Star Wars is doomed

Am Wochenende habe ich mir “Star Trek – Into Darkness” gegeben.

Die Effekte und das Production Design waren wieder eindrucksvoll und Zoe Saldana ist schnuckelig wie immer …

star-trek-into-darkness-zoe-saldana2

… aber nach dem der Film zu Ende war, da überkam mich doch kurz der Gedanke mein Eintrittsgeld zurückzufordern. Weil mein Kopf weh tat. Nein, nicht vom doofen 3D (ich bin extra in die 2D-Vorstellung gegangen). Sondern vom doofen Film. Der Film war doof. Dumm. Strunzedumm. Selten blöd. Eine Ansammlung von unlogischem Scheißdreck. Eine Beleidigung für jeden auch nur halbwegs mitdenkenden Hauptschüler.

Ich habe nix grundsätzlich gegen diesen Re-Boot. Ich hatte mich beim ersten ST-Film von Abrams vor vier Jahren köstlich amüsiert. Auf eine gute Art köstlich amüsiert. “Star Trek 2009” war frisch und spritzig und knackig. “Star Trek – Into Darkness” ist hingegen ärgerlich. Weil er den Zuschauer für dumm verkauft. 120 Minuten lang für dumm verkauft und die ganze Zeit arrogant denkt, dass es bestimmt keiner merkt, weil das Publikum ja doof ist.

Es ist daher eine besondere Genugtuung zu hören, dass der Film in den USA als kommerzielle Enttäuschung gilt und nur Dank der internationalen Einspielergebnisse nicht als Flopp endet.

Und jetzt, liebe Star Wars-Fans, jetzt stellt Euch vor, was J.J. Abrams mit Eurem geliebten Franchise anstellen wird …

*muhahahahahahahaha*

Schäbigrun

So, was haben wir uns nicht alle gefreut, als mit “Shadowrun returns” endlich ein RICHTIGES Rollenspiel mit diesem Setting angekündigt wurde? Und haben wir nicht alle gebacked und Kreditlimits und Girokonten geplündert, um dieses Projekt Realität werden zu lassen? Und waren wir nicht alle entzückt, als erste Bewegtbilder genau das Gameplay gezeigt haben, welches wir erhofft hatten?

Und waren wir nicht alle begeistert, als der Entwickler kürzlich bekanntgab, dass es a) eine DRM-freie Version nur für Backer gibt und b) Mod-Unterstützung und künftige Zusatzinhalte es nur via Steamworks gibt? Obwohl im Vorfeld, in den FAQs der Kickstarter-Seite das hier versprochen wurde?

For PC/Mac/Linux, the game will be available DRM-free from our website. We are also looking into a Steam release …

Und war es nicht für uns alle erhellend NACHTRÄGLICH zu erfahren, dass die Bedingungen, die Microsoft im Rahmen der Lizenzierung der Shadowrun-Lizenz stellte, eine DRM-Pflicht vorsieht?

Zum Glück, zum großen Glück für meine geistige Gesundheit habe ich diesem Projekt keinen Cent zukommen lassen. Nicht wegen eines wie auch immer gearteten Bauchgefühles, sondern weil es einfach finanziell ein ungeschickter Moment war. Ich würde mich jetzt mindestens genauso aufregen und stinkesauer sein, wie es die Leute gerade im offiziellen Projektforum sind. Shitstorm ist noch höflich ausgedrückt, was da gerade abgeht. Es werden bereits erste Klagen angekündigt, was man gerade in den USA nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Man kann davon ausgehen, dass SR wohl das letzte Kickstarter/Crowdfunding-Projekt war, dass diese Leute erfolgreich abgewickelt haben. Ob dieses Verhalten strafrechtlich relevanter Betrug ist, wie ihn zB. Investoren auf Basis eines Börsenprospektes im Vorfeld eines herkömmlichen Börsenganges einklagen können, das ist noch nicht raus. Klar ist aber, dass ich den Verantwortlichen bei Harebrained Schemes künftig viel Mißerfolg wünsche! Klar ist auch, dass ich nicht der einzige bin. Das Thema Crowdfunding ist für diese Firma erledigt. Und man kann nur hoffen, dass da noch was nachkommt.

