Alter und geistige Flexibilität

Nein, hier geht es nicht um Knoblauchpillen von Dr. Dr. Yberdentyschzi und andere Wunderwässerchen, mit denen irgendwelche Leute am anderen Ende der Welt angeblich zwölfunddreissig Jahrhunderte alt geworden sind.

Hier geht es um eine Frage, die man mir neulich gestellt hat:

Wie hält es Hazz mit MOBAs und Survival-Spielen wie DayZ oder ARK?

Flugs und ohne groß zu Überlegen wurde mit “Meh!” geantwortet. Weil … langweilig, fade, bringt mir nix und kompetitives Gameplay hat nur wenig mit meiner Vorstellung von Freizeit zu tun, vor allem, wenn ich mir meine Mit- und Gegenspieler nicht aussuchen kann.

Damit war die Sache eigentlich auch wieder erledigt … bis ich dann doch ins Grübeln kam. Woran liegt es wirklich, dass ich mit diesen neuen und äusserst populären Genres nichts anfangen kann? Ist es wirklich nur eine simple Geschmacksfrage oder schlägt hier schon eine gewisse Verknöcherung zu, wo man keinen Gefallen an neuen Dingen hat, nur weil sie neu sind?

Schnell habe ich mir selbst eingeredet, dass es sich natürlich nur um eine reine Geschmacksfrage handelt. Ich bin doch nicht alt und verknöchert geworden. Ha, ich doch nicht, nein, mein Herr! Und habe dann den ZDoom-Launcher gestartet, um wieder eine Runde Brutal Doom mit einer Custom Map zu zocken. Am Vortag hatte ich mich ne Stunde lang in neuen, noch unbekannten Gegenden von WoW – Warlords of Draenor vergnügt. Das Wochenende habe ich teilweise damit verbracht Mods für C&C Generals auszuprobieren. Für das kommende Wochenende ist geplant ein wenig Zeit mit dem Remaster von “Day of the Tentacle” zu verbringen. Oder ich schaue mir genauer die spielerischen Veränderungen im Beta-Patch von Titan Quest an.

Nur alter Kram. Nix neues.

Oh Gott! Ich bin alt geworden!

Gut, ja, älter (!) bin ich natürlich geworden. Jede Minute werde ich 60 Sekunden älter. Bin ich deswegen aber auch verknöcherter in meinem Denken geworden? Lehne ich neue Spiele ab, weil sie neu sind? Langweilen mich neue Spiele, weil sie nicht so sind wie die alten Spiele? Hänge ich deswegen nur bei diesem alten Kram rum?

Ok, versuchen wir einmal die Unmöglichkeit sich selbst zu beobachten, gleichzeitig Objekt und Beobachter zu sein.

Warum langweilen Dich MOBAs?

Weil sie mir nix bringen. Das ist, als ob man lediglich einen Teil des Gameplays von Warcraft 3 (oder anderen RTS mit Helden-Einheiten) herausgeschnitten hat und diesen Ausschnitt nun zu einem vollwertigen Spiel aufbläst. Dass dieses Gameplay-Konzentrat, wenn man es richtig macht, jede Menge taktische Abwechlsung und Spielspass bieten kann, will ich gar nicht abstreiten. Nur … es bringt mir nix. Der Stress, den kompetitive Spiele erzeugen, erzeugt nicht mehr einen aufregenden Adenalinschub, so wie das damals™ noch bei einer Runde Deathmatch der Fall war. Er nervt nur noch. Ich habe schon genug Stress im Beruf, im Alltag. Ich brauche das nicht (mehr). Ich will nur das spielerische Äquivalent zu einem Glas guten Brandy, einem feinen Buch und dem Ohrensessel vor dem offenen Kamin.

Ok, ich glaube, ich habe verstanden. Wie sieht es aber mit diesen Survival-Titeln aus? Da gibt es ja genug, die eine ausgeprägte Offline-SP-Komponente haben und Auswahl unter verschiedenen Settings gibt es auch.

Stimmt. Den Reiz dieser Spiele kann ich auf einer rationalen Ebene schon nachvollziehen, aber so wirklich überzeugt hat mich keines.

Warum? Zombie-Ödnis? Post-apokalyptische Ausgeleiertheit?

