Ostereiersuchspiel – Beendet. Endgültig!

Ostern steht vor der Tür, der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten und auch mein Rechner gibt mir unmißverständlich zu verstehen, dass es an der Zeit ist durch den Birkenwald zu frohlockieren und pollengeschwängerte Luft zu inhalieren. Gegen frohlockieren und Pollen inhalieren habe ich nichts, leide ich zum Glück nicht unter Heuschnupfen und anderen jahreszeitbedingten Allergien

Ich habe nur was dagegen seit einigen Wochen ziemlich ratlos zu sein, weil der Rechner hin und wieder ansatzlos einen Bluescreen wirft. Oder alle laufenden Programme aus dem RAM wirft. Und erst ein, zwei Minuten später einen Bluescreen hinwirft. Oder einen Reboot startet, wenn ich zB. im laufenden Betrieb eine externe Festplatte via USB einstecke. Ganz selten piept das Mainboard beim Hochfahren vier mal, was nach BIOS-Handbuch auf eine defekte Batterie hinweist.

Irgendwas ist da kaputt. Der Händler zeigte sich ratlos und genauso ahnungslos wie ich. Natürlich zeigte die Kiste beim extra angeschleppten Vorführen den klassischen Vorführeffekt. Nämlich gar keinen.

Jetzt die Frage an Euch, die ihr auf jeden Fall schlauer als meine unwissende Wenigkeit und garantiert schlauer als der handelsübliche HinterDerThekeSteher seid:

  • Netzteil?
  • Mainboard?
  • USB-Port?
  • RAM-Riegel?
  • Verbuggtes Windows-Update, weil das das einzige war, was sich in den letzten Monaten substanziell auf dem Rechner verändert hat?

Die Willkürlichkeit, mit der das stattfindet, deutet nach meinem Verständnis auf Spannungsschwankungen hin. Wenn ja, wodurch ausgelöst?

Update: Sodeli, jetzt ist der Rechner gestern Abend gar nicht mehr hochgefahren. Dauerpiepen beim vergeblichen Versuch das BIOS zu booten. Rein optisch kann ich auf dem Mainboard keinen Schaden feststellen. Ein Reset mit Batterie raus/rein hat nicht geholfen, vielleicht ist ja die Batterie alle oder die Fassung am Arsch. *seufz*

Nachher mal beim freundlichen Händler des Vertrauens nachfragen, ob noch was zu retten ist oder unplanmäßige Ausgaben anstehen.

Update 2: Ahahahaha, Du Schweinepriester! Beide RAM-Riegel sind in Ordnung. Das Mainboard ist in Ordnung. Das Netzteil ist in Ordnung. Die Batterie des Mainboards ist in Ordnung. Nur dieser eine RAM-Slot, der ist kapott! Es ist Freitagabend, Klein-Harzzach kommt endlich zur Ruhe und fängt an vernünftig und strukturiert zu denken. RAM-Riegel-Wechsel-Spielchen und nach nur 10 Minuten ist der Übeltäter gefunden. Übrigens, die Windows 7-Performance mit nur 2 GB RAM ist gar nicht so schlecht, wie man vermuten könnte :)

Update 3: Herzlichen Dank an einen liebenswerten Leser, der mir im Falle eines Falles mit Hardware aushelfen wollte. Danke, ehrlich! Ihr seid viel zu gut zu mir! Wer braucht schon Flattr, ich mach jetzt Hardwrr auf :)

Wahre Worte – Eine Erklärung

Es ist nicht so, dass ich dieses Nickle & Dime-Prinzip in und um Spiele herum gut finde. Aber Mr. Jorgensen, seines Zeichens der CFO von Electronic Arts, spricht da eine simple Wahrheit aus:

Es gibt genug Konsumenten, die solche Angebote gerne und zahlreich annehmen. Es gibt davon so viele, dass EAs Spiele künftig rund um einen Kern von Ingame- und Out-of-Game-Transaktionen gebaut werden, der genau diesen Vertriebskanal, dieses Geschäftsmodell noch stärker betonen wird. EA wird also künftig nicht mehr Spiele, sondern interaktive Online-Shops anbieten.

Nur für den Fall, dass irgendjemand in zwei, drei Jahren wieder fassungslos vom Glauben abfallen möchte, weil er denkt ein Spiel von EA gekauft zu haben und stattdessen nur den Rumpf eines Spieles bekommt, der mit Mikrotransaktionen erst aufgefüllt werden soll. Mr. Jorgensen bereitet uns geistig darauf vor, denn die Geschäftsberichte von EA, die lügen nicht. Zumindest nicht allzu offensichtlich.

