Schallplattenhüllengenerator

Jack Black is ne coole Socke! Echt ezzt!

brütal_legend_jack_black

Double Fine machen klasse Spiele!

BrutalLegend05

Metal rulez!

metal_by_pixelfate-d3lii80

Und wenn diese drei Dinge zusammenkommen, was kommt dabei heraus?

BrutalLegend01

Einst im Zuge des Verkaufes und Auflösung von Sierra von der Bühne verschwunden, dann von EA nur für Konsolen wiederbelebt und jetzt endlich auch für so Dosenbesitzer wie mich verfügbar.

Brütal Legend

Ich habe jetzt etwa zwei Stunden mit dem Spiel verbracht, headbange während der Missionen heftig vor mich und versuche nur mit der rechten Hand an der Maus zu bleiben, während die linke Hand die Mano Cornuta (nein, das ist kein Eiskonfekt) bildet und in die Luft gestreckt wird.

Jack Black aka Eddie Riggs, der Held des Spieles, ruled weiterhin, der Soundtrack ballert hemmungslos gegen das Trommelfell und Dämonen fallen reihenweise durch Eddies scharfe Axt und brettharte Gitarrenriffs. Das macht zwei Stunden lang auch richtig Laune, weil das Setting genau dem entspricht, was ich mir eigentlich schon lange als abgefuckten Animationsfilm in der Tradition von “Heavy Metal” wünsche.

Dann wird es langweilig. Nein, langweilig ist nicht das richtige Wort. Es ermüdetet. Wie auf einem Festival, wo man sich leider zu schnell verausgabt hat und den Hauptact laut schnarchend im schlammverspritzten Schlafsack verpennt. Die schon zu Beginn sehr dünne spielerische Decke genügt nicht, um diesen Titel über die volle Strecke hinweg zu wärmen. Man schnetzelt und man fährt durch die Gegend und schnetzelt wieder und dann fährt man wieder rum und trifft auf andere Gegner und entdeckt hier und da neue hilfreiche Relikte, die mit QTEs freigespielt werden müssen und schnetzelt “zur Abwechslung” wieder … *gähn*

Auch wenn ich den Style höchst exquisit finde und den Umstand bedaure, dass ich während dieser zwei Stunden kein kühles Dosenbier …

Faxelimitededition

… neben mir stehen habe, aber “Brütal Legend” ist nichts weiter als Style over Substance. Aber so was von over Substance, dass man garantiert keinen schweren Kopf durch Substance Abuse bekommt.

Ich sage jetzt nicht, dass es daran liegt, dass BL im Grunde ein typischer Konsolenschnetzler ist. Es gibt nur Savepoints und es gibt Quick Time Events, die immerhin stimmig sind, weil Musikspiele wie Rock Star oder Guitar Hero nichts weiter als überkandidelte QTEs darstellen. Kamera und Steuerung und Spielgefühl entsprechen typischen Action-Titeln wie man sie zu Haufe im Konsolenbereich vorfindet. Das alles wusste ich vorher, das alles stört mich daher nicht so sehr, weil ich mich geistig *gröhl* *kopf-tischplatte headbang* *brain runterdimm*darauf einstimmen konnte. BL ist halt ein typisches Konsolenspiel und kann nicht aus seiner Haut heraus. Was sich aber innerhalb dieser Haut aus Nieten und schwarzem Leder befindet, das ist ziemlich eintönig, wenn man nur auf das Gameplay achtet. Was einem allerdings schwerfällt, weil Eddie mal wieder hochhackige Metal-Amazonen anbaggert (erfolglos) und vollverchromte Fantasy-Gestalten am Horizont vorbeiziehen (mystisch). BL enthält fast nur Style. Schöner und lustiger und spaßiger und geiler Style, keine Frage. Die Atmosphäre passt wie die Faust ins Auge eines Justin Bieber-Fans und alles ist stimmig und steckt voller Details und Gastauftritten einiger nicht ganz so unbekannter *hust* Metal-Größen (LEMMY, LEMMY!) und überhaupt. Aber es ist nicht genug. Zumindest für mich nicht genug.

Vielleicht sollte man “Brütal Legend” nicht nüchtern spielen. Vielleicht hätte ich mich vorher doch mit Dosenbier bevorraten sollten. Dann könnte ich ganz entspannt und angeschickert den Style genießen und auf die mangelnde Substanz einen lassen.

Egal, auf jeden Fall kann ich stocknüchtern, wie ich die letzten zwei Stunden verbracht habe, das Teil auf jeden Fall als den besten, interaktiven Metal-Schallplattenhüllengenerator empfehlen, den ich jemals die Ehre hatte benutzen zu dürfen:

BrutalLegend02BrutalLegend03BrutalLegend04

Nie mehr lange Diskussionen mit talentlosen und ahnungslosen Graphikern führen. Brütal Legend anwerfen, bisschen durch die Gegend fahren, bis man eine feine Location gefunden hat, bissi Kameradrehen und fettisch ist das geilste Cover aller Zeiten! Wer sich allerdings ein geiles Spiel erhofft, sollte wohl zuerst in gut bestückten Getränkemärkten vorbeischauen und dann Brütal Legend anwerfen.

Dereinst werde ich ORMAGÖDEN *growl* *napalm breath* also erneut beschwören und finale Worte verlieren, sobald ich meinen Rausch ausgeschlafen habe. Ich frage mich nur, wie viel Bier ich trinken darf, um noch die QTEs zu schaffen?