Ach, das Setting ist hier gar nicht so entscheidend. Entscheidend ist das grundlegende Gameplay des Survival-Genres. Man läuft durch die Gegend und sammelt Rohstoffe und crafted sich mühselig Ausrüstung und Schutz zusammen. Feindselige Flora, Fauna und eventuelle Mitspieler müssen abgewehrt werden. Tod und Respawn sind vor allem zu Beginn das prägende Element dieser Spiele. Nach zwei, drei Stunden dämmert es mir dann, dass ich nicht mehr spiele, sondern arbeite. Ich arbeite! *sammel* *hämmer* *nagel* *jag* *ernt* Die Freude, dass man endlich des Nächstens sich nicht mehr in irgendwelchen Löchern verkriechen muss, sondern eine hübsche Hütte mit Ohrensessel und offenem Kamin hat, während draussen der Zombie stöhnend an der festen, stabilen Wand herumkratzt und vergeblich versucht einzudringen … die ist nicht so groß, um die Erkenntnis aufzuwiegen, dass man in seiner Freizeit grindet und arbeitet und auch noch Geld dafür bezahlt, dass man grinden und arbeiten darf. What the fuck?

Ok, dann interessieren Dich Survival-Titel nicht, weil sie Dich zu sehr an Arbeit erinnern?

Korrekt! Dieses “Spiel” betreibe ich schon jeden Werktag. Eine Tätigkeit ausführen, die zwar auch in sich lohnend sein kann, wenn man ein schwieriges Problem gelöst hat, aber sie ist kein Selbstzweck. Sie dient einem klar umrissenen Ziel. Zu Beginn des Monats genug Geld für den Rest des Monats zu haben. Auf  FirstWorld-Niveau zu “überleben”. Wieso soll ich dann sowas spielen wollen? Maximal gebe ich mir ein wenig Mat-Farming in World of Warcraft, aber selbst das nicht in dem Ausmaß, wie es zum Beispiel für intensives Raiden nötig wäre. Da steht immer immer noch PvE und Questen im Vordergrund.

Hmmm, und was ist mit Minecraft oder Terraria?

Nett. Für ein paar Stunden. Es sind dann auch wirklich nette Stunden, in denen ich mich schon amüsieren kann. Dann schlägt aber meine Unbegeisterung für Sandkasten-Gameplay zu und der Reiz ist weg. Für so ziemlich dauerhaft.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann ist Dein “Problem” mit einer ganzen Reihe von derzeit sehr populären Genres nicht eine Folge von Altersstarrsinn oder einer Hipster-basierten Allergie, wo man automatisch alles ablehnt, was viele (!) andere gut finden?

Korrekt, es ist nichts weiter als ein Zufall, dass eine ganze Reihe derzeit besonders beliebter Genres einfach nichts für Papi sind. Was mich auch nicht weiter kratzt. Meine Freude an all dem alten, bzw. gemoddeten alten Kram wird ja nicht dadurch getrübt, dass irgendwer anderes mit anderen Dingen Spass hat.

So, und weil ich mich jetzt doch wieder erfolgreich selbst belogen habe, gönne ich mir zur Belohnung eine Runde Heroes of Might & Magic 5 mit einem netten Gameplay-Mod, der unter anderem das äusserst nützliche Karawanen-Feature aus Teil 4 wieder ins Spiel bringt. Ein altes Spiel für alte Säcke, die mit dem, was von Ubisoft mittlerweile unter der Flagge “Might & Magic” angeboten wird, einfach nichts mehr anfangen können. Weil halt Altersstarrsinn und so:)

Noch eine letzte Frage …

Gerne!

Wann hat Dir das letzte Mal ein neues Spiel Freude bereitet? Also nicht etwa ein neu-alter Retro-Titel, sondern ein neues Spiel, mit neuem, ungewohnten Gameplay? Oder ein populäres, angesagtes MustHave-Spiel wie z.B. Fallout 4 oder Dark Souls?

Mist, erwischt! Ich weiß es nicht mehr. Schon ne Weile her. Ne ganze lange Weile!

Du alter, verknöcherter Sack, Du Krückstock-Hipster …

Fuck!

Titanische Augenkrebsprävention

Nachdem ich Euch wiederholt und mehrfach im Laufe der Jahre damit in den Ohren gelegen bin, wie toll ja Titan Quest, dass es vieeeeeel besser als jedes andere H&S sei und überhaupt und sowieso … da kam auch immer die Anmerkung eines werten Lesers, dem schlichtweg die im Spiel verwendete Schriftgröße zu klein war und der lieber auf Titan Quest verzichtet anstatt Augenkrebs zu bekommen.