Ach, und für den Fall, dass man meint ich würde hier einer spezifischen EA-Abneigung huldigen … alle Majors werden künftig verstärkt interaktive Online-Shops anbieten, denn die Konsumenten, die das bei EA-Titeln machen, die machen das natürlich auch bei gleichartigen Angeboten der Konkurrenz.

Und weil Sprache sehr viel über uns verrät, enthüllen Mr. Jorgensens Worte auch die Wahrheit darüber, welchen Status die Leute haben, die solche Angebote annehmen. Das sind nämlich keine Kunden, keine customers, sondern es sind Konsumenten, consumers. Kunden treffen in der Regel eine überlegte, informierte Kaufentscheidung. Kunden haben Rechte. Konsumenten konsumieren nur. Gedankenlos. Und rechtelos, weil sie nur eine Pflicht haben. Die Pflicht Geld auszugeben.

Kunden überzeugt man. Konsumenten manipuliert man.

In der Tat, wahre Worte! Danke, Mr Jorgensen!

Neujahrswünsche 2012

Offenbar ist kein Spiele-PC leistungsstark genug, um Sim City zu berechnen. Also muss EA einen Teil der Arbeit in die Cloud auslagern – das ist jedenfalls die Argumentationslinie des Entwicklerstudios Maxis. Im Zuge dessen bekommt Sim City 5 einen Always-Online-Kopierschutz.

*fuenf minuten laut schallendes gelächter* *atemnot* *sich kreischend auf boden wälz*

Ich bedanke mich bei EA für dieses Kleinod perfekten Marketing-Gewäsches aka dreistes Anlügen uninformierter Kunden und wünsche dieser Firma weiterhin frohes Schaffen und Werken. Denn niemand ist unnütz, man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen!

Ich wünsche Ouya und der Steam-Box und anderen Einsteigern viel und lange anhaltenden Erfolg, um den Oligopolisten in diesem Bereich Stück für Stück, Steinchen für Steinchen, Schritt für Schritt das Wasser abzugraben, damit auch der Konsolenzocker in den Genuss der Vielfalt kommen kann, die man seit kurzem endlich wieder am PC genießen kann.

Ich wünsche mir weitere Humble Bundles und noch mehr Entwickler & Publisher, die ihre Werke und ihren Back-Katalog auf DRM-freien Download-Plattformen wie zB. GOG.com zur Verfügung stellen.

Ich wünsche den Majors weiterhin schwierige Marktbedingungen, auf dass sie schön langsam entweder krepieren oder unter üblen Schmerzen lernen, wie man wieder Geschäfte mit dem Kunden macht, anstatt ihn nur als Ressource im steten Streben nach Umsatzmaximierung und Investorenzufriedenheit zu verheizen.

Ich wünsche mir, dass auch nächstes Jahr wieder ein wenig mehr Leute endlich aufwachen und begreifen, dass sie mehr sein können als eine nützliche Herde dummer, naiver Konsumschafe darzustellen. Nicht nur in Hinsicht der thematischen Begrenzung dieses Blogs.

Persönlich wünsche ich mir spieletechnisch nichts. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe und was ich 2013 bekommen könnte. *

*dass ich diesen Satz schreibe und auch noch ernst meine, hätte ich mir Anno 2007 zum Start dieses Blogs auch nicht träumen lassen

Und Euch wünsche ich für nächstes Jahr viel, VIEL Zeit und Muße, damit ihr all die Spiele zocken könnt, die Euch Spaß und Freude bereiten. Ich wünsche Euch zudem ein stetes Anwachsen des Pile of Shames unbespielter guter Titel, weil das bedeutet, dass es da draußen weiterhin gute und spielenswerte Titel gibt und wir am Tag unseres Renten/Pensions/Whatever-Eintritts uns keine Sorgen machen müssen, den Rest unseres Lebensabends in dröger Langeweile zu verbringen.

Nachwehen

So, jetzt ne Runde “Summer Games” …

*rüttel, rüttel, rüttel, rüttel*

*competion pro in ecke pfeffer*

Spieler Eins: “DU SAU!!”

Spieler Zwei: “Looser, Looser!”

Spieler Eins: “Arghll! Noch ‘ne Runde!”