Schauen Sie bitte hierher …

Normalerweise würde ich angesichts einer Meldung, dass jemand an einem Remake, an einer Neuauflage der guten, alten Nordlandtrilogie von Attic arbeitet, vor Freude an die Decke springen. Zwar mag ich den Charme der alten DOS-Zeiten …

DSA 1DSA 2DSA 3

… krame ich DSA 1 bis 3 auch immer wieder gerne raus, ergötze mich an der erschröcklichen Namensgebung der DSA-Zauber und dem soliden Gameplay, habe aber nix grundsätzlich gegen ein hübsches Remake. Weil, in jedem von uns steckt eine kleine Grafikhure.

nordland-remake

Nein, Skyrim ist das jetzt nicht gerade. Kann man wohl auch nicht erwarten. Nicht wenn der Geldgeber hinter diesem Projekt UIG Entertainment heißt.

Und das ist dann auch der Grund, warum der Luftsprung nach nur wenigen Zentimeter unsanft unterbrochen wird. Es gibt zwei Publisher, die den deutschen Spielemarkt Jahr für Jahr mit Simulationen zu Landwirtschaftsmaschinen, Kehrmaschinen, Steinbruchmaschinen und anderem Maschinenkram abdecken. Die eine Firma legt jetzt zwar keine AAA-Produktionen hin, aber geht man nach Leuten, denen so was Spaß macht, wird da kein offenkundiger Ausschuss, sondern solide Simulationskost produziert. Die andere Firma hingegen ist berüchtigt für üble Shovelware. Das Remake wird leider von letzterer Firma produziert.

Ob das Remake das Qualitätsniveau eines “Agrar Simulators 2011” erreicht, der zB. bei 4Players die sagenumwobende 1%-Wertung erhalten hat, man weiß es nicht. Besser ist es wohl, man vergisst diese Meldung, spielt weiterhin die alten DOS-Klassiker und wenn dann eines Tages jemand sagt, dass dieses neue Nordlandtrilogie-Remake gar nicht so übel ist, dann kann man wenigstens angenehm überrascht sein.

In diesem Sinne …

blitzdingens

BUZZZZzzzzzzzzzzz ….

Der schlechteste Starcraft-Spieler der Welt

Jaja, der neue “Starcraft 2 – Heart of the Swarm”-Trailer fetzt mal wieder alles wech. Große Neuigkeit! *gähn* Und seit fucking 1998 wünscht man sich, dass Blizzard verdammt nochmal endlich einen abendfüllenden Renderfilm produzieren lässt.

Egal, auf jeden Fall gibt es bei 01:44 einen Wilhelm-Scream, der zumindest für mich jegliche vorher aufgebaute Atmosphäre sofort zerstört, weil ich diesen Soundeffekt FUCKIN NICHT MEHR HÖREN WILL! Gut, auch wurscht, vielleicht trainiere ich mir diesbezüglich selektives Hören an. Was ich eigentlich sagen wollte und was beim Anschauen dieser größtenteils dann doch exzellenten Sequenzen auch anderen Leuten sehr schnell aufgefallen ist …

… wer immer hier die Terraner spielt, muss wohl der schlechteste Starcraft-Spieler der Welt sein. Vereinzelt herumgurkende Tanks. Ein Viking, der meint Optimus Prime gegen einen haushohen Ultralisken spielen zu müssen. Siege Tanks, die erst beim Ansturm des Gegners in Siege-Stellung gehen. KEINE Bunker für die Marines. Ehrlich, KEINE Bunker! Jeder Zerg-Spieler wünscht sich solche Gegner, denn normalerweise bedeutet jeder offene Zerg-Angriff gegen so eine Streitmacht ein sofortiges Game Over. Ich bin ja alles andere als ein Starcraft-Profi, aber da musste sogar ich mit dem Grinsen anfangen.

Wie dem auch sei … die Technik ist grandios wie immer und die Darstellung der “echten” Größenverhältnisse bei diesem Angriff auf Tarsonis (?) zeigen eindrucksvoll das optische Potential, welches in Blizzards aus W40K-Versatzstücken zusammengeklauten, aber nichts destotrotz dennoch sehr unterhaltsamem Universum steckt. Haushohe Ultralisken, wolkenkratzerhohe Nyduskanäle und stadtgroße, terranische Kreuzer. DAS ist die Welt von Starcraft und nicht die notgedrungen auf ein einheitliches Gardemaß zusammengeschrumpfen Einheitenmodelle, welche wir sonst kennen.

Jaja, man wird ja noch träumen dürfen …

Nur für Erwachsene

“Helga, sind die Kinder im Bett?”

“Ja, mein Schnurzel! Schlafen tief und fest, die Türen sind zu!”

“Gut! Dann schau mal, was Dir Dein Männe heute Abend mitgebracht hat …”

So oder ähnlich stellt sich Klein-Erna die Situation vor, wenn von Spielen für Erwachsene die Rede ist.

Die Wahrheit, meine Lieben, die Wahrheit ist aber eine ganz andere. Denn während sich Klein-Erna in frühpubertierenden schwülen Träumen ergeht, stellen wir alte Säcke, deren Sexualleben sich so irgendwann ab dem siebzigsten Lebensjahrzehnt auf die Schilderung eines gesunden und kräftigen Stuhlganges reduziert, uns ganz andere Dinge vor.