Diesen Leser freut es bestimmt zu hören, dass der kommende Patch für TQ, den der neue Eigner Nordic Games dem Spiel angedeihen lässt, nebst vielen anderen Dingen (Bugfixing im Renderer, jede Menge Bug-Fixing für Gameplay und Balancing, Restauration von nie genutzten Items und Sets, noch mehr Bugfixing und sogar Changes in Sachen Gameplay und Balancing) auch das leidige Problem mit der Schriftgröße löst, welches vor allem in höheren Auflösungen besonders stark zuschlägt.

Beweismittel A:
tq_normal
Unveränderte UI-Originalgröße, bzw. –kleine

Beweismittel B:
tq_medium
UI-Größe Medium

Beweismittel C:
tq_large
UI-Größe Large

Besser lesbar? Ist es besser so?

Eigentlich freue ich mich auch auf den Patch, habe mir dennoch den letzten Stand der CD-Retail-Version samt Fanpatch gesichert, falls, wie bereits letztens erwähnt, die Potion Stacking-Größe nicht angerührt wird. Das ist nämlich mein eigenes “Das geht so gar nicht”:)

Daredevil, Season Two

Die gute Nachricht: Macht genau dort weiter, wo die erste Season aufgehört hat. “Realistische”, bodenständige No-Nonsense-Comic-Verfilmung mit überzeugenden Charakteren. Nichts für Jugendliche, die gerne den dicken Macker raushängen lassen wollen. Sondern für Erwachsene, die nachvollziehen können, was so verlockend ist, wenn man seinen Rachegefühlen nachgibt und man es den bösen Buben mal so richtig zeigt. Und was so gefährlich ist, wenn man versucht seine Rachegelüste mit rationalen und wohlmeinenden Argumenten zu rechtfertigen, wenn man glaubt sich bei der Ausübung von Gewalt von anderen Gewalttätern zu unterscheiden, weil … bei mir ist das ja was anderes!

Die noch bessere Nachricht: Eine Kampfszene, die so überzeugend ist, dass man denkt sie sei tatsächlich in einem einzigen Take “au naturel” gedreht worden. Und sich dann noch minutenlang fragt, wie zur Hölle man diese Szene in einem Take “au naturel”, ohne Effekte und Tricks, wohl gedreht hat, denn eigentlich war da kein Platz für Kamera und Kameramann. Die besten Effekte und Tricks sind nämlich die, die man nicht sieht:)

Die beste Nachricht: Das schrittweise Annähern des Kostüms an die Comicvorlage, ohne dass es zu sehr wie ein bunter Comic aussieht. Mir sind solche Details wichtig, weil sie zeigen, wie viel Hirnschmalz und Mühe man sich mit solchen Details macht. Ich schätze das. Sehr!

Eigentlich wollte ich schon vor vielen Wochen auch ein paar lobende Worte über “Jessica Jones” verlieren. Vor allem über David Tennants grandiose Performance. Es ist mir aber schwer gefallen von “Jessica Jones” begeistert zu sein, so wie ich von der Daredevil-Serie begeistert bin. Nicht, weil die Serie schlecht ist. Sondern weil mir das zentrale Thema der Handlung aufs Gemüt schlägt. Hier geht es um Vergewaltigung. Geistige und körperliche Vergewaltigung. Um die Folgen, die das für vergewaltigte Menschen hat. Um die Reaktionen der Umwelt auf diese Tat. Das Unverständnis. Das eigene Nicht-Wahrhaben-Wollen. Das Nicht-Damit-Leben-Können. Das Verdrängen und die Verwunderung der Umwelt, dass es überhaupt soweit kommen konnte. Alles andere als ein Stoff, den ich mir so mal Nebenbei am Feierabend reinziehen kann.

Daredevil ist dagegen erholsamer, entspannender Popcorn.

Kleiner Hinweis für dampfende Schnetzel-Freunde

Wer nach vergnüglichen Stunden mit “Grim Dawn” wieder Bock auf “Titan Quest” bekommen hat und dieses Spiel in seiner Steam-Bibliothek hat … eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht ist, dass Nordic als neuer Besitzer der Rechte an diesem Spiel, nach dem Ende von THQ, die MP-Funktionalität von TQ nach dem Ende von Gamespy wiederherstellen wird und nebenbei noch ein paar Details in Punkto UI und Rendering-Engine verbessert. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Steam-Version. Keine Ahnung, ob auch die alte Retail-Version in den Genuss dieser Verbesserungen kommen wird. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will, der nehme am Beta-Programm statt. Informationen darüber entnehme der geneigte TQ-Steam-Mieter bitte dem entsprechenden Steam-Forum zu TQ.