Warum? Weil ich dicken, fetten Muskelkater in den Fingern und Handgelenken habe. Möbel, Kartons und VIEL ZU VIEL SCHEISSDRECK, den ich während des Umzugs Stockwerke runter und anschließend Treppen hinauf getragen habe. Eine Runde “Summer Games” wäre jetzt genau das richtige für meine schmerzenden Greifwerkzeuge. Denn dann wäre der Schmerz in den Greifwerkzeugen vertraut und daher leichter zu ertragen.

Nein, eigentlich nicht … Ruhe & Erholung sind das beste Mittel gegen Muskelkater. Den Mauszeiger gemächlich über den Bildschirm schieben, in aller Ruhe die Gedanken schweifen lassen, nicht an all die gefüllten Kartons denken, die zerlegten Regale …

… ein Adventure. Ohne QTEs und so’n neumodischen Scheiß.

Umzugshinweis für Sammler

Beim Einpacken der Sammlung KEINEN, ich wiederhole, KEINEN Gedanken auf das Sammlerobjekt verschwenden, welches man gerade einpackt.

… muss mich gerade mit Gewalt von diversen Perry-Rhodan-Heften lösen.

Denn im Gegensatz zu Spielen, die ich in den Untiefen der Harzzach’schen Software-Gruft gefunden habe, ist ein Buch ganz schnell aufgeschlagen und ganz schnell überfliegt man die eine oder andere Seite und ehe man sich’s versieht, sind einige Stunden ins Land gegangen. Und dann ist da noch der große Karton mit allen den obskuren SF- und Fantasy-Zeitschriften/Fanzines, die ich mir während der 80er und 90er zugelegt hatte. Ich denke, ich werde hier einfach einen Müllsack drumstülpen und zukleben. Bloß nicht reinschauen! Ja nicht reinschauen! Sonst … ahhhh …

Immerhin habe ich meine alten Jahrgänge “PC Games” und “Gamestar” bereits verpackt und in die hinterste Ecke gestellt. Wobei ich bei Schlagzeilen wie “Gothic 3: der neue Oblivion-Killer aus Deutschland!” (Gamestar) schon schwer mit mir kämpfen musste, um nicht kichernd alte Jahrgänge durchzublättern und auf Previews einstiger Genreperlen zu stoßen, bei denen man auf Basis von Screenshots die unglaublichsten Dinge zusammenfabuliert hat, was wiederum eine ausgemachte Spezialität der frühen PC Games war. Genau deswegen schleife ich die alten Magazine auch mit mir rum, anstatt sie wie die alten Spiegels, ohne mit der Wimper zu zucken, dem Altpapier zu übergeben. Es ist sehr lehrreich und unterhaltsam, wenn man fünfzehn, fast zwanzig Jahre alte Artikel über ein Genre liest, in dem sich die Zeit rasend schnell weitergedreht hat. Hach ja, damals … als Savepoints in PC-Spielen noch zu klaren Punktabzügen in der Wertung geführt haben :)

Twitter-Simulation

Würde ich einen Sinn in einem Dienst wie Twitter erkennen, würde ich jetzt wohl folgendes tweeten:

SeniorTwitter

Ja, warum habe ich so schwere Hobbies? Die Umzugskartons füllen sich, die Regale und Schränke werden trotzdem nicht leerer, weil ich die Kartons nicht bis Oberkante Unterlippe mit Büchern, DVDs oder schönen, großen Spieleverpackungen packen darf, will ich nicht, dass sich der Inhalt während des Umzugs aus einem aufreißenden Karton ins Treppenhaus ergießt. Das nächste Mal werde ich mein Geld nur noch für Blackjack und Nutten ausgeben.

*keuch* *schwitz*

Aber das ist natürlich nur dummes Geschwätz. Die neue Wohnung wird, da größer, natürlich NOCH MEHR mit Regalen zugekleistert, die man alle so schön mit schwerem Zeugs wie zB. Büchern füllen kann. Ich denke, ich werde jetzt schon mal für den nächsten Umzug ansparen. Unter einigen dutzend zehntausend Euro und sieben Sattelschleppern wird da wohl nix gehen …

Sowas würde ich wahrscheinlich tweeten, wenn ich persönlich einen Sinn in Diensten wie Twitter & Co. sehen würde. Aber zum Glück habe ich heute Abend etwas besseres vor, als meine Zeit mit so einem Scheißdreck zu vergeuden, hehe!

Verpasst

Um drei Tage verpasst. Mein Fünfjähriges. Jubeläum.

Was ich ohne all die Leser und Kommentatoren nicht geschafft hätte, denn ich gehöre nicht zu den Personen, die jahrelang ohne Rückmeldung einfach “ins Blaue” hinein schreiben können.