The Future State of EA

Dass EA zum zweiten Mal in Folge zur schlechtesten Firma der USA gewählt wurde … geschenkt.

Dass es in den USA Firmen gibt, die diesen Titel unter anderen Gesichtspunkten eher verdient hätten, wie zB. stellvertretend für die haarsträubende Situation für Endkunden im Telekommunikationsbereich der Konzernriese AT&T (gegen die alle IT-Schlawiner hierzulande noch brave Waisenknaben sind) … geschenkt.

Viel faszinierender ist allerdings das hier:

Peter Moore, seines Zeichens COO von EA und derzeit heißester Anwärter auf die Nachfolge von John Riccitiello als CEO dieses Kindergartens, windet und rechtfertigt sich für dieses Wahlergebnis auf so fremdschämende Weise, dass EA eigentlich einen Ehrenpreis auf Lebenszeit bekommen sollte. Wer ist Schuld an diesem Shitstorm? Na, wer laut Peter Moore?

Anti-Schwulen-Aktivisten, weil EA in seinen Spielen neuerdings ermöglicht lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und whatever Charaktere zu machen.

Eigentlich denkt man, im gesetzten Alter in dem man sich befindet gibt es nichts mehr, was einen sprachlos machen könnte, aber das hier, das hat mich sprachlos gemacht. Für einen Moment wirklich, echt und tatsächlich sprachlos.

Ich bleibe dabei, EA ist in ein paar Jahren weg vom Fenster. Weil die Leute an der Spitze dieser Firma so weit weg von jeglicher Wirklichkeit sind, dass kein Austauschen irgendeines Hansels an der Spitze jemals etwas verbessern wird.

Sim Doktorarbeit aka Sim Shitty

Da ich nun zum wiederholten Mal gebeten wurde doch was zum aktuellen Sim City Online-Debakel zu sagen …

… ganz ehrlich, ich bin noch viel zu sehr damit beschäft mich gröhlend am Boden zu wälzen :)

Was man aber jetzt schon erkennen kann:

1. Bei EA weiß die eine Hand nicht, was die andere tut. Soviele widersprüchliche und schlichtweg falsche aka dreist herbeigelogene Aussagen in kurzer Zeit, das kennt man eigentlich nur von Ehrenwort abgebenden Politikern oder Anlagebetrügern.

2. Jetzt, wo Sim City Online allmählich spielbar ist, erkennen immer mehr Leute erheitert (oder frustriert, je nach und Geldausgabe oder Erwartungshaltung), was für ein inhaltlicher Dünnbrettbohrer dieses Spiel eigentlich ist. Hinter schicken Info-Ansichten (die zT. wirklich schick und intelligent gemacht sind, so viel Objektivität muss sein) steckt ein Spiel, welches in Sachen Umfang und Gameplay nicht einmal mit Sim City 2000 mithalten kann, geschweige denn mit SC3 und 4.

Sim City Online ist ein Blender, Sim City Online ist eine Mogelpackung, Sim City Online ist ein Plagiat von einem Spiel. EA macht einen auf von Guttenberg.

Und wie es unserem ehem. Wirtschafts- und Verteidigungsminister ergangen ist, so wird es meiner Einschätzung nach auch mit Sim City Online ergehen. Zuerst der kometenhafte Aufstieg, dann allmähliche Ernüchterung und wachsende Irrelevanz und abschliessend der Rücktritt, bzw. die Serverabschaltung in zwei, spätestens drei Jahren.