Die schlechte Nachricht ist, dass Tools wie Soulseekkors TQ Defiler mit dieser neuen Version derzeit nicht mehr oder nicht mehr richtig funktionieren. Was etwas dämlich ist, denn Dank TQ Defiler musste man nicht mehr knapp dreiviertel des Inventorys mit Tränken zuknallen, weil Iron Lore damals, in nicht mehr wirklich nachzuvollziehender Weisheit (?), entschieden hatte, dass Tränke nur eine maximale Stackinggröße von 5 Flaschen bekommen sollen. Was angesichts der Unmassen an Loot und der Notwendigkeit zum Trankeinwurf (sofern man nicht SuperDuper-Lebensraub-Items ausgerüstet hatte) eine selten dämliche Gamedesign-Entscheidung und so mithin einer der wenigen Kritikpunkte an TQ war.

“Is ja kein Ding!”, sagt dann der gewiefte Steam-User. “Schalte ich einfach das automatische Update für TQ ab und bin fein raus, nicht? Nicht wahr? Nein? Nicht?”

Leider nein. Vielleicht haben es manche Steam-User immer noch nicht mitbekommen, aber Valve hat uns kleinen Schafen schon vor einer ganzen Weile diese Möglichkeit genommen. Das Feature, für ein Spiel das Update auszuschalten (oder gar *kreisch* einen Rollback auf eine ältere Version zu machen, so wie das der Galaxy-Client mittlerweile für die EarlyAccess-Titel auf GOG.com ermöglicht), ist gestrichen worden, gibt es nicht mehr. Sobald das Nordic-Update live ist, wird TQ aktualisiert, ob man das nun haben will oder nicht. Gut möglich, dass der ehrenwerte Modder sein Tool anpassen wird, sobald Nordic ihre Version von TQ offiziell scharfschalten werden. Gut möglich, dass dies dann eine Weile auf sich warten lässt. Gut möglich, dass gar nichts passiert. Gut möglich, dass man dann erneut vor einer Spielversion sitzt, die man nicht haben wollte, die man auch nicht erworben hat.

Alternativ könnte man sich natürlich den Crack besorgen, alle Spieldaten JETZT, VOR DEM UPDATE manuell sichern und TQ künftig ohne Steam spielen. Nein, alternativ SOLLTE man sich den Crack besorgen und manuell alle Spieldaten sichern. Weil es sonst keine Alternative mehr gibt.

Ausnahmsweise will ich hier auch nicht Nordic in die Pfanne hauen, sondern Gabe ganz scharf und böse anschauen. “Gabe, das ist Deine Baustelle und Deine Verantwortung! Mach was! Vielleicht “kaufe” ich dann auch wieder was bei Dir.”

Mein Verantwortung als Mieter der Steam-Version besteht darin sich selbst lobend auf die Schulter zu klopfen, weil man damals sehenden Auges eine DRM-verseuchte, daher minderwertige Version “erstanden” hat und eigentlich keinen Grund hat sich darüber aufzuregen, dass Steam seinen Kunden keine Freiheiten lässt. Selbst Schuld:)

Streifen machen schlank … nur das Konto

Morgendliches Commuten.

Der Herr hier liest in seinem Kindle (5th Generation Model). Er muss umsteigen und steckt den Kindle in die Tasche. So wie jeden Morgen in den letzten drei Jahren.

Der Herr ist umgestiegen und holt den Kindle wieder aus der Tasche um weiterzulesen. So wie jeden Morgen in den letzten drei Jahren.

Doch dieses Mal ist etwas anders. Denn der Herr hier schaut verwundert auf ein lustiges Streifenmuster:

kindle display malfunction
*nur’n bild aus netz, aber bei mir sieht’s fast genauso aus*

ARGHLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL! HASSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS!

Das tolle E Ink-Display hat’s verropft. Kapott! Garantie? Ein Jahr! Doh!