Wir stellen uns vor: Rundenbasiert. Party-System. Schnellreisekarte. Dungeon Crawling. Zahlensalat beim Auswürfeln des Spielcharakters.

Lauter Begriffe, mit denen kleine Kinder nicht wirklich viel anfangen können, lauten deren Reizworte doch Multiplayer, Ladder, Ranking, Facebook und Achievements. Was auch in Ordnung ist. Wäre ich heute 12 Jahre alt, ich würde gar nichts anderes kennen. Wir hingegen, wir alten, müden Säcke, wir erleben einen dritten Frühling, wenn solche Begriffe nicht nur in melancholischer Runde beim “Weisst Du noch, wie das damals war?” geseufzt werden, sondern tatsächlich Bestandteil aktuell stattfindender Projekte für neue Spiele sind.

Erst im Mai konnten wir uns über “Legend of Grimlock” freuen. Via Crowdfunding stehen uns mit “Wasteland 2“ und anderen Projekten jede Menge anderer Old-but-never-dull-School-Titel ins Haus. Deswegen mache ich heute auch eine Ausnahme von meiner sonstigen Regel, Mails mit “Du, schreib doch mal was zu unserem tollen Spiel, bekommst auch tolle Gewinnspiele für Dein Blog und hach und huch!” geflissentlich zu ignorieren. Ich bekomme zu viel von diesen meist von Agenturen runtergeschludertem Rotz und zu wenig Mails von Leuten, die einfach ein cooles Spiel machen wollen und ein wenig der Aufmerksamkeit bedürfen.

Eine ziemlich große Ausnahme, die ich hier mache. Ich erwähne nämlich kein Indie-Projekt, für das jemand zB. noch Kickstarter-Kohle benötigt, sondern ich widme folgende Zeilen einem typischen Publisher-Projekt. Ja, Puplisher! Ihgittibäh!! Teil dieser ungewöhnlich großen Ausnahme ist nämlich der Umstand, dass der Publisher “Bitcomposer Games” heisst. Bitcomposer hat aus diversen Gründen keinen allzu guten Ruf und angesichts der hier zu sehenden dynamischen junge Herren stellt dieser Laden genau das dar, von dem ich hoffe es in der Spielebranche bald auf immerdar ausgestorben zu sehen. Ein weiterer Teil dieser Ausnahme besteht in dem Entwickler-Team, welches für das, um es mal höflich auszudrücken, wenig berauschende “Jagged Alliance – Back in Action” verantwortlich war. Warum und wieso auch dieser JA-Klon ein Griff in die Tonne ist und es wie weiland bei Diablo 2, kaum jemand schafft zumindest etwas Ebenbürtiges zum hochgelobten und allseits verehrten “Jagged Alliance 2” zu schaffen, ich kann nur sagen, dass Peter Ohlmann, einer der Köpfe hinter dem Entwickler “Coreplay”, mit seiner Beteiligung an unter anderem “Siedler 2”, “Knights & Merchants”, “Cultures” und “Spellforce 2” gezeigt hat, dass er zumindest ein sehr fähiger Engine-Programmierer ist. Quasi eine Art deutscher Mini-John Carmack :)

Deswegen mache ich mir technisch um das erst kürzlich angekündigte “Chaos Chronicles” keine große Sorgen.

Chaos_Chronicles_Header

Ob dieses auf Old-School gehaltene RPG auch halten kann, was man vollmundig verspricht, das wird sich noch zeigen. Zumindest kann man in aller Ausführlichkeit auf der Homepage nachlesen, welche Good Old Games bei Coreplay als Inspiration und Vorbild für CHoas Chronicles gedient haben. Da schnalzt der RPG-Nerd durchaus anerkennend mit der Zunge und hofft, dass man dem Team genügend Zeit und Ressourcen zur Verfügung stellt, damit aus diesem Projekt auch etwas Gescheites wird, wo man sich nicht hinter dafür schämen muss, so ein Spiel auf dem eigenen Blog großartig angekündigt zu haben :)

Wobei, wie gesagt, der Publisher heißt Bitcomposer Games.

Ich sehe darin kein Grund zur Freude und kann interessierte Senior Gamer nicht verurteilen, wenn diese zum Beispiel sich das Spiel anderweitig besorgen, den Kaufpreis vollumfänglich einem Brief beilegen und an den Entwickler schicken, damit die Leute dafür belohnt werden, die so eine Art Spiel gemacht haben und nicht diejenigen, die darin nur einen kleinen Trend sehen, den man umsatztechnisch so eben mal mitnimmt.

CC_artworkCC_GC_Shot14Chaos-Chronicles_04Chaos-Chronicles_05

Ganz hübsch sieht es, im Gegensatz zum doch sehr, ähem, optisch sehr sparsamen “Back in Action” schon mal aus, aber wie wir alten Säcke nun mal wissen: Optik ist nix, Gameplay ist alles! Solange das Gameplay gut und überzeugend rüberkommt, solange kann das Spiel ruhig häßlich sein. Blitzblendvorgauckel überlassen wir mit unseren schlechten Augen besser den jungen, leicht zu beeindruckenden Kindern. Obwohl, so gegen ein gelungenes Art Design habe ich nix, überhaupt gar nix einzuwenden …

Von daher, schau mer mal! Ich werde das Spiel auf jeden Fall im Auge behalten und wenn es irgendeine Möglichkeit gibt die Entwickler direkt für ihre Mühen zu entlohnen, ohne dass da irgendwelche Schlipsträger einen Cent sehen (ja, ich habe ein ausgewachsenes Problem mit solchen Publishern, diese spezielle Wunde wird nie gänzlich verschwinden), ich werde sie ohne zu Zögern nutzen, sollte “Chaos Chronicles” das halten, was Peter & Kollegen uns hier nahebringen wollen.