Ich hoffe in einem halben Jahr halbwegs verlässliche Angaben zu den Verkäufen und aktiven Spielern zu haben, weil man daran (ist ja ein Online-Spiel, *chchchchchch*) wunderbar sehen kann, ob es Sim City Online gelingt dauerhaft Spieler an sich zu binden, bzw. genug Neukunden zu finden. Bis dahin sammle ich fleissig alle offiziellen Aussagen von EA zu diesem Spiel, weil das Ausmaß an widersprüchlichem Hirnfick und dem dort zu erkennenden Lügengehalt archivierungs- und gegenüberstellungswürdig ist.

Ist ja alles online, ist ja alles transparent und recherchierbar :)

Update: Nein, eigentlich muss ich gar nichts mehr zu sagen. Die aktuellsten Enthüllungen darüber, wie beschissen der Simulationsaspekt gelöst wurde und wie wenig das Spiel eigentlich eine Serveranbindung benötigt um diese beschissene Pseudo-Simulation zu fahren, sprechen für sich selbst. EA hat so glasklar gelogen, mehrfach und wiederholt, der Käse ist gegessen. Sim Shitty indeed!

Popcorn!11ELF!

Zu Beginn möchte ich mich vielmals beim CEO von SEGA entschuldigen:

*30° verbeugung hinleg*

“Gomen nasai, Satomi-san!
Bedauerlicherweise habe ich in den letzten Tagen angenommen, Ihre ehrenwerte Firma sei der Alleinschuldige beim aktuellen Desaster-Release von “Aliens: Colonial Marines”. Das tut mir ganz aufrichtig leid! Dieser Unwürdige hier ist es nicht weiter wert in Ihrer Gegenwart zu verweilen!”

*30° verbeugung aufrechterhalt, sich rückwärts aus dem raum entfern*

Ich muss zugeben, dass ich die Entwicklung dieses Spieles nach dem Abbruch des Aliens-RPGs von Obsidian nicht weiter verfolgt habe. Aber schon in Vorfeld sind Gerüchte aufgekommen, dass A:CM sich anscheinend in der Developement Hell befindet und das bislang erreichte Ergebnis qualitativ keinen Ansprüchen genügen würde. Nun, die Monate verstrichen und angesichts der Qualität eines Borderlands und Borderlands 2 sah man A:CM bei Gearbox in guten Händen. Über DNF sah man gnädig hinweg, war ja die Schuld von Broussard & 3DRealms. Der Herr Pitchford hat dann auch kräftig die Werbetrommel für A:CM gerührt, es wurden schicke Trailer gezeigt und die Gamer konnten erfolgreich aufgehyped werden. A:CM belegte auf Steam schon im Vorverkauf hohe Chartplätze.

Nun, was dann vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, war scheinbar Mist. Schrott. Schrunz. Ein Metascore von mittlerweile deutlich unter 50%, was angesichts des Genres und des Settings und der Vorherrschaft von US-Magazinen und dem Geschmack der US-Gamer eigentlich nur heissen kann, dass A:CM eine Katastrophe auch für die Leute ist, die sonst *hüstel* andere Maßstäbe an ein Spiel legen.

Wer war Schuld? Vorschnell schob ich SEGA den Schwarzen Peter zu, weil SEGAs ständige Einmischungen Mitschuld am kruden Stückwerk eines ansonsten vielversprechenden Alpha Protocol sein sollen. Auch weil AvP3 dumpfe Grütze war, die ich nach nur wenigen Minuten Antesten der Antestversion mit hochgezogener Augenbraue und herabgezogenen Mundwinkeln de-installiert hatte. Diese Vorverurteilung war ein Fehler. Mea culpa!

Aliens: Colonial Marines – Was lief hinter den Kulissen?

Es sind mittlerweile genug Berichte aus verschiedenen Quellen aufgetaucht, welche das im obigen Artikel beschriebene Geschehen glaubhaft machen.