Zwar gibt es im Netz Bastelanleitungen, in denen demonstriert wird, dass man so ein Kindle-Display tatsächlich ausbauen und austauschen kann, aber so wirklich traue ich mir das nicht zu. Rumwedeln mit dem Fön, um Kleber heiß und flüssig zu machen. Allerdings ohne die wichtigen Kunststoffbauteile zu verziehen. Vorsichtiges Hantieren, um den Akku abzulösen. Vorsichtiges Hantieren, um das kaputte Display herauszulösen. Vorsichtiges Hantieren, um ein neues Display wieder mit Akku und der Restelektronik erfolgreich (!) zu verbinden. Fuck it! Ich kapituliere.

Nach der Arbeit statt links nach Hause nach rechts in die Stadt abgebogen. Festen Schrittes die lokale Thalia-Filiale betreten und anwesende Fach-Verkäufer mit nervigen Fragen genervt. Nach ner Viertelstunde 150 Ocken gegen einen Tolino 3 HD getauscht.

Was ist besser:

Abgesehen davon, dass ich jetzt nicht mehr meine EPUBs via Calibre ins Amazon-Format umwandeln muss, gibt es hier einen Touchscreen, Hintergrundbeleuchtung, ein besseres Display (wie haltbar, wird sich noch herausstellen), Wasserschutz und etliche andere nette Features. Online registrieren und so Kack, um alle auf alle Optionen zugreifen zu können, muss man hier, im Gegensatz zum Kindle, ebenfalls nicht.

Was ist nicht so gut:

Seltsames Verhalten beim Verwenden einer Schutzhülle. Klappe ich die Vorderseite vollständig um, um zu lesen, schaltet das Gerät nach nur wenigen Minuten, manchmal nur Sekunden, in den Standby-Modus, gleichgültig was ich einstellungsseitig eingetragen habe. Schlage ich die Vorderseite der Hülle nur zur Seite (oder verwende keine Schutzhülle), findet kein vorzeitiges Standby statt. Hmm … spielt übrigens auch keine Rolle, ob ich das tab2flip-Feature ein- oder ausgeschaltet habe. Hier scheint der dafür zuständige Sensor in der Gehäuserückseite übersensibel zu sein.

Die Power-Taste und der Schalter für die Hintergrundbeleuchtung sind nur schwergängig bedienbar, haben keinen spürbaren Druckpunkt. Hier hat der Kindle weiterhin die Nase vorne.

Die Tolinos fressen im Gegensatz zur Kindle-Baureihe keine MOBI-Dokumente. Ist Dank Calibre zwar kein Dealbreaker, aber man muss sich schon fragen, warum an so etwas gespart wird.

Fazit:

In Punkto Verarbeitung hat Amazon zwar immer noch etwas die Nase vorne, aber sonst haben sich die Tolino-Reader zu einer empfehlenswerten Alternative gemacht. Was umso erstaunlicher ist, weil die Deutsche Telekom und der deutsche Buchhandel (als verantwortliches Konsortium hinter den Tolino-Modellen) jetzt nicht unbedingt für ihre Innovationskraft und Kundenorientierung bekannt sind. Die Hardware ist solide, das Display hervorragend in Sachen Darstellungsqualität. Die Software ist gut bedienbar und nervt angenehm wenig bis gar nicht mit Aufforderungen jetzt doch endlich online zu gehen und sich von den starken, wohlwollenden Armen eines gütigen Konzerns umfassen zu lassen. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Leute hinter dem Fairphone-Projekt vielleicht eines Tages ein Fairtablet oder gar einen Fairreader auf die Beine stellen, so dass man das Display als modulares Bauteil mit nur wenigen Handgriffen austauschen kann. Obwohl man drei Jahre Nutzungsdauer gerade für ein eGadget als akzeptabel betrachten kann, so habe ich dennoch keine große Lust mir jedes Mal ein neues Gerät kaufen zu müssen, nur weil ein Bauteil den Geist aufgegeben hat. Da steckt noch viel, verdammt viel Verbesserungspotential drin.

Grim Dawn – Spielbefehl

Knapp 200h listet der Steam-Client als Spielzeit für “Grim Dawn”. Und dabei habe ich noch nicht einmal das Ende erreicht, geschweige denn alle Klassen gespielt oder mit Klassen-Kombinationen herumexperimentiert. Warum so viele Stunden, obwohl es doch keine zufallsgenerierten Karten gibt? Weil Grim Dawn selbst als frühe Alpha meinem H&S-Hunger so viel Befriedigung verschafft hat, dass es mir nicht einmal ansatzweise als Arbeit oder Grind erschienen ist, Charaktere immer wieder neu zu beginnen, wenn ein substanzielles Update erfolgte.