Normalerweise …

Wenn ich irgendwo mitbekomme, dass jemand ein neues Addon zu Painkiller veröffentlichen möchte, fange ich normalerweise sofort damit an so schnell es nur geht in die entgegengesetzte Richtung davon zu laufen. Denn so überaus göttlich und nahezu perfekt Painkiller (und mit leichten Abstrichen das Addon “Battle out of hell”) auch war, für die späteren Cash-Ins (Overdose, Resurrection, Redemption, Recurring Evil) kann man sich im Grunde nur noch fremdschämen.

Nun haben Nordic Games, die neuen Besitzer der Painkiller-Marke, einen neuen Teil der Serie angekündigt. Die Drehung auf der linken Ferse war schon vollzogen und das rechte Bein schickte sich gerade an den ersten Laufschritt zu unternehmen, da las ich noch aus dem Augenwinkel heraus etwas von Farm 51.

Farm 51 besteht aus ehem. Painkiller-Veteranen, die mit dem durchwachsenen NecroVision gezeigt haben, dass sie in der eigenen Firma nicht sofort alles verlernt, sondern zumindest bis zum Addon damit gewartet haben, welches ebenfalls zu den Software-Erzeugnisse zählt, von denen man sich besser fernhalten sollte. Somit sind die Jungs schon mal um Größenordnungen kompetenter und erfahrener als die ostelbischen Amateure, die sonst immer für die kommerziellen PK-Addons verantwortlich gezeichnet haben.

Und wie man an den ersten Screenshots sehen kann …

20120604-PKHD-0120120604-PKHD-0220120604-PKHD-03

… scheint es sich um ein Remake des ersten Teils mit Hilfe des UE3-DevKits zu handeln.

Das heißt jetzt nicht, dass “Painkiller: Hell & Damnation” automatisch (komiskce, die Rechtschreibprüfung meckert gar nicht bei “automisch”) gut wird, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es ratsam wäre laut schreiend und vor allem schnell davonzulaufen, die ist nicht mehr ganz so hoch, wie das sonst in den letzten Jahren der Fall gewesen war.

Man darf vorsichtig abwarten …

Rantasten

Stück für Stück, Woche um Woche nähere ich mich dem gewohnten Spielefresser-Konsum, der zwar immer noch um Größenordnungen hinter dem liegt, was man während Studium oder “between the jobs” so gezockt hat, aber ich erreiche so langsam das Vorsommerniveau.

Letzte Woche habe ich mir nach gefühlten Jahrzehnten wieder zwei Spiele aus dem Retail-Handel geleistet. “Harveys neue Augen”, der in-offizielle Nachfolger von “Edna bricht aus” und eben “Edna bricht aus”, welches ich schon immer spielen wollte, aber nie richtig die Muße dafür fand.

ednabrichtaus

harveysneueaugen

So richtig Muße ist unter der Woche nicht gegeben, aber am Wochenende fand ich genügend Zeit um zumindest ein paar Stunden zu adventuren, während denen ich dieses fatale Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht bekomme, welches von höchstem Vergnügen kündet. Ich lache laut, ich amüsiere mich prächtig und lobpreise vor allem die Sorgfaltspflicht, die man mit dem Tutorial von “Harveys neue Augen” an den Tag legt, da dieses hilft schwerste Verletzung und Verstümmelungen durch spitze Exit-Pfeile oder falsche Handhabung mit virtuellen Gartenrechen zu verhindern.

Herr Jan Müller-Michaelis, der lebende Beweis dafür, dass im Gewande eines auf den ersten Blick harmlosen Kinderspieles (Harvey darf man schon ab 12 Jahren spielen und Edna ist sogar für Embryonen direkt nach der Empfängnis freigegeben) subversiver, surrealer und dadaistischer Unsinn von höchster Brillanz zelebriert werden kann. Sicher, Geschmack ist subjektiv und natürlich wird es Leute geben, die mit diesem trockenem Hanseaten-Humor nicht viel anfangen können. Aber das macht nichts. Zum einen kann man es eh nicht allen Recht machen und zum anderen freut es mich ungemein, wenn es Spiele gibt, die meinem schrecklichem Geschmack Rechnung tragen.

Unter der Woche fand ich zumindest die Muße für zwei Demos, auf die ich beim ziellosen Herumfuhrwerken mit dem Steam-Client stieß. Gut, so richtig ziellos ist es nicht, wenn direkt auf der Hauptseite ein neuer non-military Arcade-Shooter mit Science Fiction-Setting angefeatured wird, auch noch von wilden Polen mit entsprechendem Hintergrund entwickelt (Ex-Bulletstorm, Ex-Sniper, Ex-The Witcher 2), so dass der Klick auf “Demo installieren” bei “Hard Reset” fast schon unvermeidbar war.

hard_reset

“Hard Reset” entpuppt sich als schneller, unkomplizierter Ballerspass, der optisch prächtig aussieht, mit vielen pixelpyrotechnischen Gimmicks aufwarten kann, dafür aber seeeeeehr flüssig läuft und genau das Gameplay bietet, welches meinen Arsch in Bewegung setzen kann. Die Demo musste ich an dem Abend auch ca. dreimal durchzocken. Nicht nur, weil sie so kurz ist, sondern auch, weil ich in einer Woche, wenn das Spiel auf Steam für gerade mal 25 Öhre freigeschaltet wird, durchaus schwach werden könnte. Das ist definitiv ein Shooter für den müden alten Sack!

