Acht gute Gründe

… warum World of Warcraft trotz seiner spielerischen Ermüdungserscheinungen dennoch einen Besuch wert ist:

WoW-awwwwww

Acht kleine, pelzige, maunzende, jaulende und patschnasse Wyvern-Welpen mit Turbodampfer-Taucherhelm und thermodynamischem Flossenantrieb.

Obwohl man im Laufe dieser Quest überhaupt nicht tauchen muss, so dachte man bei Blizzard, falls ein Spieler in diesem Moment das Bedürfnis hat das Questgebiet zu verlassen, um in den überfluteten Tausend Nadeln auf den Grund des Canyons zu tauchen, dann müssen die Begleiter, die man in dieser Quest bekommt, natürlich auch entsprechend ausgerüstet werden.

Und genau dieser extreme Blick fürs fast schon surreale Detail ist es auch, den die Konkurrenz jahrelang vergeblich versucht hatte nachzuahmen und der für diesen unnachahmlichen Charme sorgt, der mich immer wieder, entgegen aller guten Absichten und heiligen Schwüre zu diesem Titel zurücktreibt.

Alles muss raus

Dass das Ende von Onlive als funktionierender Firmeneinheit nicht automatisch das endgültige Ende des Streamens im Spielebereich bedeutet hat, sollte eigentlich jedem klar sein. Das Geschäftsmodell war eben Dreck. Nun jedoch, nun stellt sich laut einer BBC-Meldung heraus, dass selbst die hochgelobte Technik (inklusive (!) Patente) kaum Interessenten findet. Während Sony für Gaikai zu Anfang des Jahres immerhin knapp 300 Mio. Dollar hingeblättert hat, so wechselte das komplette technische Know-How und die Server und die Technik von Onlive für gerade mal 5 Mio. Dollar den Besitzer.

Weia!

Sicher, die Auguren vom Fach sagen, dass diese schon extrem niedrige Summe Folge eines überreizten Blattes auf Seiten der Insolvenzverwalter Onlives war. Ich wage aber zu behaupten, dass der Hype “Streaming im Spielebereich” schon vorbei ist, noch ehe er richtig angefangen hat. Nicht, weil die Technik nichts taugen würde. Nein, nicht deswegen. Sondern weil sich momentan niemand so richtig vorstellen kann, wie man damit Geld verdienen soll. Und DAS ist nunmal das Goldene Kalb, um das jeder tanzt.

Doch nun zu etwas ganz anderem …

Da lag so eine Gamercard in meiner Schublade, die ich vor einer Weile bei einem meiner wenigen Besuche der örtlichen Spielestop-Filiale in einem Anfall seltenen Glücks gewonnen hatte. Ein Freimonat für WoW. Und weil die Karte ja schlecht wird, habe ich in einem Anfall oft genug auftretenden Wahnsinns wieder mit WoW angefangen und bin mir selbst wortbrüchig geworden. Ja, Schande über mich.

Und während bei Onlive alles raus muss, um zumindest zum Schluß noch etwas Geld zu verdienen, so musste bei Blizzard alles raus, was einem möglichst anspruchslosen Durchrushen bis zum maximalen Level im Wege steht. Gute Güte, ich bin ja alles andere als ein Hardcore-Raider, aber so langsam reicht es auch mir. Wobei, angesichts der Masse an Pandaren-Skeletten, die vielerorts herumliegen, scheint WoW immer noch zu schwierig zu sein. Da geht noch was, Blizz. Los, mach uns ein Sarcasta-MMO!

Da passt es dann auch, dass ich mir die Zeit zwischen dem Hasten über die (immerhin noch sehr charmant präsentierte) Welt mit Pokemon-artigen Haustierkämpfen vertreiben kann, die (zumindest mich) auch nur einige Runden lang wachhalten, bevor meine Stirn wieder unsanft auf der Tastatur aufschlägt. Sicher, alles hübsch und nett und perfekt gestylt und charmant und mit Augenzwinkern präsentiert (Haha! Warcraft 2-Mukke!) und das Pandaren-Startgebiet, welches man auch ohne das neue Addon bespielen kann, ist zwar artdesigntechnisch so was von einfallslos (einfach im Merian-Sammelband “Altes China” nachgeschlagen), aber eben charmant und mit Augenzwinkern präsentiert. WoW ist immerhin noch charmant. Was kein geringes Verdienst ist, wenn man sich die testosteron-gesättigten Machismen der Konkurrenz anschaut, bitte nicht mißverstehen.

