Gute und supergute Nachrichten

1. Der CEO von Square Enix ist zurückgetreten, weil die Geschäftsergebnisse der Firma recht mau ausgefallen sind, um es höflich auszudrücken. Grund dafür waren unter anderem enttäuschende Umsätze von Hitman Absolution und dem Tomb Raider Reboot. Zwei Spiele, die wie weiland Resident Evil 6, stark mit dem Gameplay ihrer Vorgänger gebrochen haben, auf Action und leichte Zugänglichkeit getrimmt wurden, mit massivem Marketing beworben wurden, im Falle von Tomb Raider sogar unter Zuhilfenahme sexistisch-schmieriger Vergewaltigungsandeutungen … und der Plan ist, wie weiland bei Resident Evil 6, NICHT AUFGEGANGEN!!!!

In your face! FUCK YEAH!

Viel wichtiger ist jedoch folgendes:

2. Das Kickstarter-Projekt für Battle World Kronos wurde heute nachmittag erfolgreich gefundet. Herzlichen Glückwunsch! Noch 31 Tage und jeder Cent mehr geht in den wohlverdienten Südsee-Urlaub! :)

Mysterium

The Witcher 1 zählt zu den wenigen modernen RPGs, die deutlich mehr Stärken als Schwächen haben. The Witcher 1 war eine ganz feine Sache, wenn man gnädigerweise die Releaseversion ausblendet und sich nur auf die Enhanced Edition beschränkt.

Zu The Witcher 2 kann ich leider nicht viel sagen, da es selbst mit den aktuellsten Patches und aktuellsten GPU-Treibern auch bei minimalsten Details zu ständigen Framerate-Aussetzern und Mini-Rucklern kommt. Ich habe keine Ahnung, was hier passiert, andere Leute mit gänzlich anderen Hardware-Konfigurationen leiden auch darunter. Es gibt viele Lösungsansätze. Meiner besteht darin die Auflösung auf SVGA, sprich 640 x 480 Bildpunkte, die kleinste anwählbare Auflösung zu reduzieren. Erst JETZT bewegt sich Geralt flüssig durch die Gegend, sogar mit Ultra-Settings. Spielbar ist TW2 natürlich nicht mehr, weil man den Bildschirmfont nicht mehr lesen kann, aber es ruckelt nicht mehr. Um TW2 in akzeptabler Auflösung zocken zu können, muss ich das Spiel wohl mit Hardware-Leistung nur so zuballern. “Unbefriedigend” umschreibt diesen Umstand noch viel zu höflich.

Insofern lässt mich die Ankündigung von TW3 und dieses Cyberpunk-RPGs unbeeindruckter als dies unter anderen Umständen der Fall gewesen wäre. Was mich aber beeindruckt, nein, was mich etwas ratlos zurücklässt, das sind einige erst kürzlich bekannt gewordene Details zu The Witcher 3:

  • There’s a new combat mechanic that’s comparable to VATS in Fallout 3, letting you target different parts of your quarry in slow motion.
  • There are no more QTEs. Hurrah!
  • The console versions have their own, bespoke UIs.

Ein etwas geruhsameres, nicht ganz so hektisches Kampfsystem. Keine Quick Time Events mehr. Die PC-Version muss nicht länger unter einem Konsolen-Interface leiden.

Zugegeben, dass zwischen Ankündigung und Ausführung bisweilen ganze Lichtjahre liegen, sollte uns mittlerweile nichts unbekanntes mehr sein. Dennoch muss man sich schon wundern, was da bei CD Project passiert ist. Woher kommt diese Design-Vernunft? Rein kommerziell soll sich TW2 deutlich besser verkauft haben als sein Vorgänger. Simple, lineare Buchhalter-Logik würde verlangen exakt auf dieser Linie weiterzumachen. Stattdessen werden drei der größten Kritikpunkte an TW2 aufgegriffen und entweder komplett abgeschafft oder hoffentlich zum besseren verändert.

Was ist hier passiert?

Die, die, die my darling

Awww, dang! Fast wäre es soweit gewesen …

Laut dieser Meldung auf Gamasutra (über Golem.de) scheint der kommerzielle Mißerfolg von Medal of Bruhaha: Warfighter so deftig gewesen zu sein, dass EA nicht nur die Marke zur Ruhe gesetzt, sondern auch Leute entlassen musste und zeitweise das Marketingbudget eingefroren hat, bis man mit anderen Spielen die Einnahmeausfälle kompensieren konnte.