Mich erinnert die nun folgende Schlammschlacht an das Debakel um “Breed“, das ich selber teilweise hinter den Kulissen verfolgen durfte. Auch hier gab es einen vielversprechenden Prototypen, der sogar diverse Vorab-Awards abgeräumt hatte. Es gab einen zahlungswilligen Publisher, es gab einen engagierten Entwickler. Fast vier Jahre später gab es ein Desaster von Spiel, einen unzufriedenen Publisher, einen Amok laufenden Entwickler. Die von Brat Design abgelieferte Version war so übel, dass CDV damals mit Hilfe eigener Kräfte versucht hat noch zu retten, was zu retten war. Texturen wurden überarbeitet und neu erstellt, die SP-Kampagne überarbeitet und meines Wissens wuren auch etliche Sounds entweder neu erstellt oder massiv überarbeitet. In der Zeit, in der Brat Design eigentlich an der Fertigstellung des Spieles hätte arbeiten sollen, hat man mit dem Geld der letzten Milestone-Zahlung an einem Prototypen für einen anderen Publisher gearbeitet. Nach dem Release behauptete Brat Design, CDV habe eine qualitativ minderwertige Version veröffentlicht, weil die Goldmaster von Brat Design viel besser gewesen sei. CDV antwortete darauf, dass Brat Design gerne Ausschnitte aus dieser angeblich besseren Version veröffentlichen kann. Die Schlammschlacht in den User-Foren entpuppte sich schnell als Neuauflage des 2. Weltkrieges, weil Brat Design sich nicht zu schade waren, übelste Klischees und Nationalismen zu verwenden um als englisches Bulldog-Studio Stimmung gegen den deutschen Nazi-Publisher CDV zu machen. Was nicht verwundert, hat man den von CDV hingeschickten Producer bereits im Vorfeld mit übelstem Nazi-Mobbing fast weichgekocht.

Da ich nicht annehme, dass Gearbox aus finanziellen Gründen dichtmachen muss, kann es gut sein, dass hier noch ein gerichtliches Nachspiel kommt, welches im Falle Brat Design vs. CDV leider ausgefallen war.

Ich schimpfe ja gerne auf idiotische Publisher. Dabei sollte man aber nie ausser Acht lassen, dass es Entwickler gibt, deren Geschäftsgebahren und Verhalten noch übler ist. Randy Pitchford von Gearbox habe ich schon vorher in eine Reihe mit Cevat Yerli und andere Dampfplauderern gestellt. Nun bin ich fast geneigt ihn in einer Reihe mit Katastrophen-Entwicklern wie Brat Design zu stellen. Doch lieber nehme ich mir noch etwas Popcorn und schaue zu, wie sich das alles weiterentwickelt. Denn ein Nachspiel hat die ganze Sache noch. Garantiert!

Und ein Gutes hat die Sache auch. Erneut haben einige Leute gelernt, dass man Spiele nicht pre-ordern sollte :)

 

krater Übrigens, am Wochenende werde ich einige nette Dinge über “Krater” schreiben. Die Spielewelt besteht zum Glück nicht nur aus Flitzpiepen und Vollidioten.

 

Man fasst es nicht … ehrlich nicht!

MoP-Start

Das hier, das ist der derzeit aktuelle Startbildschirm von World of Warcraft.

DiabloIII_start

Das hier, das ist der derzeit aktuelle Startbildschirm von Diablo III.

Für das eine Spiel habe ich bereits und werde ich wohl weiterhin gerne Geld ausgeben.

Das andere Spiel, hmmm, sagen wir mal so, bevor ich Geld für Diablo 3, oh sorry, III (weil das mit den drei I’s ist nämlich vieeeeeel cooler) ausgebe, kaufe ich mir lieber je fünfmal Torchlight 2, je fünfmal Titan Quest und, grade um’s zu beweisen wie besch…, nicht so gut DIII ist, fünfmal DII und verschenke diese Spiele an Interessierte, die wissen wollen, was ein gutes Hack & Slay ist.