Dennoch … vielleicht habe ich das gebraucht, um mich final zu verabschieden.

Alles muss raus. Alles hat ein Ende.

Die Geister, die ich rief

Bedaure, aber ich muss immer noch ein wenig beim leidigen Thema Diablo 3 bleiben.

Leidig deswegen, weil das Spiel als solches immer mehr in den Hintergrund tritt und immer mehr die Rahmenbedingungen, unter denen Blizzard “Diablo 3″ betreibt, sich in den Vordergrund schieben. Und das nicht in einem positiven, angenehmen Lichte.

Wer Diablo 3 als digitalen Download im Battle.net-Shop erwirbt, muss nach dem Kauf 72 Stunden warten, bis er das Spiel vollumfänglich nutzen darf, da bis dahin folgende Einschränkungen gelten:

• Act I up to the Skeleton King is available
• Level 13 cap
• Matchmaking available only with other Starter Edition players
• No Auction House access (Real Money or Gold)
• Global Play is not available. Players attempting to connect to Diablo III Starter Edition in a region other than their Battle.net Account’s home region will receive Error 12.

Grund ist scheinbar der Versuch von Blizzard das Tun und Treiben der Exploiter einzudämmen, damit diese sich nicht sofort nach dem Erwerb eines neuen Keys losziehen und weiter exploiten.

Eigentlich ohne Worte. Eigentlich sollte jedem klar werden, was für ein Super-Fail sich Blizzard mit dem Auktionshaus und vor allem dem Echtgeld-Auktionshaus geleistet hat. Ich erlaube mir doch noch einige Worte dazu …

1. Das ist natürlich wieder eine vollkommen sinnlose Maßnahme, da vor allem gewerbliche Exploiter einfach ein paar Keys auf Vorrat kaufen, damit sie im Falle einer Accountsperrung sofort wieder mit einem bereits entsperrten Key weitermachen können. Es leidet unter dieser Aktion erneut und wiederholt nur Otto-Normal-Zocker.

2. Blizzard entwertet damit den eigenen Shop, degradiert ihn zur Key-Tankstelle für China-Farmer. Man kann Kunden nur noch raten, dort nichts mehr zu kaufen.

3. Blizzard gesteht somit ein, dass man sich nicht in der Lage sieht das Wirtschaftsystem von Diablo 3 zu kontrollieren und zu solchen verzweifelten, zudem sinnlosen Maßnahmen greifen muss, um zu versuchen die Auswirkungen von Exploits und Betrugsfällen einzudämmen.

4. Blizzard gesteht damit auch ein, dass man sich über das Auktionshaus und seine Auswirkungen im Vorfeld vor lauter Gier überhaupt keine Gedanken gemacht hat. So eine Sperrung ist auch der Ausdruck naivster Blauäugigkeit seitens Blizzard, denen in ihrer Panik, da das Spiel nur so von Bots und Exploitern geflutet wird, sonst nichts anderes einfällt.

5. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass Diablo 3 eine dezent als MP-Spiel getarnte Geldwäschemaschine ist, deren Folgen und Auswirkungen Blizzard fast schon katastrophal unterschätzt hat.

6. Jeder, der im Vorfeld wegen des AH und vor allem wegen des Echtgeld-AHs keinen Grund für Begeisterungsstürme sah, der kann sich jetzt selbst bestätigend auf die Schulter klopfen. Ja, ihr habt es gleich gesagt. Das ist tatsächlich eine Scheißidee gewesen!

7. Nur der Vollständigkeit halber … ist DRM nicht was feines? :)

Ich selbst finde das mittlerweile so erbärmlich und schade, dass mich der anhaltende Power-Fail von Blizzard nicht mehr erfreuen kann. Schaltet das Teil ab, überarbeitet es in aller Ruhe, schmeisst das beschissene Dreckskack-Auktionshaus raus und die damit verbundenen Gameplay-Änderungen, packt einen ordentlichen, weil VOLLWERTIGEN SP-Modus hinzu und Blizzard wird auch in Zukunft als hochwertige Spiele produzierende Top-Firma bekannt sein und nicht als, man kann es nur wiederholen, potentielle Geldwäschemaschine für Betrüger aller Art.