Tatsächlich schwach geworden bin ich dann aber bei diesem Titel …

defense_grid_09

Defense Grid: The Awakening” ist ein schreckliches Spiel. Es verursacht Schlafmangel und wilde Träume, in denen grünbebalkte Roboter mit grünen, gelben und roten Türmen aufgehalten werden sollen. Ich will es nicht mehr anrühren, weil ich sonst wieder ungezählte Minuten davor sitze. HILFE! Ich hasse solche Spiele. Frau von der Leyen, so tun Sie doch was!! Ist nicht bald wieder Wahlkampf?

Alles in allem … back in Business. Der Spieleherbst kann wieder kommen und an meine Tür klopfen. Ich werde langsam wieder fit!

Nikki und die Open Source-Kommunisten

Normalerweise läuft das so ab …

“Hallo Blog-Betreiber! Hier dolles Event, dolles Ding, dolles whatsoever. Los, schreib drüber, weil geil und Du habe dann viele dolle Leser, wa? Mach bei uns mit, weil wir geil und Du viel Geld verdiene, weil Du dann bekannter wie bunter Hund, wa?”

Spätestens nach dem zweiten Satz löscht der Blog-Betreiber die Mail und hat schon beim Loslassen der linken Maustaste vergessen, was man in dieser Mail eventuell von ihm gewollt hat. Es kann daher durchaus passieren, dass hierbei auch Mails verlustig gehen, deren Inhalt und Intention mehr oder minder ehrenwert waren, die nicht nur aus dem plumpen Versuch bestanden, mit wenig Aufwand und geringsten Kosten Social Media-Marketing an einen verarmten Praktikanten abzudrücken, der nach kurzer und grober Recherche den Automailer der Agentur befüllen darf. Shit happens …

Ganz selten aber, da zögert der Zeigefinger. Manchmal sind es Kleinigkeiten, wie eine bestimmte Formulierung oder eine wohltuende Knappheit, Kargheit und vor allem Bescheidenheit der Ansprache. Da habe ich beim Lesen des dritten Satzes immer noch nicht den Eindruck meine Zeit entnervt vergeudet zu haben, sondern schaue mir sogar aktiv an, um was es hier eigentlich geht.

Hier und heute geht es um “Nikki And The Robots” vom Berliner Indie-Studio “Joyride Laboratories”.

nikki_01

Ein traditioneller Plattformer mit einer heute fast schon obligatorischen Physik-Engine und jeder Menge Retro-Pixel-Design. Auf den ersten Blick nichts besonders. Von dieser Art Spiel gibt es gefühlt mehr wie der sprichwörtliche Sand am Meer.

Dann ist da mein Blick im Downloadbereich auf die Plattform-Übersicht gestoßen. Ich lese Windows. Ich lese Mac OSX. Und ich lese Linux. Oha? Ist jetzt nicht unbedingt das, was man bei dieser Art Spiel erwartet, dominieren neben Windows normalerweise die Job’schen Knebel&Knecht-Geräteplattformen. Ich lese weiter …

Ahja, mhmmm, soso. Ein Informatiker und ein Absolvent einer Games Akademie. Nerds und Frickler. Passt. Ein sauberes Design der Webseite, in English, Deutsch und auf Japanisch. Spiel gibbets ersma nur als Alpha. Und bereits jetzt sollen Leute Levels für das Spiel basteln und die besten zehn werden mit einem T-Shirt und dem dann fertigen Spiel belohnt. Nachtigall, ick hör Dir trappsen. Wieder einer dieser Versuche mit billigst bezahlter Community-Arbeit den Reihbach zu machen? Ich lese weiter …

Ahh, nein, doch nicht ganz so übel, wie es anfänglich den Eindruck machte. Spiel und Editor werden als Open Source veröffentlicht, eine kommerzielle Closed Source-Version enthält die eigenen Art Assets und einen Story-Mode. Eigene Level können frei vertrieben werden, dürfen sogar nach Gusto kommerziell vertrieben werden. Yay, Freibier?

nikki_02

Ja, doch, schon ein wenig. Ich mag dieses Konzept. Hat Charme. Ein Versuch, die ausgetretenen Vertriebspfade zu verlassen. Geben und Loslassen, um letztendlich mehr zu bekommen. Zen-Kapitalismus. Ob’s funktioniert? Keine Ahnung. Aber wenn man nichts ausprobiert, dabei hin und wieder auf die Schnauze fällt, aber nie vergisst danach wieder aufzustehen, wird sich auch nie etwas verändern, wird nie etwas besser werden.

Zum Spiel selbst kann man noch nicht viel sagen. Die grundlegenden Gameplay-Elemente sind bereits enthalten, die Steuerung ist eingängig und präzise. Es fehlen noch Soundeffekte, Musik und natürlich haufenweise Inhalte. Spielbar sind etwa ein dutzend Level, von denen einige bereits andeuten, was für ein Knobel- und Geschicklichkeitspotential in diesem Konzept steckt, wenn man es schafft intelligente und anspruchsvolle Level zu bauen. Alles zwar nicht unbedingt neu und innovativ, aber man kann mit dem Spiel einige unterhaltsame Minuten verbringen, was für eine Alpha-Version schon mal gar nicht so übel ist.