Danke Euch! :)

Was aber viel, viel, GANZ ARG VIEL wichtiger ist …

Herr Schafer von Double Fine Productions hat das ursprüngliche Ziel von 400.000 Dollar für die Produktion eines klassischen Adventures und einer begleitenden Dokumentation 22 Tage vor Ende der Aktion um sage und schreibe das Fünffache nach oben verpasst. 2.000.000$ Zwei (2!!!!) Millionen Dollar. Yay!

Eine derbe Pleite verpasst haben leider die Mannen von Remedy, weil die PC-Version von “Alan Wake” nur 48h nach dem Release bereits ihre Kosten wieder eingespielt hat. “Leider”, weil diese Herren vor zwei Jahren Microsoft in den Arsch gekrochen sind und sich nicht zu schade waren aus Marketinggründen grenzdebiles Zeugs zu erzählen, warum keine PC-Version von “Alan Wake” möglich sei und dass das wahre Spielerlebnis doch nur auf der Couch stattfinden könne und andere gequirlte Scheiße.

Aber gut, wenn ich eines in diesen fünf Jahren gelernt habe, dann ist es das Bewahren der geistigen und anschließend körperlichen Gesundheit durch herzhaftes Auslachen all der … ähm … liebenswerten Menschen da draußen, anstatt sich über sie aufzuregen. Und so gönne ich Remedy ihre Kohle, lache mich lieber über Leute kaputt, die immer noch (und mit dem Start der neuen Konsolen-Gen bald wieder) dem Propagandamärchen von der angeblich so toten PC-Plattform Glauben schenken oder es im Auftrag ihrer Brötchengeber widerkäuen und erfreue mich all der schönen Dinge, die in den kommenden fünf Jahren passieren werden.

Ach ja … und ich habe es weiterhin verpasst mir eine PS2 zu zulegen, um mich meiner etwas vernachlässigten Liebe zu Nippon-RPGs widmen zu können. Aber bald ziehe ich um und dann ist endlich anständig Platz für eine Couch und ein großes Unterschichten-Zwangsberuhigungs-Gerät aka Flachbildschirm. Bin gespannt, ob ich es dieses Jahr endlich schaffe.

Wortlos

Hab grad nix zu sagen.

Echt nich.

Wobei … eigentlich schon. Nur habe ich den Eindruck mich zu wiederholen.

Mit meinen Entwürfen gehe ich Bier trinken, weil wir schon beim zweiten Satz erkennen, dass wir uns eigentlich sehr gut bekannt sind.

Mein Geschreibsel ödet mich an.

Und da ich nicht für Geld oder Ruhm, sondern um des Schreibens Willen schreibe, schreibe ich lieber goar nix, bevor mein Blog zum Zwang wird.

Ich könnte schreiben, dass Mass Effect gemächlich als interaktiver und durchaus lesenswerter SF-Roman vor sich hin plätschert.

Dass ich CD Project für verlogene, schmierige Bastarde halte.

Dass THQ wohl das Ende dieses neuen Jahres nicht mehr erleben wird.

Dass Blizzard in Südkorea das Echtgeld-Auktionshaus von Diablo 3 streichen muss und ich mir wünsche andere Länder würden Blizzard ähnliche Vorschriften machen.

Dass ich Blizzard diesbezüglich auch für verlogene, schmierige Bastarde halte, die eiskalt die Leichtgläubigkeit und Naivität vieler Spieler ausnutzen.

Dass ich Ricky Gervais gestern abend bei den Golden Globes als VIEL ZU ZAHM UND HARMLOS empfand.

Aber ich bin ja auch nur Mensch und wenn ein klein-korrupter Bundespräsident sich mit seinem Menschsein selbst entschuldigt und reinwäscht, dann kann ich das schon lange.

Einen schönen Tag noch :)

Jahresendartikel – 2011

Isses mal wieder soweit.

Die Monate huschten nur so an uns vorüber und war es nicht erst gestern, als wir beim Aufräumen der Silvesterpartyreste gleich all den Weihnachtsabend-Kram mit entsorgt haben?

Nein, das war nicht gestern, das war letztes Jahr. Du weißt doch, diese eine Jahr da, welches man nach christlicher Zeitrechnung gemeinhin als Jahr 2010 nach Christi Geburt bezeichnet hat.