Wer hätte es gedacht …

Da sagt der Lead Designer von Star Wars – The Old Republic doch tatsächlich folgendes:

we are looking at free-to-play

Nein, das ist immer noch nicht das Ende von SW-TOR oder gar Bioware. Das ist einfach nur ein sich abzeichnender gewaltiger kommerzieller Flopp, der EA und somit auch Bioware das Genick brechen könnte, der aber auch endlich der nötige Weckruf wäre, um das MMO-Genre aus den Klauen dummer Investoren zu befreien, die immer noch glauben den neuen WoW-Killer-Goldesel produzieren zu können.

Sicher, es ist gut denkbar, dass SW-Tor auf F2P-Basis wirtschaftlich überleben kann. Doch dazu müsste EA weiterhin jede Menge Geld in das Spiel investieren, denn SW-TOR müsste für F2P umgebaut werden, es müssen entsprechende Transaktionsfeatures und entsprechende Inhalte geschaffen werden. Es müssen aber auch wesentlich mehr zusätzliche Spielinhalte geschaffen werden, denn SW-Tor hat nicht die nötige “Stickyness”, um Spieler langfristig an das Spiel zu binden. Was bei einem MMO nötig ist, sei es nun mit Monatsgebühren oder F2P. Bioware hat für einen Riesenscheisshaufen Geld ein aufgeblasenes SP-Kotor mit angetackertem Multiplayer-Part geschaffen. Nach Erreichen des Levelcaps und dem Absolvieren des recht dürftigen Endgame-Contents hat der Spieler auch das Ende des SP-Spieles erreicht. Es besteht kein Grund das Spiel danach noch zu spielen. Man hat es ja durch. Bis man es vielleicht in zwei Jahren nochmals rausholt, um erneut … stop! SW-TOR ist ja ein MMO :)

Ob EA dieses Geld noch investieren möchte, wie hoch der Druck des Lizenzgebers ist, ob Lucas nicht vielleicht sogar die Lizenz zurückfordert und EA auf Schadensersatz verklagt … ich kann es nicht sagen. Vielleicht kann EA diverse Abschreibungstricks anwenden und SW-TOR wird als Steuerschlupfloch noch eine Weile betrieben, damit man wenigstens etwas aus all dem Geld hat, welches hier investiert wurde. Vielleicht stellt man das Spiel auch innerhalb der kommenden 12 Monate ein, weil man angesichts der bislang investierten Summen und den Geldern, die man nachträglich noch für die Schaffung neuer Inhalte und den Umbau in ein F2P-Spiel ausgeben müsste, keine Chance sieht diese investierten Geldern auf absehbare Zeit wieder einspielen zu können.

Keine Ahnung, was die Zukunft bringen wird. Man kann nur spekulieren. Zwar durchaus auf Basis hoher Wahrscheinlichkeiten, aber es bleibt zum jetzigen Zeitpunkt nur Spekulation.

Man kann aber nur hoffen, dass es JETZT ENDLICH eine Ende mit den Versuchen hat mit World of Warcraft  auf Augenhöhe konkurrieren zu wollen, auf ähnliche irrsinnige Einnahmen wie Blizzards eierlegende Wollmilchsau zu hoffen. Man kann nur hoffen, dass künftige MMO-Projekte besser fokussiert sind, sich gezielter eine Nische suchen und vielfältiger werden, um somit dem Rattenrennen in einem gesättigten Markt entgehen zu können. Man kann das nur hoffen für künftige Geldgeber und vor allem und eigentlich zuerst für uns Spieler!

Aber wie wir alle wissen … die Menschen können sehr, sehr dumm sein. Je mehr Geld sie haben, desto größer die Dummheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach den Katastrophen von All Points Bulletin und 38 Studios (der Firmengründer, Curt Schilling wird jetzt von einer der beteiligten Banken auf Schadensersatz verklagt) und nach dem mittlerweile offenkundigen Flop von SW-TOR die nächste Katastrophe erleben, die ist recht hoch.

Den mit dem Titan-Projekt von Blizzard steht der nächste potentielle Mega-Seller in den Startlöchern. Weil Blizzard immer noch weiß, wie die eigenen Kunden zu bedienen sind. Was zwangsläufig dazu führen wird, dass man Titan kopieren wird.