Ich weiß, dass der handelsübliche EA-Mitarbeiter nichts für die Unfähigkeit seiner Vorgesetzten kann. Ich weiß auch, dass John Riccitiello kein Massenmörder ist und EA ist kein Rüstungsbetrieb oder ähnliche Schindluderfirma vom Schlage Monsanto. Aber ich würde es zum Wohle meines Hobbies und seiner künftigen Weiterentwicklung begrüßen, wenn Majors wie EA sich so langsam verpissen verdünnisieren würden.

Von daher … Die, die, die my darling!


Vielen Dank an “Linguist”, Kommentator aus dem Golem-Forum, der diese feine Textzeile in der Diskussion zu diesem Thema angebracht hatte.

Wer den Schaden hat

Nicht nur, dass id Software Doom 3 + Addon auffrischt und neu veröffentlicht, man will jetzt auch ein Remake von Doom 1 & 2 auf den Markt bringen. Ok, warum nicht.

Was die Sache aber so pikant und spassig macht … id möchte diese Remakes mit der Rage-Engine umsetzen. Was sofort zu folgenden Kommentaren führt:

Doom’s textures are too high resolution for the Rage engine.

“No shit. It’ll be awesome to see Doom 1 and 2 with WORSE textures…

Oh, how the once mighty have fallen. Rage sorgt nicht mehr für tobende Wutanfälle, man macht nur noch Witze darüber. Für Begeisterung hat Rage eh noch nie gesorgt. Man macht Witze über id Software. Man macht Witze über John Carmack.

Ach ja, und dass id Software an Doom 4 werkelt, das löst im Vergleich zur Ankündigung eines Doom 3 vor über zehn Jahren keine Begeisterungsstürme mehr aus. Die alten id-Fans können mittlerweile Hype von Wirklichkeit unterscheiden und die neuen id-Fans, die Rage im Konsolenbereich gefunden hat, für die ist es einfach nur noch ein Shooter. Die Zeiten, in denen ein neuer id-Titel wie zB. Doom 3 einem Major Publisher wie Activision das bis dato umsatzstärkste Quartal beschert hatte, die sind vorbei. Rage dümpelt unter ferner liefen herum, das Spiel gilt angesichts der langen Entwicklungszeit und der großen Hoffnungen, die man bei Bethesda in diesen Titel gesteckt hatte, mittlerweile als Flopp.

Die Zeit der Enttäuschung, Wut und Trauer ist vorbei. Jetzt wird gelästert und in zehn Jahren ist id Software lediglich ein Thema für Videospiel-Historiker. Wer darin gewisse Ähnlichkeiten mit einem anderen ehem. Giganten des Actions-Genres erkennt, der zum Schluß der längsten Entwicklungszeit der Software-Geschichte allenfalls nur noch Gegenstand müder Gags war, der liegt so falsch nicht. Es ist zwar durchaus denkbar, dass Doom 4 ein halbwegs ordentlicher, netter Shooter wird. id Software ist als ehem. technologischer Innovator und Verfechter eines konsequenten Gameplay-Purismus aber nicht mehr relevant. id Software ist bald Geschichte.

Was auch normal ist. Niemand lebt ewig :)

Und wie immer ist auch hier eine Lektion zu lernen. Wenn man denn möchte.

Mitunter ist es besser aufzuhören, wenn es am schönsten ist, anstatt als peinliche Witzfigur langsam zu verblassen.

Normalerweise …

Wenn ich irgendwo mitbekomme, dass jemand ein neues Addon zu Painkiller veröffentlichen möchte, fange ich normalerweise sofort damit an so schnell es nur geht in die entgegengesetzte Richtung davon zu laufen. Denn so überaus göttlich und nahezu perfekt Painkiller (und mit leichten Abstrichen das Addon “Battle out of hell”) auch war, für die späteren Cash-Ins (Overdose, Resurrection, Redemption, Recurring Evil) kann man sich im Grunde nur noch fremdschämen.

Nun haben Nordic Games, die neuen Besitzer der Painkiller-Marke, einen neuen Teil der Serie angekündigt. Die Drehung auf der linken Ferse war schon vollzogen und das rechte Bein schickte sich gerade an den ersten Laufschritt zu unternehmen, da las ich noch aus dem Augenwinkel heraus etwas von Farm 51.