Seit Wochen hatte ich vor mir die Starter Edition von Diablo III zu geben. Um selber herauszufinden, was an all der Aufregung bezüglich des Spieles denn sein soll. Über die Begleitumstände des Spieles habe ich mich genug aufgeregt, jetzt lassen wir das Spiel für sich sprechen. Gestern abend war es dann endlich soweit.

Nun, es beginnt mit obigem Startbildschirm, der nicht ohne Grund fast genauso aufgebaut ist wie der von World of Warcraft. Im Spiel selbst setzen sich die bewusst eingeführten Ähnlichkeiten fort. Diablo III und WoW teilen sich ein ähnliches Interface, exakt die gleiche “Chat”-Anzeige und den Dauer-Online-Socialdingensbumskirchen-Aspekt. Sie teilen sich vieles in Punkto Talentbonsaibüschchen. Sie teilen sich den Abschied von individuell einstellbaren Charakterwerten beim Levelaufstieg. Sie teilen sich viele Automatismen und Gameplay-Vereinfachungen. Da ich, wie bereits des Öfteren erwähnt, meine On- und Off-Freude mit WoW habe, sollte man doch annehmen, dass ich somit auch DIII gut finden würde. Oder nicht?

Nun, es gibt da einen kleinen, aber bedeutenden Unterschied zwischen beiden Spielen. Dieser Unterschied nennt sich Diablo I und Diablo II. Gäbe es diese Spiele nicht, gäbe es auf Grund des dann nicht stattgefunden habenden H&S-Hypes kaum andere Hack & Slay-Titel und ich würde DIII wahrscheinlich ziemlich gut finden. Nun, verfolgt man diesen Gedanken konsequent weiter, kommt man logischerweise zu dem Schluss, dass es ohne DI und DII mit Sicherheit kein DIII gegeben hätte, was also bedeutet, dass DIII, da es seine Vorgänger gibt … ich denke ihr ahnt, worauf ich hinaus möchte.

Ja, es ist tatsächlich so, wie so mancher Freund des Genres entsetzt feststellen musste. Die Niedrig-Wertungen bei Amazon sind nicht Ausdruck irgendeines pubertären Internet-Shitstorms, sondern spiegeln tatsächlich die spielerische Qualität dieses Titels im Vergleich zu seinen Vorgängern und der besseren Konkurrenz wieder. Denn Diablo III, das ist Hack & Slay für Minderbemittelte! Bis nahezu zur Unkenntlichkeit abgespeckter Klickmist, wo man sich halt irgendwie durchklickt, irgendwann der Char wieder eine Stufe auflevelt, man gelangweilt eine (in Zahlen: 1. Ja, immer nur EINE EINZIGE!) vom Spiel vorgegebene Fähigkeit auswählt oder verbessert. Wenn man Glück hat, findet man ein nettes Item und wenn nicht, kloppt man sich halt so weiter durchs Geschehen. Irgendeine wie auch immer geartete Bindung zum Spielcharakter, irgendein wie auch immer gearteter Rollenspiel-Aspekt kommt fast nicht vor. Ja, in vielen Nippon-RPGs gab’s auch kaum Freiheiten, aber dafür fast immer ein komplexes, bisweilen anspruchsvolles Kampfsystem und süße Knuddelgesichter. DIII macht hingegen auf schweres, gehaltvolles Düster-Gothic-Bruhaha und bietet dann doch nur Larifari-Story und seichte Rollenspiel-Elemente. Ganz ehrlich, ein Dawn of War 2 bietet diesbezüglich fast mehr Freiheit im Aufbau seiner Squad als dieses Ding da. Ein Dawn of War 2 bietet fast MEHR rollenspieltechnische Freiheit als Diablo III. Ja, man muss sich das ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen und die Bitterkeit und Galle dieser Aussage genüsslich auskosten, weil man es kaum für möglich hält.