*seufz*

Wie gut, dass ich keinen Bock mehr auf MMOs habe. Andernfalls wäre ich jetzt ein wenig angepissed. Und würde jede Nacht zig mal den Rosenkranz beten, um sicher zu stellen, dass Guild Wars 2 genauso wird, wie es die Closed Beta angedeutet hat. Der dringend nötige frische Wind im Genre, der nächste Trendsetter, den es dann zu kopieren gilt … hey, stop, nein, nicht. Aufhören! Dumme Investoren! Platz, dummer Investor, Platz!!

Das Ende von Bioware?

Jaja, schon klar. Reisserische Überschrift. Und so.

Dennoch, wenn knapp ein halbes Jahr nach dem Release von Star Wars: The Old Republic das Team verkleinert wird, obwohl es nur wenig Endgame-Content gibt und das Spiel an allen Ecken und Enden kaum etwas bietet, was ein längeres Verweilen nach Erreichen des Level-Limits schmackhaft machen könnte, Gerüchte über leere Server sich allmählich zu Gewißheiten verdichten, anstatt dass Bioware hektisch neue Realms eröffnen muss, um dem Spielerandrang Herr zu werden … ein erfolgreiches MMO  mit kolportierten 150 Millionen (oder mehr) Dollar Produktionskosten sieht anders aus.

Man weiß nicht, wieviel Kohle SW:TOR letztendlich verschlungen hat. Man weiß daher auch nicht, wieviel Abonennten EA dauerhaft benötigt, damit dieses Spiel nicht nur kostendeckend, sondern auch gewinnbringend betrieben werden kann. Es lässt sich aber auf jeden Fall eines sagen …

SW:TOR wird das Ende all der kläglichen Versuche sein, mit mehr oder weniger Aufwand zu versuchen die WoW-Formel zu kopieren, um ähnlich erfolgreich zu werden wie die Gelddruckmaschine von Blizzard. Wer als Investor jetzt immer noch kapiert hat, dass dies KEINE erfolgbringende Strategie ist, der ist grade selber Schuld, wenn ihm die angetrauten Millionen durch die Finger rinnen. Denn was in der Filmbranche ein durchaus brauchbares Rezept ist, erfolgreiche Konzepte/Stories und Settings mehr oder minder gekonnt zu kopieren, das klappt im MMO-Bereich erstaunlicherweise nicht allzu gut.

Wer ein MMO wie WoW spielen möchte, der spielt WoW. Wer das nicht mehr möchte, der schlendert nur gelangweilt durch all die WoW-Klone und hört dort schnell wieder auf. Weil das, was man nicht mehr spielen möchte, dort einfach nur in anderer Verpackung daherkommt. Was genug Menschen in kurzer Zeit merken, so dass es bislang keinem Konkurrenz-Titel dauerhaft gelungen ist von WoW substanzielle Abonennetenanteile abzuziehen. Es ist mittlerweile unübersehbar, dass diese eigentlich simple Formel (WoW nachbauen => ??? => WIN!!!) bislang nicht funktioniert hat. Und auch niemals funktionieren wird.

Was auch gut ist. Für das Genre MMO und diejenigen, die sich gerne in MMOs vergnügen. Denn jetzt sind die Firmen gezwungen nicht nur über andere Konzepte nachzudenken, sondern sie auch umzusetzen. Denn das Interesse an MMOs ist nicht klein. Der Markt ist zwar nicht so grenzenlos, wie man das vor ein paar Jahren noch angenommen hat, aber schaut man sich an, wieviele Spieler ein MMO wie “Maple Story” auf sich vereinen kann … da geht noch was. Noch einiges. Aber eben nicht, in dem man blindwütig die Marktführer kopiert. Warum auch immer, aber das funktioniert bei MMOs nicht. Ergo … Innovation, frische Winde, glückliche Zeiten für Spieler, die nach Abwechslung lechzen.