Ach, DAS Jahr meinst Du? Hmm, stimmt, da war noch was. 2011 war da noch …

Wenn man mich fragen würde, was mein "Spiel des Jahres 2011" wäre, ich würde diesmal nicht erst großartig mit dem Überlegen anfangen müssen, gab es da doch nur deren zwei, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Das eine Spiel ist “Unepic” und das andere Spiel ist "Harveys Neue Augen". Keines von beiden ein typisches “Spiel des Jahres”, aber beide spaßig und gut genug, dass ich von vorne bis hinten damit meinen Spaß hatte und habe. Das neue “Deus Ex – Human Revolution” wäre zwar ein sicherer Kandidat für mein Spiel des Jahres gewesen, doch leider ist es dank Steamworks ein sicherer Kandidat für einen Kaufpreis unter 10 Euro geworden. Was es vielleicht zu meinem Spiel des Jahres 2012 oder 20123 macht. Geduld ist bekanntlich eine Tugend.

Der Rest des diesjährigen Neuangebotes besteht deswegen nicht zwangsläufig aus belanglosen Pixelhaufen, aber da ich dieses Jahr die Zockerei zum Teil ganz gewaltig nach hinten geschoben habe, kann ich nur zu den Spielen aus dem Jahr 2011 Stellung nehmen, die ich tatsächlich gespielt habe. Wobei ich auch nicht sagen würde, dass ich grundsätzlich keine aktuellen Spielen mehr spielen möchte (also nicht mehr NICHT als in den letzten Jahren), sondern dass mir in diesem Jahr die nötige innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Muße gefehlt hat, um mich Spielen in dem Ausmaß zu widmen, welches Spiele eben erfordern. Weil Spiele != TV glotzen!

Es gibt auch nur wenig Spiele des Jahres 2012, auf die ich besonders gespannt bin. Konkret fallen mir nur ein: Torchlight 2, Legend of Grimrock, Grim Dawn (falls es zu einem 2012er-Release kommt) und ja, sogar auf Diablo 3 bin ich gespannt. Selbstverständlich rein platonisch, auf einer ausschließlich intellektuellen, professionellen Ebene natürlich *hust*. Was auch hier nichts direkt mit dem Rest des kommenden Angebotes zu tun hat, sondern mit meinen immer größer werdenden Wissenslücken über den aktuellen Stand kommender Projekte. Schlimm finde ich das nicht, da ich auf diese Weise immer angenehm überrascht werden kann, wenn dann doch ein Spiel auf Erden aufschlägt, welches ich gar nicht auf der Rechnung hatte. Unwissenheit kann (aber auch nur manchmal) ein Segen sein!

Von daher empfand ich den Rest des sonstigen Geschehens im Spielejahr 2011 auch als nicht weiter aufregend. Manches auf jeden Fall erwähnenswert, aber aufregen? Why? Ein wenig erstaunt war ich zB. als sich ein “CoD Modern Warfare 3” SCHON WIEDER besser verkaufte als der Vorgänger und mittlerweile die Milliarden-Umsatzgrenze geknackt hat. Nicht wirklich überrascht mich der enorme Erfolg eines “Skyrim”, wobei mir das Spiel zwar immer noch am Allerwertesten vorbeigeht, dieser Erfolg aber GUT ist, da Skyrim klar das kommerzielle Potential aufwendig produzierter, reiner SP-Spiele aufzeigt. Zugegeben, dass alle RPGs nach Skyrim wie Skyrim aussehen müssen, weil Skyrim sich ja so gut verkauft hat, ist dann die Kehrseite der Medaille, aber man kann von den Majors schließlich nicht erwarten, dass dort angefangen wird selber zu denken. Ein DRM für Gameplay-Modelle/Genres wäre der sichere Tod dieser Copycat-Branche.