Farm 51 besteht aus ehem. Painkiller-Veteranen, die mit dem durchwachsenen NecroVision gezeigt haben, dass sie in der eigenen Firma nicht sofort alles verlernt, sondern zumindest bis zum Addon damit gewartet haben, welches ebenfalls zu den Software-Erzeugnisse zählt, von denen man sich besser fernhalten sollte. Somit sind die Jungs schon mal um Größenordnungen kompetenter und erfahrener als die ostelbischen Amateure, die sonst immer für die kommerziellen PK-Addons verantwortlich gezeichnet haben.

Und wie man an den ersten Screenshots sehen kann …

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… scheint es sich um ein Remake des ersten Teils mit Hilfe des UE3-DevKits zu handeln.

Das heißt jetzt nicht, dass “Painkiller: Hell & Damnation” automatisch (komiskce, die Rechtschreibprüfung meckert gar nicht bei “automisch”) gut wird, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es ratsam wäre laut schreiend und vor allem schnell davonzulaufen, die ist nicht mehr ganz so hoch, wie das sonst in den letzten Jahren der Fall gewesen war.

Man darf vorsichtig abwarten …

What if …

In der SF-Literatur und der Comic-Welt gibt es das Untergenre der Alternativ-Welten, in denen kreative Köpfe sich ausdenken, wie zB. die Welt aussehen würde, wäre Hitler am 12. Februar 1926 mit dem rechten anstatt mit dem linken Fuß aufgestanden oder wenn Peter Parker anstatt von einer radioaktiven Spinne von einem hysterischen Pudel gebissen worden.

In der Spieleszene existiert diese Genre leider nur in Form von Meldungen, die von der Einstellungen diverser Projekte künden. Wie letztlich die Meldung, dass die Macher von “Duke Nukem Reloaded”, einem Remake von Duke Nukem 3D, ihr Projekt auf Eis legen, weil es trotz eines ersten Absegnens von Gearbox, bzw. Take2 als neuer Eigner der Duke-Rechte, zu nicht lösbaren juristischen Differenzen gekommen ist. Und so mache ich mir mein eigenes “What if”-Szenario. Was wäre wenn …

… Take2 ein kleines Indie-Studio mit der Arbeit an einem Remake von Duke Nukem 3D beauftragt hätte, um auf Grund der Marktresonanz zu bestimmen, welchem Aufwand man in dieses Franchise stecken sollte.

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Einfach nur ein Remake. Keine neuen Features, keine Furzideen wie Auto-Heal, Zwei-Waffen-Limit und ein Gameplay wie jeder handelsübliche 08/15-Konsolenshooter. Ein Remake. Nicht mehr, nicht weniger.

Ja, ich gehöre zu dem Personenkreis, der aus gutem Grund DNF als sein persönliches “Alesia” betrachtet.

Gefallene Engel ohne Ketten

Jetzt habe ich mir die Augen im Netz abgesucht und keinen Hinweis darauf gefunden, dass Ascaron oder Deep Silver jemals das DRM von Sacred 2 offiziell entfernt haben, so dass ich annehme der folgende Hinweis könnte durchaus von Interesse für den einen oder anderen sein:

Die aktuelle Ausgabe der PC Games 09/11 enthält auf 2 DVDs die Vollversion von “Sacred 2”. Nur das Hauptspiel, ohne Addon, aber auch ohne Kopierschutz, respektive Online-DRM. Wagemutig hatte ich die irre Summe von 5.50 € investiert und stelle mit Begeisterung fest, dass ich mich beim Spielstart nirgendwo registrieren muss, nirgendwo eine Seriennummer eingeben muss und mir Sacred 2 beim Spielstart in giftig grünen Buchstaben in der zweiten Zeile gleich als erstes mitteilt, dass die Online-Aktivierung deaktiviert ist.

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Was ich gut finde, hatte ich mit Sacred 1 doch immer wieder einen großen Spaß. Ob ich mit Sacred 2 mindestens ebenso großen Spaß haben werde, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten noch herausstellen, aber zumindest kann ich jetzt meine blonde Streetworkerin in ihrer aufreizenden Berufskleidung zum Anschaffen schicken, ohne dass dazu ein Server laufen muss, der nicht bei mir unterm Tisch, sondern irgendwo auf der Welt herumsteht, ohne dass ich irgendeinen Einfluß darauf habe, ob er überhaupt läuft oder nicht.