Vielleicht … vielleicht auch nicht. Vielleicht erinnert man sich auch daran, dass mit “All Point Bulletins” ein Nicht-WoW-Klon deftigst gescheitert ist. So deftig, dass im Vergleich dazu das ET-Debakel von Atari Anfang der 80er ein kleines Stolperchen ist. Vielleicht wird man es weiterhin blindwütig mit WoW-Klonen versuchen und das MMO-Genre für den Massenmarkt dauerhaft ruinieren und verbrennen, so dass eines Tages nur noch kleine Nischenanbieter wie CCP übrig bleiben, die ihre jeweilige Nische glänzend bedienen können. Gut, ich persönlich halte das für keine schlechte Sache. Nur zu. Aber vielleicht wartet man nur ab, was Blizzard mit dem “Titan”-Projekt  in petto hat, um das dann schnell und gnadenlos zu kopieren.

Doch was hat das alles nun mit Bioware zu tun? Nicht viel :)

Selbst wenn SW:Tor mit Pauken und Trompeten untergehen würde, anstatt (so wie es derzeit aussieht) allmählich in den F2P-Keller abzudriften, selbst wenn man bei Bioware gezwungen wäre von einem Tag auf den anderen das komplette Team aufzulösen … Mass Effect und Dragon Age sind gut laufende Franchises, da lässt sich noch so einiges rausholen. Eher bricht ein SW:TOR-Debakel EA das Genick, wenn die Investoren eines Tages genug haben sollten und ihre Anteile an einen Quereinsteiger aus Asien verkaufen. In einem solchen Falle wird Bioware nicht aufgelöst werden, sondern dann einfach für eine neue Mutterfirma Spiele mit eingebautem Awesome-Knopf entwickeln.

Vielleicht gibt es dann endlich ein neues SP-Kotor, weil man die Finger von MMOs lassen möchte. Das würde dann mir persönlich gut gefallen … wenn Bioware nur Lizenzen vergibt und sich sonst aus der Entwicklung raushält. Weil, bitte … Bioware, beware!

Sehnsucht nach Sturmwind, Drang nach Durotar

Gestern abend stolperte ich zufällig über diese legendäre Southpark-Epsiode, in der die Jungs während einer WoW-Session von einem übermächtigen Playerkiller drangsaliert werden.

Mich überkam dabei ein drängendes Bedürfnis wieder ein paar Schritte in Azeroth zu unternehmen. Ein paar Stunden zu questen, eine kleine Instanz zu bewältigen oder einfach nur ein wenig mit dem Flugmount Sightseeing zu betreiben, die Landschaft genießen und dem Soundtrack lauschen. Ein großes Bedürfnis. Ein sehr, SEHR großes Bedürfnis.

Ungoro

So groß, dass ich ernsthaft darüber nachdachte, ob ich mir nur einen verschwenderischen Monat gönne oder doch gleich ein halbes Jahr.

DABEI überkam mich wiederum schnell die Erinnerung an einen Entschluss, den ich Ende des letzten Jahres gefasst hatte: Kein Geld mehr für MMO ausgeben, kein Geld mehr für Abo-Gebühren ausgeben, wo ich lediglich Spielzeit miete und vollständig vom Wohlwollen des Anbieters abhängig bin. Ich will das nicht mehr. Nicht mehr mit Blizzard, nicht mehr mit einen anderen Anbieter. Ich will auch kein F2P-MMO spielen. Ich will eigentlich keinen Fuß mehr in ein MMO setzen. Nicht, weil ich Gefahr laufe zu jemandem zu werden, der (sonst) kein anderes Leben hat, sondern weil ich keine Lust mehr habe beim Zocken vom Wohlwollen eines Anbieters abhängig zu sein.

Die Welt Azeroth, die würde ich trotzdem gerne wieder besuchen. Weil es eine wunderschön gestaltete, selbst für SP-Verhältnisse reichhaltige und vielfältige Welt ist, wo man sich über viele Stunden hinweg verlieren kann. Weil ich viele schöne Stunden dort verbracht habe und es mir Freude bereitet Spiele, die mir Spaß bereitet haben, nach einigen Jahren wieder heraus zu kramen und nochmals zu zocken. Weil sie einfach gut sind. Azeroth ist eine gute Welt, das Gameplay von WoW ist vertraut und geht locker von der Hand. Es wird mit der Zeit nur etwas langweilig, aber das kommt bei jedem Spiel vor, welches man sehr lange am Stück spielt.