Aber es ist so.

Wäre ich gehirnamputiert und hätte alles vergessen, was ich jemals von Hack & Slay-Spielen weiß, dann würde ich mit DIII durchaus meinen Spaß haben können. Es sieht nett aus, die Produktionswerte sind angemessen hoch, detailreich und poliert bis zum Gehtnichtmehr. Die Umgebung und getroffene Gegner zerbröckeln dank Physikeffekten schön während der Kämpfe, aber das hatten wir ja bereits schon in Titan Quest und … ICH MUSS VERGESSEN! JA, ALLES VERGESSEN! … das ist schon toll. Nett ist auch dieses Monster, welches voller Loot und Gold steckt, wie man es schon aus Dungeon Siege 2 oder Torchlight … ARGHLLLLL! ALLES VERGÄSSÄÄÄÄÄÄÄN!!!!!!

Ja. Diablo III ist toll. Ja, Herr, ich verstehe und gehorche! *schlurf*

Ihr müsst mir glauben, ehrlich, ich wollte ganz neutral und unvoreingenommen an das Spiel hinter all dem Bohei hinter RMAH und Dauer-Online gehen. Wirklich! Ich war nicht voreingenommen oder sonst wie negativ vorbelastet. Aber DIII ist tatsächlich so belanglos, wie es ist. Einen mit unglaublichem Aufwand zusammengezimmertes Potemkinsches Dorf. Ein mit aller Gewalt auf MMO getrimmtes, oberflächliches Möchtegern-Hack&Slay, welches den mit Abstand populärsten Markennamen im PC-Bereich skrupellos schändet und missbraucht.

Fuck those losers!

Nachtrag: Eigentlich könnte ich total entspannt sein. “Joah, DIII ist ganz nett, aber net so gut wie sein Vorgänger.” Könnte ich ruhig und locker so sagen. Weil, ich hab ja bis auf eine Stunde Spielzeit mit dieser Demo sonst nix investiert. Die Dreistigkeit aber, mit der Blizzard diese unglaubliche Mogelpackung veröffentlicht hat, die macht mich sprachlos. Und wütend. Und sehr, sehr verärgert.

Ich kann es nur wiederholen: Fuck those losers!

Interpretationen

Die neue Steam Hardware Survey ist online.

Nebst den üblichen Auskünften über CPU- und GPU-Hersteller und Modelle ist es immer wieder interessant zu erfahren, was denn die Steam-User, die an dieser Auswertung teilnehmen, alles an Software installiert haben. Besonders interessant ist dabei der Umstand, dass sich auf fast 60% aller Rechner das Office-Paket von Microsoft befindet, während der Anteil von Open Office sich nur auf ca. 15% beläuft.

Wer sich fragt, wie es Microsoft denn immer schafft Jahr für Jahr zig Millionen Dollar Gewinn mit dem Office-Bereich zu erwirtschaften, hier ist der Grund!

Gamer! Gamer kaufen MS Office in rauhen Mengen. In solch rauhen Mengen, dass hinterher die Spiele für dieses OS kopiert und für lau gesaugt werden müssen, weil einfach kein Geld mehr da ist. Die PC-Spieleindustrie verdient also nur mit den 15% Open Office-Nutzern Geld, denn diese haben ja Geld übrig, um davon Spiele kaufen zu können.

Und ähnlich damals beim Start von Vista, so kann man auch heute feststellen, dass ein neues Windows-Betriebssystem, welches sogar von seinem Vorvorvorgänger (!) etwa anderthalb Monaten nach seinem Release anteilsmäßig um mehr als das Doppelte übertroffen wird, wohl keine großartige kommerzielle Zukunft haben wird. Immerhin liegt Windows 8 etwas mehr als einen Prozentpunkt vor Vista. Yay!

Sind Statistiken nicht lustig?