Schau mer mal, was noch draus wird …

Was nicht passt …

Man nehme ein leichtbekömmliches Action-RPG-Gameplay a la Diablo, mache es NOCH einfacher und simpler, reduziere den Talent- und Fähigkeitenbaum auf Kräuterbüschelgröße, garniere dies mit netter Graphik und fertig ist das Action-RPG von der Stange.

Da dieses 08/15-Action-RPG aber drohte auf Grund seiner Beliebigkeit in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, schnappte man sich einen renommierten Entwickler hochklassiger und komplexer Rollenspiele für ausgewiesene und staatlich geprüfte Rollenspiel-Nerds, erwarb die Namensrechte an der “Dungeon Siege”-Reihe und pappte alle drei Dinge zusammen. Denn Pattex hilft. Immer. Auch wenn es eigentlich nicht passt. Pattex macht es passend. Irgendwie.

Das Ergebnis wird dann “Dungeon Siege 3” genannt.

DS3_01

Ein harmloses, anspruchsloses, leicht bekömmliches Action-RPG, bei dem man sich durchaus fragt, was denn bitte Obsidian mit so einem flachen Kloppmist zu tun haben soll und warum ums Verrecken die “Dungeon Siege”-Marke über ein harmloses Action-RPG gestülpt werden musste. Sicher, Dungeon Siege 1 war nicht gerade das, was man “anspruchsvolle Computerspielekost” nennen würde, aber der Nachfolger, Dungeon Siege 2, ist um etliche Größenordnungen mehr mit Inhalten und Gameplay-Mechanismen versehen worden und hat trotz ein paar Macken richtig Spass gemacht. So mag ich meine Action-Schnetzler. Im Kern immer noch ein Action-Schnetzler, aber mit viel (!!!) nettem Beiwerk. Diese Richtung beibehalten, das wäre in Ordnung gewesen. Nicht, dass DS1 keinen Spass gemacht hätte oder dass man mit DS3 keinen Spass haben kann, aber ich kann nur die Frage wiederholen:

Was bitte hat Obsidian mit so einem flachen Kloppmist zu tun und warum ums Verrecken muss man die “Dungeon Siege”-Marke über ein AUSNEHMEND harmloses und anspruchsloses Action-RPG stülpen?

Immerhin, und das ist auch schon eine Leistung, ist diese Steam-Demo um Längen besser als die unsägliche Grütze, die Atari letztlich in Form von “D&D Daggerdale” veröffentlich hat. Daggerdale, das ist mal so richtig scheiße! Gut, Dungeon Siege 3 ist nicht der Gipfel der Action-RPG-Kunst, um es mal höflich auszudrücken, aber man kann es immerhin einigermaßen zocken ohne sich die Lippen blutig beißen zu müssen.

Fragt sich nur, wer das braucht? Bis auf den Namen und das Setting hat DS3 mit den Vorgängern kaum noch etwas zu tun. Harmloser Kloppmist, der sich inhaltlich und spielerisch nicht von all der anderen 08/15-Action-RPG-Dutzendware unterscheidet, die in den letzten Jahren gekommen und sehr schnell wieder gegangen sind, ohne auch nur den Hauch eines bleibenden Eindrucks zu hinterlassen.

Weiß ja nicht, aber dafür 50 Euro zu verlangen, das ist schon dreist. Dungeon Siege 3 wirkt eher wie die Spiele, die man auf XBOX Live für so 800 Points, sprich knapp 10 Euro bekommt. Für den ganz kleinen Action-RPG-Hunger zwischendurch. Wenn man denn unbedingt etwas neues braucht, keine Lust hat ein älteres Spiel dieser Art heraus zu kramen und als Nichtraucher und Abstinenzler eh die paar Euro locker übrig hat. Wer raucht und gerne ein paar Bierchen zischt, der sollte sein Geld besser in eben genannte Naturalien investieren.

DS1_bridge
DS2_bridge
DS3_02

… Brücken im Laufe der Jahre ..

Doch wenn es Obsidian dabei hilft finanziell über die Runden zu kommen, bis man wieder einen Investor für das nächste komplexe und anspruchsvolle RPG-Projekt gewinnen kann, dann soll man bei Obsidian eben solche belanglosen Nobrainer abliefern. Fine with me. Ich geh ezzet in den Biergarten …

Es geht doch

Es gibt einen neuen Crack für die geleakte Deus Ex 3-Beta.

Es gibt daher endlich auch einen Spielstart auf meiner Hardware.

Es gibt daher auch eigene, selbstgespielte und erspielte Eindrücke.

Welche da wären …

1. Ich kann als Agent Jensen die Damentoilette aufsuchen und bekomme kurz darauf eine süffisante Bemerkung um die verstärkten Ohrmuscheln gehauen. Kein “Deus Ex” ohne politisch korrekte Ermahnungen!

2. Ich kann jeden Furz in diesem Spiel nach Gusto einstellen. Abgesehen von den üblichen technischen Details kann ich auch alles an Hinweishilfen und Spielunterstützung ein- und ausschalten, wie ich lustig bin, wie es MIR PERSÖNLICH behagt.

3. Ja, es gibt Auto-Heal und bislang habe ich keine Healthpacks entdecken können. Aber … ich habe eine Healthanzeige!!! *freu* Nicht groß, leicht zu übersehen vor allem im Stress und Nervenkitzel des Feuergefechts, aber ich habe ENDLICH, FUCKING ENDLICH wieder eine eindeutige Healthanzeige.