Blizzard verdient mit diesem MMO jedoch so viel und so (vergleichsweise) einfach Geld, dass jeder Vorschlag bezüglich einer SP-Version von World of Warcraft nur ein desinteressiertes Abwinken hervorruft. Und kann Blizzard eines Tages mit WoW nicht mehr so viel Geld verdienen, wie das heute noch der Fall ist, wird man lediglich das Abo-Modell in ein F2P-Modell ändern oder mit “Classic”-Servern vielleicht versuchen Leute anzusprechen, die früher gerne WoW gespielt haben. Aber ein WoW-Singleplayer-Spiel? Not gonna happen!

Was bleibt mir dann übrig? Mich seufzend meinem Schicksal ergeben und erkennen, dass bestimmte Spiele zwar sehr nett sind, mein Lebensglück aber nicht von ihnen abhängt? Abgesehen davon, dass man diese Erkenntnis grundsätzlich gewinnen und verinnerlichen sollte, gibt es nicht doch noch einen Weg? Freeshards vielleicht? Nä, ich will ja kein MMO mehr. Was dann?

*überleg*

Nun, es gibt einige Titel, die zwar nicht von Blizzard kommen und auch nicht die Welt Azeroth beinhalten, die aber gameplay-technisch nichts weiter als ein SP-MMO sind.

Für sehr wenig Geld gibt es zum Beispiel “Numen – Contest of Heroes“:

Numen

Spielt sich wie ein typisches MMO der World of Warcraft-Gameplay-Klasse, sieht auch so aus, fühlt sich so an. Viele “Hol mir das”-, “Bring mir jenes”- und “Töte X von Y”-Quests. Bewegung und Kampfsystem sind simpel und folgen bewährten Standards. Das Klassen- und Skillsystem ist überschaubar, die Optik ist nett und bisweilen ganz hübsch anzusehen. “Numen” tut niemandem weh, es spielt sich nett und entspannend. Und vollständig offline.

Für ein wenig mehr Geld gibt es “Kingdoms of Amalur: Reckoning“:

Kingdoms_of_Amalur

Viel Geld wurde in eine Welt gesteckt, die man zuerst als Singleplayer-RPG und später als MMO verwerten will. Das Ergebnis wirkt poliert und geleckt und bemüht und nach allen Registern der Kunst zusammengeschraubt. Es spielt sich wie ein MMO, es wirkt wie ein MMO, was angesichts des Umstandes, dass daraus eines Tages ein MMO werden soll, nicht weiter verwunderlich ist. Es wirkt aber auch etwas öde und bemüht und wird schnell langweilig. Wie in einem MMO, welches zu sehr danach strebt wie World of Warcraft zu sein, zu wenig Eigenständiges zu bieten hat und nach einem Jahr wieder eingestellt wird oder als F2P noch eine Weile herumdümpelt.

Irgendwann nächstes Jahr kann ich mir auch das zu einem SP-Spiel konvertierte, ehemalige Warhammer40K-MMO zu Gemüte führen:

Warhammer-40000-Dark-Millenium-Online

Wird sich mit Sicherheit wie ein MMO spielen, wird bestimmt geleckt und poliert sein. Ob es Spaß machen wird, wird sich zeigen. Auch, ob es angesichts der prekären Lage von THQ überhaupt noch erscheinen wird.

Aber keines dieser Titel spielt in der Welt von Azeroth.

Bleibt also nur das sehnsüchtige Seufzen. Denn solange Sturmwind und Durotar nur online zu erreichen sind, gehe ich dort nicht mehr hin.

Nachwuchssorgen

Blizzard: Hey, schaut mal alle her. Ich habe hier ein ganz tolles Angebot! Den World of Warcraft-Jahrespass für 12 Monate PLUS Goodies PLUS kostenlos Diablo 3, wenn es nächstes Jahr erscheint.

Harzzach: *meh*

Blizzard: *marketing-schleife* *nervtötend wiederholend*

Harzzach: Immer noch *meh*, aber hörst Du auf, wenn ich mal auf die Aktionsseite klicke und mir das durchlese?

Blizzard: Ok!

Harzzach: Hmmm … hätte ich vor die nächsten 12 Monate WoW spielen zu wollen, dann wäre das schon in Ordnung, bekomme ich doch Diablo 3 ohne Mehrkosten einfach mit dazu. Aber habe ich vor die nächsten 12 Monate wieder WoW zu zocken? Hmmm … ach schau an, ich, bzw. mein Bnet-Account ist ja gar nicht berechtigt an der Teilnahme an diesem Angebot? Ahhh, jetzt sehe ich. Das geht ja nur mit einer Kreditkarte. Na, dann erst recht *meh*. Thanks, but no, thanks!