SPUNKGARGLEWEEWEE

Es ist schon eine Weile her, dass ich a) Ben Croshaw aka “Yahtzee” Videos verfolgt, geschweige denn dabei b) nicht nur kurz den Mundwinkel verzogen, sondern c) sogar schallend laut gelacht habe.

Heute war es aber wieder soweit.

Ben kommentiert “Medal of Honor – Warfighter” (HAHAHAHAHA!) und die Doom 3 BFG Edition, bei der nicht ganz überraschend die BFG Edition unverdientermaßen glänzend bei weg kommt.

Yahtzee at his best!

Griff ins tiefste Klo des Universums

Über “Alpha Protocol” habe ich viel Durchwachsenes gehört. So soll das Spiel einen zähen, bisweilen nervigen Anfang haben, später soll es aber durch grandiose Dialoge und eine faszinierende, durch den Spieler konsequent zu beeinflussende Story den Beginn nicht nur wettmachen, sondern ein einzigartiges RPG-Erlebnis bieten.

Hmm, nur 4 Euro und 99 Cent im aktuellen Steam-Sale. Why the fucking hell not? Auch wenn es nur 4 Euro und 99 Cent waren, aber in diesen Minuten bin ich eher der Meinung dafür lieber was feines zu Essen gekauft zu haben.

Meine Damen und Herren: Mit gewissem Stolz darf ich Ihnen das wohl mit Abstand beschissenste und unerträglichste Mini-Game der Videospielgeschichte präsentieren!

you_got_to_be_kidding

Man hat hier ein Terminal zu hacken. Dafür muss man unter Zeitdruck zwei Zahlen/Buchstaben-Kombinationen von der oberen Leiste auf die dazu passende Stelle in einem sich ständig verändernden Zeichenfeld ziehen. Dazu verwendet man WASD und die Spacetaste für die linke Seite und die Maus und linke Maustaste für die rechte Seite. Die richtige Stellen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die einzigen Zeichen sind, die sich nicht verändern.

Klingt, wenn man es so auf dem Papier beschreibt, eigentlich ganz einfach. Der Gag dabei sind jedoch drei Dinge.

  1. Das Spiel verrät Dir nicht, dass Du nach zwei sich nicht verändernden Zeichenketten suchen musst. Das erfährt man in Userforen, wo der einer Weißglut nahe Spieler von Trollen noch mehr zum Halsaderanschwellen gebracht wird, in dem man ganz frech behauptet, dass das alles ja ganz einfach sei.
  2. Da das Erkennen der sich nicht verändernden Zeichenketten und die selten dämliche PC-Steuerung und das knappe Zeitlimit nicht genug sind, gibt es innerhalb des allgemeinen Zeitlimits noch ein zweites Zeitlimit, nach dessen Ablauf … Achtung, jetzt kommt’s … die Position der sich nicht verändernden Zeichenkette neu zusammengewürfelt wird. Was deswegen zum Schreien ist, weil das hin manövrieren der linken Kombination mit den WASD-Tasten unglaublich zäh ist und man dutzendfach wieder und immer wieder scheitert, weil man angesichts BEIDER Zeitlimits die linke Leiste nicht schnell genug auf die entsprechende Stelle schieben kann.

Ich sitze jetzt seit einer dreiviertel Stunde an diesem Punkt und versuche dieses Terminal zu “hacken”. Ich befinde mich immer noch im Tutorial-Level. Ich bin geneigt, die für dieses Mini-Game verantwortlichen Personen bis ans Ende meiner Tage abgrundtief zu hassen und aller Welt zu erzählen, wie man ein potentiell brillantes Agenten-RPG durch so einen schrunzigen Schrott komplett ruinieren kann.

Mittlerweile kann ich sogar katastrophal weit auseinanderliegende Savepoints mit zusammengebissenen Zähnen tolerieren (das Tutorial-Level hat zB. nur einen einzigen. Ganz am Anfang! Natürlich!! Savepoints sind teuer. Muss man sparsam mit umgehen!!!!). Aber das hier, das geht zu weit, das geht einfach zu weit.