Weniger schön war das Jahr 2011 für etliche Ex-Mitarbeiter von zb. Gameforge und anderer Studios, die nicht gehen mussten, weil sich ihre Spiele so schlecht verkauft haben, sondern weil das Management entweder planlos herumdilletierte oder ganz eiskalt Arbeitskräfte wie seelenloses Werkzeug behandelte, welches man in die Schublade packt, wenn man es gerade nicht braucht. Wir haben erlebt, wie ein Rumpf-Team von Bioware den "Awesome-Button" für “Dragon Age 2” erfand, um sich nicht mehr der Mühe hingeben zu müssen gescheite Spiele zu produzieren und wir haben erlebt, wie auf dem PC die Indies auch Dank der großen Hilfe von Valve ihren Aufstieg festigen und fortsetzen konnten. Wir haben erlebt, wie EA gerne Valve kopieren möchte und wir haben erlebt, warum das wohl funktionieren wird, weil es genug Kunden scheissegal ist, unter welchen Rahmenbedingungen sie zocken, Hauptsache sie können zocken. Denn bei EA hat man während des Theaters um Origin wohl nur mantra-artig wiederholt: "Sie haben Steam auch zuerst gehasst wie die Pest und nun beschimpfen sie uns, weil wir Battlefield 3 nicht auf Steam verkaufen. Origin kann nichts anderes als ein Erfolg werden!". Ich muss EA hier leider Recht geben … Gamer sind größtenteils willenlose Konsumsklaven, emotional abhängige Spiele-Junkies, die für ihren Fix alles tun, auch wenn sie sich insgeheim vor sich selbst ekeln, weil sie ganz genau wissen, wie falsch ihr Handeln ist.

Das ist auch teilweise der Grund, warum ich bei Nachrichten von beinahe pleitegehenden Browserspiel-Herstellern wie Gameforge nur formales Mitleid empfinde. Denn richtig Kohle kann man bei diesen Spielen nur machen, indem man die Spieler anfixt und sie dann gnadenlos mit Micropayment und Item-Shops ausnimmt. Gamedesigner gibt es bei diesen Herstellern nur noch dem Namen nach, in Wirklichkeit sind es Geld-Akkumulierungs-Optimierer, die mit Hilfe psychologischer Fachkenntnisse so gezielt menschliche Belohnungsmechanismen ansprechen und ausreizen, dass ich persönlich keinen Unterschied mehr zwischen Drogendealer und Spielehersteller sehe. Man macht den Spieler süchtig, um ihm Geld aus der Tasche zu ziehen. Man lockt ihn mit F2P an (Ey, willse mal ‘n Schuß?) und führt ihn dann durch verschiedene Formen des Abgezocktwerdens. Je unauffälliger, desto besser, desto gewinnbringender. Und spricht man diese Leute auf die nicht nur möglichen, sondern tatsächlichen Folgen solcher Sucht-Spiele für Jugendliche und Erwachsene an, verbünden sich skrupellose Spiele-Hersteller und ihre Drogenkundschaft, um jede Form der Mitverantwortung vehement von sich zu weisen. Die einen wollen nicht zugeben, dass sie die Spieler absichtlich süchtig machen und die anderen wollen nicht zugeben, dass sie abhängig sind. Was mir in diesem Jahr so deutlich wie nie zuvor aufgefallen ist.

Was wünsche ich mir dann für nächstes Jahr?

Weltfrieden? Occupy Activision? Endlich den ganz großen Videospielcrash?

Das erstere immer, das mittlere ist unnötig, weil das letztere auch ohne meine Wünsche heimlich, still und leise über die Bühne gehen wird. Denn was glaubt ihr, was sagt die Konkurrenz über den Erfolg eines MW3 oder Skyrim? "SCHEISSE!" sagt man da, weil der Markt mittlerweile seine Wachstumsgrenze erreicht hat und sich immer mehr Kunden auf immer weniger Spiele verteilen. Jeder kommerziell erfolgreiche Titel kannibalisiert direkt und unmittelbar die Konkurrenz. Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wie eine Reihe heute noch großer und bekannter Majors den Bach runtergehen werden, nicht auf Grund eines klassischen Crash, sondern als Folge einer stetig voranschreitenden Marktkonzentration.

Also, was wünsche ich mir WIRKLICH für nächstes Jahr?

Weltfrieden! *michael jackson_heal the world_gezimbel* Und dann etwas mehr entspannte Muße und Ruhe, damit ich mich wieder besser den Spielen widmen kann, die es wert sind, dass man sich ihnen widmet. Vielleicht nicht mehr mit so vielen Titeln wie das früher noch der Fall war, aber hoffentlich bei einigen wenigen umso ausführlicher.

Und Euch, Euch wünsch ich auch was. Aber so was von! :)

Kosmetik

Mein bisheriges WordPress-Theme hat ein deftiges Update bekommen, ist gewissermaßen eine ganze Versionsnummer aufwärts gepatcht worden. Quentin heisst nun Quintus und sieht allmählich so aus, wie ich mir mein Blog optisch eigentlich wünsche.

Gediegen und seriös, damit man nicht allzu schnell merkt, was für eine oberflächliche Grütze ich hier zT. veröffentliche.

Mal schauen, was ich aus diesem Layout noch alles rausholen kann …

Vor sich hin schwitzende Grüße!