Einen Tag später …

Blizzard: *mail schick*

Sehr geehrter Elternteil oder Erziehungsberechtigter,

da Diablo III in Deutschland als USK-16 eingestuft wurde, ist der Battle.net-Account Ihres Kindes nicht in der Lage, von diesem Angebot Gebrauch zu machen, sofern Sie nicht Ihre Zustimmung signalisieren. Falls Sie dies tun möchten, antworten Sie einfach auf diese E-Mail und teilen Sie uns mit, dass Sie Ihre elterliche Zustimmung geben. Dies wird den Account noch /nicht/ für den Jahrespass anmelden sondern erlaubt uns lediglich, eine entsprechende Anfrage zu bearbeiten, falls Ihr Kind Interesse daran zeigen sollte.

Harzzach: KLEIN-HARZZACH!!!! KOMM HER! AUF DER STELLE! HAST DU WIEDER MIT DEM BATTLE.NET-ACCOUNT HERUMGESPIELT?

Klein-Harzzach: *wimmer* *versteck*

Kung-Fu-Panda & Pokemon

Zum Glück für mein Seelenheil gehöre ich nicht zu den Leuten, die alle Naselang ihrer Umwelt erzählen müssen, wie scheisse “World of Warcraft” ja sei und dass sie jetzt froh sind mit dem Scheiss aufgehört zu haben und dass MMO X_Y_Z ja sooo viel besser sei und überhaupt und sowieso.

Zum Glück für mich und mein Seelenheil und vor allem mein Zeitmanagement  betrachte ich dieses Spiel nur als Spiel zum Zeitvertreib. Manches an diesem Spiel finde ich großartig, manches solala und manches weniger gut, um es höflich auszudrücken. Weder klebe ich wie ein hirnloser Fanboy vor dem Bildschirm um ja keine Sekunde des Blizz-Livestreams zu verpassen, noch ergehe ich mich in wohlfeilen Gebashe.

Doch heute morgen, beim Lesen dieser Meldung (Spielbare Pandas und man kann seine Pets gegen die Pets anderer Spieler antreten lassen) und Betrachten des dort verlinkten Trailers, da lässt mich ein Gedanke nicht mehr los:

Blizzard, what the fuck?

Irgendwo und irgendwann las ich mal eine inoffizielle Regel, die den Zustand eines MMOs beschreiben soll: Sobald die Designer anfangen gen Fernost zu gehen und die Spieler in Bambuswälder und alte Pagoden schicken, ist klar, dass den Designern die Ideen ausgehen. So was gab es zum Schluss bei Ultima Online, bei Everquest und nun auch bei WoW. Gut, mag auch damit zu tun haben, dass man angesichts der wenig erbaulichen Abo-Entwicklung nach Cataclysm schnell Ergebnisse erzielen will und sich nicht lange mit dem Design entsprechend eigenständiger Inhalte aufhalten möchte.

Ich bezweifle nicht, dass die Qualität der Quests und die optische Gestaltung wieder astrein sein wird. Ich denke auch, dass mir diese Inhalte durchaus Spass machen könnten, mag ich’s doch, wenn Blizzard sich selbst, das Spiel und die Spieler nicht so furchtbar ernst nimmt.

Nur, dieser Gedanke lässt mich nicht los:

Blizzard, really? What the fuck?

Kung-Fu Panda

Medizinischer Notfall

Gestern abend sehr lange und intensiv WoW gezockt. Vor allem intensiv und hochkonzentriert aka ziemlich angespannt und verkrampft. Jetzt schmerzen die Muskeln am linken Unterarm und das linke Handgelenk hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Immer ständig mit Tab neue Gegner auswählen, WASD zur Bewegung der Spielfigur, eifriges Auslösen von allerlei Buffs und Angriffen über die obere Zahlenreihe, Umschalten der Aktionsleisten via Hotkeys usw. usf.

