Was sind schon knapp 22.000 Euro, wenn man die Chefin der PR-Abteilung von Activision UK ist und zusammen mit einem Kollegen aus der selben Abteilung die Firmen-Kreditkarten dazu benutzt, ein paar schöne Dinge für sich selbst zu gönnen?
Wenn man verantwortlich für die Marketing-Kampagne eines Spieles ist, welches nur fünfzehn Tage nach Release bereits 1 Milliarde Dollar umgesetzt hat (wie aktuell BLOPS II), wahrscheinlich nicht viel.
Ja, die beiden können eine weitere Karriere im PR-Bereich (oder sonst wo) knicken.
Ja, die Gesetze sind so und Diebstahl ist Diebstahl.
Ja, die beiden sind nur auf Bewährung verurteilt worden und gut dabei weggekommen, wenn man berücksichtig, wie hart vor allem in Großbritannien Eigentumsdelikte geahndet werden.
Dennoch, mir will sich hier kein Gefühl von “Die Gerechtigkeit hat gesiegt” einstellen. Wenn ich mir etwas nachsagen lasse, dann der Fakt, dass ich mitunter ein ziemlich übler Gerechtigkeitsfanatiker sein kann. Eigentlich müsste ich zufrieden darüber sein, dass jemand bei einer Untat erwischt und bestraft wurde.
Ich bin es aber nicht. Die ganze Zeit zieht nur ein Gedanke durch mein Hirn:
Nur fucking lächerliche 22.000 Euro Schaden bei einer Firma, die letztes Geschäftsjahr mehr als 1.1 Milliarden Dollar GEWINN gemacht hat? Come on Bobby. Lass Deine PR-Huren doch mal so richtig auf die Kacke hauen. Was sind schon 22.000 Euro, wenn genau diese PR-Huren mitverantwortlich dafür sind, dass Dein Hauptprodukt seit Jahren ohne Ermüdungserscheinungen einen Verkaufsrekord nach dem anderen bricht?
Ich finde es zudem befremdlich gerade von Leuten, die im PR-Bereich arbeiten, moralisch korrektes Verhalten zu erwarten. Das sind in der Regel Menschen ohne Rückgrat, die den ganzen Tag nur damit verbringen stinkende Scheiße als teures Eau de Toilette zu verkaufen. Es ist daher kein Wunder, wenn diese Leute sich gerne in piekfeine und teure Klamotten hüllen und sich Schampus saufend in Seidenlaken räkeln wollen. Würde ich auch, wenn ich auf diese Weise mein Geld verdienen würde.
Wie auch immer … lächerliche 22.000 Euro. Das zieht sich Bobby Koticks Schwesters Pudel jeden Tag an Hundefutter rein. So mal salopp daher gesagt.
Eine kleine, unwichtige Geschichte über kleine, unwichtige Menschen. Dennoch Dank an den Geisterwolf für diesen Hinweis. Gerade solche Geschichten sind das Salz in der Suppe
Viel wichtiger finde ich in diesem Zusammenhang allerdings das hier:
Wann immer jemand meint, dass Firmen wie Activision oder EA ja keine Rüstungsfirmen sind und man sich nicht so anstellen soll, weil es hier ja nur um Videospiele geht: Diesen Link präsentieren!