Und bevor ich erneut viele Worte über ein Spiel verliere, über welches ich schon viele Worte verloren habe, hier im Kurzüberblick:

Warum soll ich Grim Dawn spielen?

  • Endlich das Ende der Early Access-Phase, das offizielle Release ist nun verfügbar.
  • Detaillierte und abwechslungsreich ausgearbeitete Karten.
  • Morbides und leise vor sich hin schwärendes Art Design. Die Großen Vier Vs dominieren die Optik. Verrostet, verschmutzt, verdorben und verschimmelt. Wer Diablo 3 nicht spielen wollte, weil ihm das alles zu bunt und glücksbärchi-mäßig ist, darf nicht an GD vorbeigehen.
  • Atmosphärischer Soundtrack.
  • Bewährte und klug erweiterte Gameplay-Mechanismen aus Titan Quest. Wer das Gameplay von Titan Quest gut fand, wird das Gameplay von Grim Dawn gut finden. Garantiert! Doppelschwör!
  • Tonnen von Loot. TONNEN!
  • Angekündigte Mod-Unterstützung mit Editor und Tools.
  • Habe ich schon all die Tonnen von Loot erwähnt?
  • Das äußerst befriedigende Gefühl, sich durch Horden von Gegnern zu schnetzeln, während selbige in blutige Fetzen explodieren, wenn der ausgeteilte Schaden massiv größer als die HP des Gegners sind.
  • Wenn man partout keinen Bock auf Steam hat … das Spiel soll im Laufe des März auf GOG.com erscheinen.

Und weil ich ein dummer Idiot bin, der eben einen grandiosen Screenshot aus dem Abschnitt “Steps of Torment” versemmelt hat, hier ein geklautes Bild aus dem Netz.

GrimDawn_classes
Und zur Strafe beginnt morgen für mich ebenfalls ein grimmiger Tag.

Nein, nicht wirklich. Morgen erster Tag im neuen Job. YES!!

Schnellschnell, GD heute Nacht noch fertigzocken, damit ich gleich richtig mit unterlaufenen Augen dort eintrudele …

Was alte Säcke beim Zocken antreibt

Und weiter geht’s mit Statistiken und Analüsen … dieses Mal hat sich jemand angeschaut, was uns, die alten und verbrauchten Säcke überhaupt noch motiviert ein Spiel zu starten und substanzielle Anteile unserer kostbaren Freizeit daran zu verschwenden. Veranstaltet hat diese Untersuchung eine Dienstleistungsagentur in den USA, die gegen wohlfeile Bezahlung allerlei Berichte und Zahlenmaterial über Gamer im Allgemeinen und Speziellen verkaufen möchte.

Um zu zeigen, was man alles für interessierte Unternehmen tun kann, hat man gewissermaßen als Demo eine Studie über die Motivationen, welche Senior Gamer beim Zocken zum Weiterzocken motivieren, veröffentlicht (uffs bild’sche gligge):

Hier geht's zur Studie ->

Grob zusammengefasst, behaupten die Herren von Quantic Foundry wenig überraschendes:

  • Die Motivation für kompetitive Spiele lässt mit zunehmendem Alter sehr stark nach.
  • Je jünger die Spieler sind, desto motivierender sind kompetitive Spiele für männliche Spieler im Vergleich zu weiblichen Spielern.
  • Je älter Spieler sind, desto mehr gleichen sich die spielerischen Motivationen von Frauen und Männern.
  • Strategische Herausforderungen bleiben über die Jahre hinweg eine stabile, nur wenig abnehmende Motivation.
  • Grundsätzlich lassen alle Motivationen mit fortschreitendem Alter nach.

Wer also glaubt ein wie auch immer geartetes schlechtes Gewissen zu haben, weil er immer weniger Zeit zum Zocken findet und dann auch immer weniger Spaß mit den Titeln hat, die einem früher immer so gut gefallen haben … das ist normal, das geht JEDEM so!

Hektisches Deathmatch im Seniorenheim-Netzwerk? Eher weniger.

Entspanntes virtuelles VR-Wandern durch all die Kontinente  von Nirn und Azeroth oder stundenlanges Grübeln über richtige Taktiken in Civilization XXV? Schon eher.