Raiden und Inzen ist anstrengend. Ich kann schon verstehen, wenn sich Powergamer via Addons das User-Interface zT. komplett neu zusammenstricken. Und daher …

Lieber Mr. Kotick, wenn Sie eines Tages wieder mit Mr. Morhaime zusammensitzen und sich darüber beklagen, dass WoW letztes Quartal wieder so wenig Geld abgeworfen hat und er Ihnen mit dem üblichen Micro-Transaktions- und Virtuellem Haustier-Scheiss ankommt, schlagen Sie doch vor, dass Blizzard ergonomische Mauspads für die linke Hand, Bandagen im Horden – und Allianzstil (Glutseidenverband im 20-Pack für nur 19.99 €) und gebrandete Sehnenentzündungscreme anbietet. Mag sein, dass junge Spieler diese Belastung locker wegstecken, aber wir alten Säcke machen das nicht mehr so gut mit wie noch früher. Denn wenn Sex kein Thema mehr ist, das gute Essen nicht mehr so vertragen wird, dann ist die zerbrechliche Gesundheit alles, was noch von Interesse ist.

Aua. Das tut gerade richtig weh.

*wehleidiges rumgewhine*

Ja, es geht ganz offensichtlich dem Ende zu

Während sich Bobby Kotick erneut einen runterholen kann, weil die vorgestern bekanntgegebenen Quartalsergebnisse von Activision erneut alle Rekorde im positiven Sinne brechen, so muss der Blizzard-Zweig dieses Entertainment-Konzerns schlimme Neuigkeiten verkünden.

Haltet Euch fest: World of Warcraft hat nur wenige Monate nach dem Release des Cataclysm-Addons schlappe 600.000 Abonennten verloren!

Jaja. Total schrecklich. WoW ist tot. Spielt sowieso keiner mehr usw. usf.

Jetzt mal abgesehen von den üblichen Hirngrützeausschüttungen in Gamerforen und Gamerblogs *hüstel* , von nicht wirklich überraschenden Abnutzungsserscheinungen in einem lange auf dem Markt befindlichen MMO und von dem üblichen Auf und Ab eines kommerziell betriebenen Dienstes …

… angesichts dieser Meldung hat die GESAMTE Blizzard-Konkurrenz mit Sicherheit nur geseufzt und sich gewünscht, derartige Luxusproblemchen zu haben. World of Warcraft dominiert den MMO-Markt derart stark, dass selbst ein Abwandern von 6 Mio. Abonennten nicht dazu führen würde, dass man wegen Unwirtschaftlichkeit den Spielbetrieb einstellt. Es gibt derzeit 11.4 Mio bezahlte und aktive WoW-Accounts. Viele Konkurrenz-Titel, die mit zT. immensem Aufwand entwickelt wurden, wären froh, sie hätten die Hälfte dieser Spielerbasis. Bei EA würde man mit Sicherheit ruhiger schlafen, wenn man sicher wüsste, dass Biowares schweineteures Abermillionenprojekt “The Old Republic” dauerhaft 6 Mio. zahlende Spieler anziehen wird. Gleichgültig, wie man zu WoW steht, aber dieses Spiel ist derart populär, dass sogar nach einer offiziellen Abschaltung sich wahrscheinlich mehr Leute auf Freeshard-Servern tummeln werden als in vergleichbaren Spielen der kommerziellen Konkurrenz.

Ein WoW wird erst dann “tot” sein, wenn es kein Internet mehr gibt. Ich würde sogar sagen, WoW wird eines Tages, wie Schach oder Fußball, losgelöst von den kommerziellen Interessen einer Firma, einfach “da” sein und gespielt werden können, wie man einfach ein Schachbrett aus dem Regal kramt oder sich mit ein paar Leuten im Stadtpark trifft. “World of Warcraft” wird eines der wenigen, wenn nicht das einzige Streaming- und Gaming As A Service-Angebot sein, welches den Untergang des ursprünglichen Anbieters überlebt, nicht im Schwarzen Loch der Serverabschaltung verschwindet und somit kulturell und gesellschaftlich relevant sein wird.

Oder auch nicht. Nächstes Jahr geht eh die Welt unter, weil so ein Maya-Priester auf Bill Gates gemacht hatte und dachte, dass das Fortführen des Kalenders bis zu diesem Datum ausreicht und er jetzt keinen Bock mehr hat und lieber mit den anderen Priesterkumpels Maisschnaps saufen möchte.