4. Ich steuere meinen Charakter leichter Hand durch den Level und den Mauszeiger leichter Hand durch die Ingame-Menüs. Das Interface ist wohl durchdacht und kann sowohl gut mit M/K als höchstwahrscheinlich auch mit einem Pad bedient werden, da man überall eine simple Rechteckstruktur im Interface-Design erkennen kann. Rauf, runter, rechts links. Das Interface wirkt auf dem PC wie für den PC gemacht, wird der Bildschirm zB. nicht mit Quadratkilometer großen Buttons zugekleistert. Alles schön klein und fein. Nur die Maussensitivität muss ich ein wenig heraufsetzen.

5. Ich kann mit vielen Leuten recht sinnvoll und manchmal auch ausführlich quatschen (ohne dass es sich um wichtige NPCs handeln würde) und überall herumschnüffeln (was bis auf die Damentoilette zumindest am Anfang ohne Folgen bleibt, da ich ja der Sicherheitschef der Firma bin und das daher wohl darf), die privaten Mails der Angestellten lesen, auf Terminals zugreifen und mir jeden eBook-Reader zu Gemüte führen, den ich so herumliegen finde. Ich kann ENTDECKEN und mir Zeit lassen oder einfach zum Missionsziel durchmarschieren, wie ich eben lustig bin.

6. Es lohnt sich auch sonst überall herumzuwühlen, bekommt man doch die guten alten Erfahrungspunkte für das Entdecken von Levelabschnitten außerhalb des Standardpfades. Abgesehen von allerlei nützlichen Items, allerlei Ammo (übrigens … Fuck you, Unified Ammo, you’re OUT!!) und praktischen Sniper-Positionen.

7. Ich kann durch den Level stürmen und wie Rambo alles abknallen oder ich kann schleichen und Leute betäuben (bekomme dafür Sonderpunkte), muss aber auch riskieren, dass betäubte Wachen von Kollegen entdeckt und aufgeweckt werden. Was dazu geführt hat, dass ich auf Grund eklatanten Tranquilizermangels doch zur Pumpgun greifen musste. Inklusive dummer Bemerkungen am Ende der Mission, weil ich ja zuvor gesagt hatte, ich gehe vorsichtig vor.

8. Das ThirdPerson-Cover-System ist doof. Genauer gesagt, ICH finde es doof, komme damit nicht gut zurecht und habe zum Glück bislang auch keine Veranlassung gesehen es verwenden zu müssen. Ich gehe traditionell in der Ego-Perspektive in Deckung, habe damit zwar nicht den unfairen Vorteil mehr zu sehen als meine Perspektive eigentlich erlaubt (Kamera-Cheat), muss mir aber keine Gedanken darüber machen, mit welchen Knöpfen ich jetzt wie von Deckung zu Deckung springe, ohne Gefahr zu laufen plötzlich aufrecht stehend mitten in einer Wächtergruppe zu landen. “Oops! Hai, Jungs?”. Von daher kümmert mich das automatische Cover-System in DX3 nicht die Bohne. Weil ich so spielen kann, wie mir das behagt.

9. Man betrachte diesen Screenshot:

DX3_save

Abgesehen vom doch sehr vertrauten Interface-Look, ist eines ganz besonders zu erwähnen. Denn ich stehe NACH dem Laden eines Spielstandes auf den Millimeter genau an der Stelle, wo ich kurz ZUVOR einen Spielstand frei angelegt habe.

Meine Damen und Herren: Ich kann in Deus Ex 3 nach Gusto und Laune speichern, wo ich lustig bin und bekomme nach dem Laden exakt den Spielzustand, der beim Speichern herrschte. Wahnsinn! Freies Speichern und Laden in einem Multiplattform-Titel. Dass ich das noch mal erleben darf … *gerührtes schniefen*

10. Wenn ich Ende August Zeit, Geld und Muße übrig habe, werde ich wohl nach langer, langer, sehr laaaanger Zeit wieder ein Spiel eines Major Publishers am Releasetag erwerben. PC-Traditionalisten bekommen ein qualitativ hochwertiges PC-Spiel, ohne dass man wieder Tabletten gegen Bluthochdruck einwerfen muss und wer lieber auf einer Konsole zocken möchte, der bekommt ein Spiel, welches den dort üblichen Gepflogenheiten entspricht.

Es geht doch. Man muss nur wollen.

Übrigens, im offiziellen Eidos-Forum werden keine Threads geschlossen, die den Leak thematisieren. Der Moderator bittet den Poster nur, den dafür vorgesehenen Sammelthread aufzusuchen. Kein paranoides Sperren und Löschen, keine Drohungen, keine Accountlöschungen, sondern sogar offizielle Bitten um Feedback, was den Leuten bislang am Spiel gefällt und was nicht. Nein, ich denke immer noch nicht, dass dieser Leak mit dem Segen von Eidos stattgefunden hat, aber scheinbar ist da jemand, der etwas von Kommunikationsstrategie versteht und einen scheinbaren Nachteil durch offene und entspannte Kommunikation mit den Fans in etwas sehr, sehr Positives verwandelt.

Man muss nur wollen. Dann kann man auch.

Ja, das heißt, andere Entwickler und Publisher wollen nicht. Dass sie nicht können, möchte ich als höflicher und zivilisierter Mensch nicht annehmen müssen.