Bevor ich “Alpha Protocol” offiziell zum größten Dreck der Videospielgeschichte erkläre, direkt neben “Driver”, dessen Pflicht-Fahrprüfung zu Spielbeginn auch kaum jemand geschafft hatte … trifft man in diesem Spiel noch oft auf dieses Mini-Game? Gibt es Möglichkeiten das Hacken von Terminals zu umgehen? Gibt es Fähigkeiten, die das später erleichtern? Oder muss ich einfach einen anderen Charakter wählen? Ich spiele den Rekruten.

Gute Güte, was zur Hölle denken sich Gamedesigner, wenn sie so etwas einbauen? Ich kann mir fast schon bildlich vorstellen, wie in der QA ganze Wagenladungen frustrierter und entnervter Tester zum Fenster rausgekippt werden, per Zeitungsannoncen verzweifelt nach neuem Personal gesucht wird und der zuständige Designer stur wiederholt, das Feature bleibe so und nur so drin, ansonsten schmeißt er hin und geht in seinen Wohnwagen, weil er so nicht arbeiten kann! *rausch* *primadonnen-schal um schulter werf*

Mein einziger Trost in diesem Moment ist … ich bin nicht alleine. Wenn man bei Google nach “Alpha Protocol hacking terminal” sucht, schreit einem das ganze Elend verzweifelter Spieler-Tausendschaften entgegen, die alle …

 IM

TUTORIAL-LEVEL

NICHT

WEITERKOMMEN!

 

Ich fasse es immer noch nicht. Wie kann man nur? Wie kann man nur???

Woran man merkt, dass man alt wird

“Während Entwickler wie Warren Spector davon überzeugt sind, dass die aktuelle Konsolenhardware in kreativer Hinsicht noch lange nicht ausgereizt ist, findet Christoph Hartmann: Potentere Hardware ermöglicht auch neue Formen von Spielen.

Im Interview mit GI.biz ließ der Geschäftsführer von 2K Games verlauten: "Ein Mission Impossible-Erlebnis in einem Spiel nachzuahmen, ist kein Problem. Emotionen wie in Brokeback Mountain zu liefern, wird aber sehr schwierig sein, oder zumindest etwas heikel in diesem Land. 
Es wird sehr schwierig sein, Emotionen wie Trauer oder Liebe zu erschaffen, Dinge, die einen Film befeuern. Es wird sehr schwierig sein, neue Genres zu eröffnen, bis Spiele endlich fotorealistisch sind. Wir können uns derzeit nur auf Action- und Shooter-Titel konzentrieren, diese passen zu den aktuellen Konsolen."

Um die Branche dramatisch zu verändern, müsse man schon ein sehr breites Spektrum an Gefühlen abdecken. Seiner Meinung nach könne man das erst schaffen, wenn Spiele fotorealistisch sind. Ein Gedanke, dem man in Comic- und Animationsfilm-Kreisen vermutlich eher nicht zustimmen wird. Mit fotorealistischen Grafiken habe man dann auch das Ende der Fahnenstange erreicht, sinniert Hartmann dann noch. Es würde sich dann vielleicht um die letzte/finale Konsole handeln.”

Julian Dasgupta, 4Players.de

Wenn man angesichts derartig selten dämlichen Unfugs nicht einmal ein paar Millisekunden darüber nachdenkt, darüber einige Zeilen zu schreiben. So eine hirnverbrannte Grütze möchte man eigentlich nicht mit einem Beitrag adeln. Das Leben ist zu kurz für eine derartige Verschwendung von Zeit und Energie.

Deswegen möchte ich auf Druck einiger Leser :) nur folgendes sagen …

UltimaVII_Exult

FFVII_are_you_talking_to_me

I_Want_to_be_a_pirate

Fuck you!