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Und wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages auch ein Action-RPG, in dem Frauen NICHT ständig aussehen wie frisch vom Cosplay-Strich *seufz*

Sei es wie es sein mag, ich wünsche mir und Euch ein fröhliches Polygon-Totklicken!

Rantasten

Stück für Stück, Woche um Woche nähere ich mich dem gewohnten Spielefresser-Konsum, der zwar immer noch um Größenordnungen hinter dem liegt, was man während Studium oder “between the jobs” so gezockt hat, aber ich erreiche so langsam das Vorsommerniveau.

Letzte Woche habe ich mir nach gefühlten Jahrzehnten wieder zwei Spiele aus dem Retail-Handel geleistet. “Harveys neue Augen”, der in-offizielle Nachfolger von “Edna bricht aus” und eben “Edna bricht aus”, welches ich schon immer spielen wollte, aber nie richtig die Muße dafür fand.

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harveysneueaugen

So richtig Muße ist unter der Woche nicht gegeben, aber am Wochenende fand ich genügend Zeit um zumindest ein paar Stunden zu adventuren, während denen ich dieses fatale Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht bekomme, welches von höchstem Vergnügen kündet. Ich lache laut, ich amüsiere mich prächtig und lobpreise vor allem die Sorgfaltspflicht, die man mit dem Tutorial von “Harveys neue Augen” an den Tag legt, da dieses hilft schwerste Verletzung und Verstümmelungen durch spitze Exit-Pfeile oder falsche Handhabung mit virtuellen Gartenrechen zu verhindern.

Herr Jan Müller-Michaelis, der lebende Beweis dafür, dass im Gewande eines auf den ersten Blick harmlosen Kinderspieles (Harvey darf man schon ab 12 Jahren spielen und Edna ist sogar für Embryonen direkt nach der Empfängnis freigegeben) subversiver, surrealer und dadaistischer Unsinn von höchster Brillanz zelebriert werden kann. Sicher, Geschmack ist subjektiv und natürlich wird es Leute geben, die mit diesem trockenem Hanseaten-Humor nicht viel anfangen können. Aber das macht nichts. Zum einen kann man es eh nicht allen Recht machen und zum anderen freut es mich ungemein, wenn es Spiele gibt, die meinem schrecklichem Geschmack Rechnung tragen.

Unter der Woche fand ich zumindest die Muße für zwei Demos, auf die ich beim ziellosen Herumfuhrwerken mit dem Steam-Client stieß. Gut, so richtig ziellos ist es nicht, wenn direkt auf der Hauptseite ein neuer non-military Arcade-Shooter mit Science Fiction-Setting angefeatured wird, auch noch von wilden Polen mit entsprechendem Hintergrund entwickelt (Ex-Bulletstorm, Ex-Sniper, Ex-The Witcher 2), so dass der Klick auf “Demo installieren” bei “Hard Reset” fast schon unvermeidbar war.

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“Hard Reset” entpuppt sich als schneller, unkomplizierter Ballerspass, der optisch prächtig aussieht, mit vielen pixelpyrotechnischen Gimmicks aufwarten kann, dafür aber seeeeeehr flüssig läuft und genau das Gameplay bietet, welches meinen Arsch in Bewegung setzen kann. Die Demo musste ich an dem Abend auch ca. dreimal durchzocken. Nicht nur, weil sie so kurz ist, sondern auch, weil ich in einer Woche, wenn das Spiel auf Steam für gerade mal 25 Öhre freigeschaltet wird, durchaus schwach werden könnte. Das ist definitiv ein Shooter für den müden alten Sack!

Tatsächlich schwach geworden bin ich dann aber bei diesem Titel …

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Defense Grid: The Awakening” ist ein schreckliches Spiel. Es verursacht Schlafmangel und wilde Träume, in denen grünbebalkte Roboter mit grünen, gelben und roten Türmen aufgehalten werden sollen. Ich will es nicht mehr anrühren, weil ich sonst wieder ungezählte Minuten davor sitze. HILFE! Ich hasse solche Spiele. Frau von der Leyen, so tun Sie doch was!! Ist nicht bald wieder Wahlkampf?

Alles in allem … back in Business. Der Spieleherbst kann wieder kommen und an meine Tür klopfen. Ich werde langsam wieder fit!