verlangt dem Spieler zumindest etwas RTS-Erfahrung ab, während ab „Hard“ jeder Fehler auch gleichzeitig der letzte ist.

Ist die Demo nun gut? Wird C&C3 der Renner werden?

Eigentlich sehr einfach zu beantworten:
Wer bislang mit Command & Conquer nichts anzufangen wusste, der wird am neuesten Spross der Serie auch weiterhin keine Freude haben. Wer jedoch an einem schnellen, unkomplizierten, durch keine großartigen Schnörkel verwässerten RTS-Gameplay Gefallen findet, der kann unbesorgt zugreifen. Wer nicht mehr von einem RTS-Spiel erwartet und speziell bei einem Spiel aus der C&C-Serie auch nur das besondere Flair erhofft, der bekommt exakt und genau das geboten. C&C3 ist keine Mogelpackung, es ist ein ehrliches Spiel.

Und wer zu Hause im Keller seit Jahren heimlich vor einem NOD-Altar betet, der hat sowieso keine andere Wahl.

Zwar möchte ich das fertige Spiel noch abwarten (schon zu oft bestand ein zT. drastischer, schlechterer Unterschied zwischen Demo und Retail, ich erinnere mich nur ungern an Spellforce), aber ausgehend von der Demo will ich an dieser Stelle einen Kommentar aus dem C&C3-Demothread bei Bluesnews.com zitieren:

The game mechanics may not have changed much, but there’s still something VERY satisfying about taking 5 fully upgraded Mammoth Tanks right through the enemy base.

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

8 Kommentare zu “Kane lives in death!

  1. Frank sagt:

    Ich hatte bisher leider nicht die Zeit mir die Demo zu ziehen (Karriere und so :)), aber danke für diesen ehrlichen Bericht! Seit fast 8 Jahren kann man nun endlich behaupten: Kane is still alive!!

  2. Frank sagt:

    Das sollte übrigens „Nach fast 8 Jahren…“ heissen -.-

  3. Harzzach sagt:

    Wie gesagt, die Demo rockt! Ob dieses „Spassniveau“ auch für das fertige Spiel zutrifft, muss sich erst noch zeigen … daher: Fortsetzung folgt! 😉

  4. thomas sagt:

    Ja absolut, Demo rockt und Game wird auch der Hammer. Wir alten Säcke brauchen ja auch etwas worauf man sich noch freuen kann. Viel mehr anderes gibts ja auch nicht mehr, seit Battle Isle 2.

  5. Harzzach sagt:

    Hmm … hat der Erfolg von C&C nicht Battle Isle 3 und das Turnbased-Genre grundsätzlich gekillt? 🙂

  6. Pit sagt:

    Toller Bericht. Ich bin auch so ein „alter Sack“. Habe nächtelang mit den Spielen der ersten Serie von c&c verbracht. Bin dann begeistert auf „Total Annihilation“ umgestiegen und letztendlich über „act of war“ bei generals/zero hour hängen geblieben. Was ich auch nach einigen Jahren heute immer noch gerne online zocke. Ich frage mich manchmal, wieso setzt EA nicht die ersten Teile von c&c, sowie Alarmstufe Rot und Yuris Rache mit einer modernen Grafik um. Würde bestimmt der Renner werden …

  7. frankophobia sagt:

    c&c1 mit aktueller Grafik? Nein danke! Ich denke das würde alle schönen Erinnerungen zu Nichte machen.Hab mitlerweile übrigens auch mal die Demo gezockt und bin hell auf begeistert; vor allem von der Ion-Cannon… Wenn man das mal mit dem Effekt vom ersten Teil vergleicht :)Das Einzige was mir sauer aufgestoßen ist, ist die Rechts-Klick-Steuerung. c&c hatte die Befehlsausgabe immer schon auf die linke Maustaste gelegt. Trotz aller Erfahrungen mit Warcraft3 etc. kann ich mich mit der „verkehrten“ Steuerung bei c&c nicht anfreunden. Im Gegenteil, hatte da während der Demo sogar echte Probleme mit 🙂

  8. Benni sagt:

    Huch, irgendwie hatte ich diesen Beitrag immer wieder überlesen, Asche auf mein Haupt. Es gibt übrigens eine Möglichkeit im Skirmish Nod zu spielen und Nod macht eine Menge Spaß 😉 Einfach bei der Seitenauswahl Nod auswählen und dann Cntr+Shift+N drücken und schon hat man Nod. So hat man noch etwas mehr Spaß an der Demo.

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