DX3_Continue

Continue? Aber gerne doch!

Ach, übrigens …

11. Hey, Gearbox! IN YOUR FUCKIN’ FACE!!!!

Duketana?

Während sich Eidos wahrscheinlich bald in der Sonne räkeln kann, weil eine geleakte Presse-Preview von “Deus Ex 3” trotz des unfertigen Zustandes derzeit viel positive Wellen durch die Spielerschaft schickt, so wird man sich bei 2K vielleicht ein wenig in den Allerwertesten beissen, dass man zu Duke Nuke Forever heute eine Art Closed Demo für Käufer der Borderlands Collection veröffentlicht hat.

Was ich bislang an Reaktionen im Netz gesehen habe, reicht von mehrheitlich maßloser Enttäuschung über viel achselzuckendes *meh* bis hin verdammt wenig überzeugend positiven Stimmen.

Man bemängelt die Einschränkung auf nur zwei tragbare Waffen, den recht kleinen Munitionsvorrat, das Fehlen des Duke-Kicks, das schwammig und zäh wirkende Gameplay, das schon in der sehr kurzen Demo deutlich spürbare Nebeneinander zwischen aktuellen Inhalten und Inhalten, die wohl vor zig Jahren erstellt wurden (Texturen und Modelle). Optisch scheint nicht viel zu holen sein, was aber nicht so wild wäre, würde das Gameplay dem Franchise gerecht werden, was es aber laut mehrheitlicher Aussage zumindest in der Demo nicht wird. DNF wirkt scheinbar wie ein Fanmod auf Basis eines etliche Jahre alten Spieles. Man respektiert den aufgewendeten Aufwand und die Arbeit der Modder, vollpreiswürdig scheint da aber derzeit nicht viel zu sein.

Nein, DNF scheint dem 12 Jahre alten Hype nicht einmal ansatzweise gerecht zu werden, scheint nicht einmal besser zu sein als das alte Duke Nukem 3D. Es wirkt nach einigen Aussagen wirklich wie das Reste-Verkloppen von einzelnen Spielinhalten aus der Konkursmasse von 3D Realms. Was man so hört, scheint DNF wohl nichts weiter als ein ziemlich dreister Abzockversuch von 2K zu sein, um wenigstens mit den Umsätzen der Pre-Orders und der ersten Releasewoche noch ein wenig Geld zu machen, bevor den Leuten klar wird, dass sie hier 40-50 Euro für einen Straight-To-Budget-Titel hinblättern sollen.

Gut, auch hier basiert alles nur auf HörenSagen, keine eigenen Spieleindrücke haben den Text verunstalten können. Kann sich theoretisch alles auch ganz annerschder verhalten …

So, kleines Morgen-Update:

Die Demo hat den Weg ins Netz und somit auch zu mir gefunden. Ja, steuert sich schwammig und behäbig. Maussensitivität heraufsetzen hilft etwas, aber leider nicht viel. Zähes Gamepad-Geschleich! Auto-Heal nennt sich Ego, ist aber Auto-Heal. Fuck Auto-Heal, der Duke ist doch keine CoverSuch-Pussy! Gibt natürlich nur Savepoints, relativ weit auseinander liegend, was bei höheren Schwierigkeitsgraden zur üblichen künstlich herbeigezwungenen Spielzeitverlängerung beiträgt. Man kann nur zwei Waffen gleichzeitig und Pipebombs tragen. Was dem zähen Gameplay dann doch wieder eine etwas nervige Hektik gibt, weil jede Waffe keine große Munitionskapazität hat. Meine Güte, der Duke kann nicht mehr als zwei Waffen auf einmal tragen? Alt geworden? Technisch fällt sogar mir auf, wie “bescheiden” das alles wirkt. Wie ein billiger Konsolenshooter aus dem XBOX-Zeitalter. Wie etwas, dass bei Activions Valuesoft-Label eigens für die Grabbeltische beim Walmart produziert wird. Ist schon bezeichnend, wenn DN3D mit Highres-Textures und Sourceport um Längen besser aussieht als diese weichgezeichnete Schlammpackung. Und ich bin alles andere als eine Graphik-Hure. Achja, und es gibt eine Art QTEs, wenn der Duke auf einen besiegten Bossgegner steigt und man dann durch heftiges Betätigen der Space-Taste irgendwas abreissen kann. Damit auch der unbegabteste Spieler AWESOMENESS und SPLOSIONS per einfachem Knopfdruck erleben kann.

Weia, weia, weia … für fünf Euro beim unvermeidlichen Steam-Sale mag das vielleicht in Ordnung gehen, um ein paar Stunden was zum Ballern zu haben. Als Vollpreispreis hingegen … zumindest was man in der Demo gesehen hat, ist alles andere als überzeugend. Wirklich nur den dreihundertprozentigen Duke-Fans zu empfehlen. Gute Güte, wenn’s denn wenigstens irgendwie Spass machen würde, so dass man all die technischen Mängel zur Seite schieben kann. Aber es macht nicht so wirklich Spass und umso mehr nerven mich Autoheal und Savepoints und schwammiges Rumgewürge.

Bin ich enttäuscht? Nein. Ich habe nach 12 Jahren gar nichts mehr erwartet. Und selbst das wurde jetzt noch unterboten. Da spiele ich lieber wieder DN3D mit Sourceports und Highres-Textures oder Painkiller oder Serious Sam HD und warte nächsten Monat auf Serious Sam 3.